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Montag 30 Juli 2007
Zeitarbeit und Qualitätsjournalismus (Update)
Diesmal schießt Yasmin El-Sharif im Tagesspiegel den Vogel ab: „Die Zukunft liegt bei den Privaten“. Das Interview schlägt jedem bei einem privaten Arbeitsvermittler beschäftigten satt in die Fresse.
Beispiel gefällig? Kein Problem:
Frage: Es gibt die Annahme, wonach sich Unternehmen Zeitarbeiter in den Betrieb holen, wenn die Konjunktur langsam wieder anzieht und bei einer Verstetigung der positiven Geschäftslage fest anstellen. Macht sich das jetzt bei Ihnen schon bemerkbar?
Antwort: Nein, die Zeitarbeit ist in einer anderen Phase angekommen. Noch vor fünf Jahren war es tatsächlich so, dass Zeitarbeiter wirklich nur eine reine Feuerwehrfunktion hatten, also nur in der Urlaubszeit oder bei einer konjunkturellen Erholung zur Abarbeitung von Auftragsspitzen eingesetzt wurden. Heute allerdings nutzen die Unternehmen die Zeitarbeit ganz klar als flexible, dauerhafte Ressource, auch wenn die Konjunktur richtig stabil ist. Insofern gilt diese alte Regel nicht mehr.
Ah ja, mittlerweile ist es nur eine Annahme, das Zeitarbeiter aus ihrer prekären Arbeitssituation in ein anständiges Arbeitsverhältnis übernommen werden. Noch vor einiger Zeit sand die Aussage im Raum, dass Zeitabeiter über die Beschäftigung via eines Vermittlers in ein Beschäftigungsverhältniss mit einem richtigen Unternehmen gelangen können. Mit richtigen Unternehmen in diesem Sinne meine ich ein produzierendes Unternehmen, keine Makler.
Wie schon in den Kommentaren zu dem Tagesspiegel-Artikel angedeutet, gelten für gemalkelte Beschäftigte Tarifverträge, die die zwischen Stammbelegschaft und Unternehmensführung ausgehandelten Löhne unterbieten.
Bei den über private Arbeitsvermittlungen Beschäftigen handelt es sich um Leiharbeiter, das wollen wir nicht vergessen.
Frage: Also nehmen Zeitarbeiter doch Anderen die Arbeitsplätze weg?
Antwort: Auf keinen Fall. Stünden den Firmen keine Zeitarbeiter zur Verfügung, dann müssten die vorhandenen Mitarbeiter die Mehrarbeit erledigen, ohne dass neue Jobs entstehen. Oder die Aufträge könnten gar nicht erst angenommen werden.
Aus so berufenem Munde wie des Interviwtn können wir also festhalten, dass deutsche Unternehmer nicht in Lage sind, ihre künftige Auftragslage, ihr benötigtes Arbeitsvolumen, somit ihren Maschineneinsatz vorzuplanen. Was sonst noch davon abhängt, lassen wir mal für den Moment außen vor. Aber merken tun wir uns, dass unsere Unternehmer unterschwellig für dumm gehalten werden.
Hallo Yasmin El-Sharif, mit W-Fragen werden Interviews eingeleitet. Nach einer W-Frage müssen zwingend gezieltere Fragen kommen, die sich einem Kern nähern. Ohne Frage kommen die nächsten Fragen ohne diesen W-Wörtchen aus – in einem richtigen Interview. Aus meinem Kurs Interview und Befragungstechniken weis ich beispielsweise, dass es offene und geschlossene Trichter gibt – um den Interviewten zu einer Aussage zu bewegen, die eine Information enthält. Das von dir – Yasmin El-Sharif – geführte Interview ist Scheiße. Nicht nur das es irgendwo auf siebte Klasse Realschülerzeitungsiveau schwebt, deine Befragungstechnik öffnet PR-geschulten Sprechern Tür und Tor für ihre Agitation.
Was war dein Ziel in diesem Interview?
Yasmin El-Sharif, das war hoffentlich keine Absicht von dir sondern nur ein versehen einer ungeübten Volontärin. Nimm dein Beispiel dafür, dass immer weniger Leute bereit sind, für eine Zeitung Geld auszugeben.
Update
Dieser meiner Beitrag wurde stark kritisiert. Das finde ich völlig in Ordnung.
Der Haupttenor ist, das ich einen Namen genannt habe. Nun gut, wenn man in den Medien namentlich auftritt, sollte man in der Lage sein, eine gewisse Reaktion ertragen zu können. Sollte ich jemanden angepisst haben, der sowas nicht ab kann, so bitte ich darum, dies zu entschuldigen. Dennoch will ich anmerken, dass man in der Öffentlichkeit mit sowas rechnen muss. Wer sich zuweit aus dem Fenster lehnt, muss mit den folgen des Übergewichts rechnen.
Zum hiesiegen Kommentar habe ich einen eigenen Eintrag abgefasst, der aber leider noch mehr Fragen aufwirft, als irgendjemand von euch sattsam beantworten kann. Weitere Diskussionen bitte dort.
Kurt Beck und die Online-Durchsuchung
Laut eines Beitrags aus den öffentlich-rechtlichen Medien schließt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (58, SPD) die Zustimmung seiner Partei zur Online-Durchsuchung nicht mehr aus. Ja, geht es noch? Mal wieder will die SPD ein Gesetz durchbringen, dessen Sinn von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung zumindest angezweifelt wird. Über einen praktisch nicht vorhandenen Nutzen sowie einer ebenso nicht vorhandenen Durchführbarkeit haben andere mit fundierter Sachkenntnis sowohl von technischer als auch von rechtlicher an anderer Stelle beschrieben.
Kurt Beck arbeitet scheinbar an einer sozialdemokratischen Version des Projekt 18. So wie es aussieht, vergrault er jeden noch halbwegs selbstständig denkenden Wähler. Ohne sein Einlenken in der Frage könnte Schäuble mit seiner Beschneidung unserer Bürgerrechte einpacken. Mit seiner wirklich nicht notwendigen Zustimmung schlägt er uns quasi mit Handkante ins Genick. Was soll das?
Will Kurt Beck sich damit profilieren, dass er nicht zum Scheitern der Großen Koalition beitrug? Die Koaltion der Wahlverlierer brachte uns bislang nur Nachteile. Neoliberale gesetzgebung, Steuersenkungen für Habende, Ausverkauf des Volksvermögens und und und. Die CDU war für mich noch nie wählbar, aber was die SPD mit den Grünen zuvor unter Gerhard Schröder (63, SPD, Gazprom) abzog, schlägt dem Fass den Boden aus. Leider haben wir das alles viel zu spät bemerkt.
Ohne Grund wird auf das meines erachtens grundlos geforderte Begehren Schäubles seitens der SPD eingegangen. Unsere Grundrechte werden aus einem nicht nachvollziehbaren Kalkül geopfert. Was soll das?
SPD-Mitglieder, tretet aus eurem Verein aus und verbrennt eure Parteibücher. Falls ihr danach Langeweile verspürt, züchtet Tauben. Das bischen Scheiße, was die allgemein als Luftratten bekannten Vögel in unserem Stadtbild hinterlassen, ist nichts verglichen mit dem, was von sozialdemokratsch orientierten Volksvertretern gerade initiiert wird.
Dienstag 24 Juli 2007
Simpsons in Paris
Wie aus zweifelhaften Quellen berichtet, besuchten die Simpsons nach
ihren Dreharbeiten die Modesstadt Paris. Fashionista
nutzte die Gunst der Stunde, um die gelbhäutigen Söhne und Töchter von
Springfield in verschiedene edle Gewänder zu hüllen und in ansprechenden
ambiente abzulichten.
Atari Lynx Emulator
Die Benennung ihrer Hardware nach Großkatzen war schon den Mannen um
Jack Tramiel eigen. Vom Namen Atari blieb nur das Spielelabel übrig, die
Computerfirma mit dem gleichen Namen ist längst Geschichte. Aber
immerhin brachte Atari in ihrer kurzen Geschichte zwei Konsolen auf dem
Markt, die nach Großkatzen benannt wurden. Vielleicht stammt die
Benennung der OS-X-Versionen ja aus dieser Tradition, denn immerhin
arbeiteten Jobs und Wozniak in ihrer Anfangszeit bei Atari – und
entwickelten Spiele.
Panther Jaguar hieß die eine Konsole, Lynx die andere.
Um letztere geht es hier. Die Lynx war eine für seine Zeit wirklich gute
Handheld-Konsole, welche ich in der zweiten Version sogar mal besaß.
Aber über vergangenes sollte man ja nicht trauern, höchstens sich mal
daran erinnern.
Mit Handy in seiner Versionnummer ganz knapp unter Eins ist ein Emulator verfügbar, der die alten Lynx-Spiele aufleben lässt. Leider werden mit Handy keinerlei ROMs mitgeliefert. Aber ein Besuch der Site AtariAge liefert alles an Softwarezubehör nach, was benötigt wird – einschließlich des Boot-ROM-Images. Dazu muss nur der mit 'Lynx' bezeichnete Bereich aufmerksam durchlesen werden (siehe 'Emulation'). Mit wenigen Mausklicks sollten sich die notwendigen Images auf der eigenen Festplatte befinden.
Handy kommt in einem 1,4 MB großem Image. Am besten sucht man sich ein stilles Plätzchen auf der Festplatte, legt ein neues Verzeichnis an und kopiert die Dateien dort hin. Das Boot-ROM-Image gehört ins selbe Verzeichnis. Der Aufenthaltsort der Spieleroms dagegen ist nicht so wichtig, denn nach denen fragt eine Dateiauswahl nach dem Programmstart nach. In den Voreinstellungen des Programms kann die Tastaturbelegung ebenso eingestellt werden, wie auch näheres zu Joysticks und Gamepads. (Was ich aber mangels Geräten nicht antesteten konnte.)
Das zunächst sehr winzige Fenster lässt sich einfach mittels des
'+'-Buttons in der Titelleiste schrittweise vergrößern. Spielstände
können wie beim Original naürlich nicht abgespeichert werden. Alternativ
stehen nur die in einigen Spielen verfügbaren Levelcodes zur Verfügung,
oder man muss halt üben, üben, üben...
Grafisch darf man natürlich nicht allzuviel erwarten, denn die Spiele stammen von einer Acht-Bit-Konsole. Aber wenn man bedenkt, wieviel Spielspass in einem Modul mit rund 150 kB Speicherplatz stecken, bleibt einem nur noch Respekt übrig. (Im moment zocke ich Desert Strike.) Handy, oder besser die alten Lynx-Spiele bieten viel Retrogamingspaß. Der Emulator sowie die ROMs via AtariAge kosten natürlich nix. Viel Spaß.
Update
Namensfix durchgeführt. Die Benennung nach den Großkatzen hat mich wirklich durcheinander gebracht. Besten Dank für den Wink mit dem Zaumnpfahl an Christian den Kommentator! Darüber hinaus weise ich darauf hin, dass es sich bei der Lynx um eine waschechte 16-Bit-Konsole handelte. (Dafür, dass ich das Ding mal besessen habe, ist der Beitrag doch schon etwas peinlich.) Details zum Handheld gibt es wie immer in der Wikipedia.
Montag 23 Juli 2007
Bombe, werfen dich in etwa 35s ab!
Lieutenant, er ist jetzt explodiert.
In der diesmonatigen Zeitschrift SFT (07/07) gibt es als DVD-Beilage John Carpenters Dark Star. Carpenters 'billig' produzierter erster Film war nicht nur stilprägend, sondern auch wirklich gut. Nun ja, der Monat ist fast vorrüber, wer sich beeilt, kann für drei Euro fünfzig seine Filmsammlung mit einer Perle erweitern.
Bedaure, dieses Telefon ist gestört. Bitte melden Sie diesen Schaden umgehend.
Gerne hätte ich diesen Film etwas früher an dieser Stelle vermeldet, aber glücklicherweise schau ich nicht jeden Tag in der Bahnhofsbuchhandlung vorbei. So beeindruckend ist ein Zeitschriftenladen nun auch wieder nicht. SFT erscheint monatlich und 07 ist fast vorbei, also bewegt euch.
Besonders Bombe #20 warf wirklich interessante Fragen auf.
Sonntag 22 Juli 2007
Heldengedenktage
Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübte vorgestern vor 63 Jahren 'sein' Attentat auf Adolf Hitler. Für dieses Tat ehren wir ihn. Und nur dafür, mehr nicht. Von Stauffenberg mit seinen Mannen erkannten rechtzeitig die drohende Niederlage und wollten mit dem absichtlich herbeigeführten Tod von Adolf Hitler weiteren Schaden vom deutschen Volk abwenden. Bis hierher ist die Tat durchaus zu befürworten.
Ebenfalls nicht vergessen werden sollte das Umfeld des Grafen von Stauffenberg, welches durchaus als konservativ gilt. Letzendlich haben Personen mit dem selben Hintergrund wie die derer von Stauffenberg zum Aufstieg der NSDAP beigetragen. Vom normalen Volk mal ganz zu schweigen.
Irgendwie kann ich mich des Eindrucks kaum erwehren, dass mit dem Grafen von Stauffenberg ein Idealkandidat unserer bisherigen Regierungen gefunden wurde, für den sich der Aufwand einer Kranzniederlegung lohnt: Aufrecht, preußisch, kriegserfahren, von edlem Geblüt und somit ein Vorbild. Für sein Attentatsversuch gilt auch von meiner Seite volle Hochachtung. Aber was wäre geschehen, hätte der Anschlag das gewünschte Opfer gebracht? Hätte das Ergebnis uns vom Regime entledigt?
An dieser Stelle sollten wir uns auch an die Zahllosen deutschen erinnern, die alles billigten und schwiegen; und es soweit kommen ließen.
Claus Schenk Graf von Stauffenberg war nicht der erste, der Deutschland von Adolfs Hitlers befreien wollte: Bereits recht früh unternahm ein gewisser Georg Elser, Schreiner von Beruf und verglichen mit Graf von Stauffenberg eher von niederer Geburt, einen Attentatsversuch. Georg Elsers Motive waren in seiner Schlichtheit beeindruckend: Er wollte die Verhältnisse der Arbeiterschaft bessern und einen Krieg vermeiden, er wollte Frieden.
Eine Person wie Georg Elser dürfte selbst heute noch Gefährlicher sein, als ein eigentlich regimekonformer Graf von Stauffenberg. Elser agierte isoliert, von Stauffenberg benötigte Rückendeckung und Resourcen, um im Endeffekt nicht weiter zu kommen. Elser beschaffte sich sein notwendiges Wissen selbstständig und handelte autark, während Graf von Stauffenberg quasi erst mit ideologischer Rückendeckung aus dem Vollen zu schöpfen versuchte.
Im Sinn von SSchäuble gedacht: Welcher von beiden Typen ist für ein Regime gefährlicher? Der Autarke oder der Vernetzte?
Donnerstag 19 Juli 2007
Neues auf Blogrolle
82 Megaohm Widerstand – 82 Millionen, und einer ist durchgebrannt.
Bahnblog – Neues aus der Welt der Deutschen Bahn.
Mittwoch 18 Juli 2007
60 Jahre UFOs - The Abduction Lamp
Vor rund sechzig Jahren stürzte in Neu Mexico ein UFO ab und begründete ein Kult schletchhin. Wie wäre es, diesen Anlass mit einer im totalen Retro-Design gehaltenen Lampe andächtig zu erinnern? The Abduction Lamp existiert leider nur als Konzept. Wer so was haben will, klickt mal rüber und äußert sich begeistert, vielleicht geht die Lampe irgendwann mal in Serie.
Die "Online-Durchsuchung"...
...Technischer Hintergrund des verdeckten hoheitlichen Zugriffs auf Computersysteme.
Ein wirklich guter Artikel um den Bundestrojaner und deren technischen Hintergründe, erschienen auf hrr-strafrecht.de. Es fängt mit Schadsoftware an, geht über Verschlüsselung weiter bis hin zur Fernsteuerung eines Rechners. Wie es sich für das Online-Magazin Höchstrichterliche Rechtssprechung im Strafrecht gehört, wird eine selbstverständlich rechtliche Beurteilung gegeben. Das wirklich überraschende dürfte aber Autor Ulf Buermeyer sein:
Der Verfasser ist Redakteur der HRRS und Richter in Berlin, wo er am Amtsgericht Tiergarten als Strafrichter und Ermittlungsrichter tätig ist. An der Universität Leipzig arbeitete er von 1999 bis 2003 als Netzwerk-Administrator in einer gemischten Windows-Linux-Umgebung.
Der Artikel endet mit dem Fazit:
[...] Dieser Umstand entlarvt die zur Begründung der Maßnahme stets gern zitierte "Abwehr terroristischer Gefahren" als Rhetorik: Selbst wenn es legitim sein mag, "die Online-Durchsuchung" zu fordern, so gebietet es die Redlichkeit des Diskurses, offen zu bekennen, dass die Maßnahme regelmäßig nur gegen "virtuelle Eierdiebe" vom Schlage eines amateurhaft agierenden eBay-Betrügers wirksam anzuwenden sein wird.[82] Wer hingegen Anschläge vom Zuschnitt des 11. September 2001 logistisch abwickeln kann, dem ist jedenfalls nach der aktuellen breiten öffentlichen Diskussion der Online-Überwachung ohne weiteres zuzutrauen, einige wenige Gedanken auf EDV-Sicherheit zu verwenden, zumal sich zumindest deren Grundbegriffe fast so schlicht wie ein Kochrezept formulieren lassen. [...]
(via Schockwellenreiter)
Der Polizist als Hellseher
Die Zeit brachte vor ein paar Tagen einen schönen Artikel über die derzeitigen Möglichkeiten von Richtern und Polizei. Beispielsweise über Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten für Hooligans um deren Bewegungsmöglichkeiten einzuschränken oder gar den Finalen Rettungsschuß. Weitere Gedankenspiele drehen sich um die neue Personengruppe der Gefährder, die zusätzlich zu den bisherigen Unschuldigen, Verdächtigen und Tätern eingeführt werden soll. Denn wenn man die bisherigen Möglichkeiten ausweitet bzw. deren Einschränkungen aufhebt und neu kombiniert, können demnächst Gesetzlich legitimiert so genannte Gefährder einfach so liquidert werden. Die ersten Vorschläge zur Definition eines Gefährder haben hochrangige Polizisten bereits 2006 zur Diskusionssreife gebracht:
Ein Gefährder ist eine Person, bei der bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung, insbesondere solche im Sinne des § 100a der Strafprozessordnung (StPO), begehen wird.
„Kurzer Prozess“ statt Anklage, Verhandlung und Verurteilung. Wer jetzt aufschreit, dass wir unseren Rechtsstaat aufgeben, der kann beruhigt werden. Das alles wird in Gesetzen ausformuliert, an denen sie sich Richter, Staatsanwälte und Polizisten künftig orientieren – also rechtsstaatlich handelt. Ist es so ein Staat, den ihr wollt?
Schäuble-Katalog
Eine Auflistung von Schäubles Gedankenspielen kommt diesmal aus einer völlig unerwarteten Ecke: Der Financial Times Deutschland. Wow, heißt das etwa indirekt, dass Schäubles angedachten Maßnahmen den Wirtschaftsstandort Deutschland schaden könnten? In dem Katalog werden noch einmal einige Punkte aufgelistet, von denen mit Sicherheit schon einige als nicht so wichtig angesehen werden, falls man sie nicht schon vergessen hat. Aber Schäubles Strategie scheint wohl eher darauf hinaus zu laufen, immer abwegigere Dinge zu fordern. Um später einige wenige Dinge als Kompromiss mit dem Koalitionspartner durch zu drücken. So nicht, kein Punkt des Schäuble-Katalogs wird wirklich benötigt.
Montag 16 Juli 2007
iftop on Mac
Glaubte cooles Hackertool gefunden zu haben, funktioniert leider
nur nicht.
Oder nur mit nicht näher erläuterendem Aufwand. Aber
Shiftzwei glaubt mehr zu wissen. Ey, schau mal auf den Kalender, wir
leben im 21. Jh. Nix Compilerlauf; Download und Freude, verstehste!? Wo
ist die funktionierende Anleitung? Der nächste Link funzt gefälligst.
('ne funktionierende Anleitung dazu wäre auch nicht schlecht – aber bis
dahin bleibste 'n Zahnspangenblog.)
Jaja, der Beitrag war damals schon Scheiße… Die Zeit trug leider nicht zur Reifung bei.
'Der Hackerparagraf ist der größte Unsinn'
Ein gewisser Bert Weingarten schrieb als Gastautor einen Artikel über den bevorstehenden neuen §202c des StGB, der die Tage wohl aller Vorraussicht nach von unseren gewählten Vertretern durchgewunken wird. Bar jeglicher Fachkenntnis und gegen den Rat von Experten wird ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die deutsche Wirtschaft nachhaltig schädigen kann. Respekt, denn sonst wird ja eher auf die Wirtschaft Rücksicht genommen; der normale Bürger bleibt außen vor.
Weingartens durchaus lesenwerter Artikel in der Netzzeitung zählt noch einmal alle Einwände gegen diesen Paragrafen auf, begründet diese, enthält aber für im Thema stehende nichts mehr neues. Dennoch finden sich mit Sicherheit noch einige Menchen mit völliger Unkenntnis über dieses Thema. Der Hackerparagraf stellt weiterhin ein gutes Beispiel für unseren künftigen Überwachungsstaat dar. Aber im Moment schweife ich vom Thema ab.
Bert Weingarten bricht in seiner Rolle als Vorstand der Panamp AG eine Lanze für die deutsche IT-Landschaft. So weit, so gut. Bekannt geworden ist Herr Weingarten durch seine unrühmliche Rolle in der Killerspiele-Diskussion. Aber auch sonst scheint Herr Weingart und seine Aktiengesellschaft auf eine hinterfragungswürdige Art um die Sicherheit der deutschen Bevölkerung besorgt.
Doch dieses einemal treffen sich die Bedenken seiner Firma mit denen der (informierten) Bevölkerung, denn allesamt sind den fragwürdigen Begehren unseres Bundesinnenministers ausgeliefert. Panamp stellt Internetfilter her und kümmert sich sonstwie um IT-Sicherheit. Dabei sind die Mitarbeiter der Firma geradezu selbstverständlich (kann man 'selbstverständlich' irgendwie steigern?) auf die so genannten |-|@X0r70015 angewiesen.
Als Motiv für seinen Artikel dürfte wohl das jüngst vom Bundepräsidenten Köhler gegebene Sommerinterview sein, in dem die Vorhaben von SSchäuble kritisiert wurden. Die Kernaussage aus dem Intreview bleibt klar – trotz Peter Hahne als Befrager. Bert Weingarten richtet seinen Apell in seinem Gastartikel in der Netzzeitung an eben jenen Bundespräsidenten, der auch mal ein Gesetz nicht unterschreibt. Wobei man 'ein Gesetz nicht unterschreibt' eher wörtlich nehmen sollte.
Um jetzt mal auf den Punkt zu kommen: Unabhängig von Bert Weingarts Motiven bleibt ein Artikel, der noch einmal alle Argumente gegen den §202c StGB aufzählt und sogar begründet. Letztendlich bleibt ein informativer, gut lesbarer Artikel, der zur Verteilung im Bekanntenkreis bestens geeignet ist – oder auch zum selber lesen, falls man nicht mehr weis, worum es geht. Bert Weingart und seine Panamp AG – so Kritikwürdig die bisherige Öffentlichkeitsarbeit in unser aller Erinnerung bleiben wird – sind betroffene.
Freitag 06 Juli 2007
Gelöscht (upd.)
Jetzt hat Thingamablog die letzten 10 Tage gelöscht, unwiederbringlich. Und keine Zeit, da mal nachzuschauen.
Update
Thingamablog löschte sage und schreibe 19 Beiträge aus seinem Bestand. Die Beiträge verschwanden ebeso aus der internen Datenbank und somit fast aus dem Leben. Nachdem alle neu generierten Seiten meines Blogs völlig befreit waren von den 'altem Kram', war meine Laune eher unter Null.
Auf einen eher blöden Gedanken hin gab ich mal als Suchbegriff einen meiner verlorenen Titel bei Google ein. Und siehe da, die Einzelseiten waren auf meinem Webspeicherplatz noch vorhanden. Zwar nicht mehr von der Hauptseite oder den Kategorieseiten aus verlinkt, aber sie waren noch da.
Mit der 'Methode Eichhorn' mussten alle vermeintlich verlorenen Beiträge wieder in das bestehende Blog zurück übertragen werden. Copy'n'Paste war angesagt. Wären es umfangreiche, langatmige Traktate rein aus Text gewesen, wäre der Job schnell vonstatten gegangen. Aber meine Beiträge sind ja nun mal massiv verlinkt und bebildert, womit der Hauptaufwand der Restauration grob umrissen sein dürfte.
Mit dieserlei Tätigkeit dürfte eine knappe Woche wohl kaum ausgefüllt sein. Aber hey, zwischendurch muss ich auch was für's BSP tun.
Thingama-Bugs
Zum Abschluss noch einen für die Thingamablogger, denn schließlich beruhen meine Blog-Aktionen der letzten Tage auf ein paar Bugs dieser trotzdem sehr witzigen Software: Die wirklich lustigen Zählfehler im Datum, vor allem zwischen Null und ein Uhr, können durchaus auf eine merkinterne Behandlung der Uhrzeit- und Datumsangaben beruhen.
Im Datumsfeld eines Blogeintrags, der über die Eingabemaske eines neuen Blogbeitrags erreichbar ist, herrscht die englische Zeitangabe mit am und pm vor. Und die Engländer zählen die Uhrzeit irgendwie nur von 1 bis 12, das aber das zweimal pro Tag. So richtig von Null- bis Dreiundzwanziguhr ein einzigesmal am Tag durchlaufend geht denen völlig ab.
Vielleicht sollte Bob mal in den Ferien zur See fahren. Denn zwischen der fünften und sechsten Wache gibt es internationalerweise festgelegt ein Null-Uhr. (War ein Scherz jetzt.) Im ernst, Thinga funzt gut, aber es gibt noch einige Bugs, die vor einer 2.0-Version behoben werden sollten.
Bananenrepublik Deutschland
In der Redezeit vom 3.7. im WDR war Jürgen Roth zu Gast. Roth erzählt uns etwas über die Korruption in Deutschland, wobei nicht nur der Sachsensumpf angesprochen wird. Im wesentlichen gehts um Korruption in der Justiz, aber auch darum, wie Staatsanwalten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten müssen und somit bei komplizierteren Fällen praktisch Handlungsunfähig wird.
Neugier genügt, Realmediastream, ca 25 min.
Donnerstag 05 Juli 2007
Catch the Rainbow (3)
Kein Gemälde, 's ist 'n Foto (guggsdu exif). Das Original gibt es nach einem Klick auf obiges Bild. Danach noch nach rechts gedreht und farbkorigiert. Dann passt es. (Macht was draus!)
Update
In den Exif-Daten steht nicht drin, dass ich einen zirkularen Pol-Filter vor das Objektiv schraubte.
Am selben Nachmittag sah es am anderen Ende des Regenbogens etwa so aus:
Schätze konnte man dort leider nicht finden.
Catch the Rainbow (2)
Der bisherige Sommer war zwar nicht warm, aber irgendwie bunt.
Einfach nur so aus dem Fenster geschaut, nix eingeworfen.
Fefe, du bist ja ein wenig moppl'g
Und ein Basecape trägst' auch. Dein Selbstbildnis ist fast so witzig wie der hängende Schwanz des Bildknippsers, der sich in einem Wasserkessel spiegelte, welcher mal auf eBay verhökert werden sollte. Netter Gag von dir; hat bestimmt bestand.
(klick auf das Bild für eine größere Darstellung)
Davon mal abgesehen; müssen wir jetzt damit rechnen, vor jedem Apotheker gefilmt zu werden? Möglicherweise von angedungen Nerds mit Basecaps auf dem Kopf? Das wäre mit Sicherheit das kleinere unserer Probleme. (Drogen kauft man auch nur bei vertrauenswürdigen Händlern, und nicht an der nächsten Straßenecke.)
Peter Schaar: Das Ende der Privatsphäre
Unser oberster Datenschützer Peter
Schaar kündigt sein erstes Buch an: Das Ende der
Privatspähre – Der Weg in die Überwachungsgesellschaft
an. Genau genommen kündigt es sein Verlag an, is' aber im Moment auch
egal. Erscheinen wird es im Randomhouse-Verlag,
der zu Bertelsmann
gehört. Als Erscheinungstermin wird der 24.9.07 genannt. Wir sind auf
jeden Fall mal gespannt, inwieweit sich Peter mit der Krake
Bertelsmann auseinandersetzt. (via Uhu)
Mittwoch 04 Juli 2007
Das Schäuble-Eselsohr
Hab' oben rechts (wie passend!) endlich mal (?) das Schäuble-Eselsohr eingesetzt. Worum es geht erfahrt ihr mit einem simplen Mausklick auf selbiges. Mein Anlass dazu war eine Merkels Äußerung vom letzten Wochenende, wie sie auf Tagesschau.de kolportiert wurde:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich angesichts der latenten Bedrohung durch den internationalen Terrorismus für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze ausgesprochen. Es gebe noch "Handlungsbedarf", sagte sie. Und: Die Gesetzgebungsarbeit sei hier noch nicht abgeschlossen. Konkret heißt das: Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren müsse "im Zusammenhang mit terroristischen Gefahren in ausgewählten Bereichen" möglich sein, so die Kanzlerin. Denn die alte Trennung von innerer und äußerer Sicherheit sei "von gestern".
Hier schließe ich mich Fefe an: Der angeblich muslimische Terror zeigt Wirkung; unsere Politiker drehen am Rad. Aufgrund zeitlich weit zurück liegender Drohungen reagieren unsere christlich orienterten Politiker über. Die einzigen Warnungen vor irgendwelchem Terror kamen einzig von der Regierungsbank.
Mal hart betrachtet: Wieviel Menschen sterben in Deutschland jährlich an Krebs oder durch Verkehrsunfälle? Wieviel sterben durch Attentate? Eben...
Versteigerung eines Peilsenders
Wie die Berliner Zeitung berichtet, versteigern 'Linke' einen gefundenen Peilsender. Der Besitzer - das BKA - hat aber kommendes Wochende genügend Zeit, den 'verlorenen' Gegenstand zurück zu ersteigern. Immerhin soll der Erlös aus der Versteigerung gemeinschaftlichen Zwecken zukommen. Da frage ich mich, warum spendet die Regierung das Geld nicht gleich den Leuten, die es brauchen? Der Umweg über die BKA-Beamten war doch sowas von überflüssig ? die bekommen ihr Geld eh' monatlich überwiesen.
Update
Repost vom 4.7.07. Der ursprünglich in meinem Originalposting vorhandene Link funktioniert nicht mehr, daher nicht mehr nachträglich eingefügt.
Haloscan funzt wieder
Na endlich; und prompt einen Kommentar von Julia Weizenberg gefunden. Nach der Markierung des Kommentars als Spams wurde er sogleich gelöscht. Also wundert euch nicht über den Merkwürdigen Kommentar meinerseits.
Aus der Kindheitstraum
In der Süddeutschen erzählt ein Lokführer über die Rahmenbedingung seines Jobs.
Sonntag 01 Juli 2007
Brunsbüttel brannte auch
Und irgendwer drohte mit dem Entzug der Betriebserlaubnis. Keine schlechte Idee, denn wenn alle in den vergangen Jahren verkauften Unterhaltungselektronikgeräte echte Netzschalter hätten, könnte man auf die beiden Scheißdinger verzichten. Wenn man dann noch auf Leuchtreklamen und beleuchtete Feldwege(!) verzichtet, konnte man noch mehr von dem vattenfallschen Atomquatsch einsparen.
Ach; Sigmar 'Siggy Pop' Gabriel tat kund, am Atomausstieg fest zu halten. Vernünftig, denn andere europäische Länder machen uns dabei was vor ? wär' ja nicht schlecht, wenn wir aufrücken. Beim letzen Beitrag meinereits zu diesem Thema deutete ich an, 'Siggy Pop' würde nur symbolisch auf den Tisch hauen. Dabei ist es bislang geblieben. Seinen Heil sucht ? quatsch, sein Heil ? sucht er ja scheinbar in der mit endlichen Resourcen handelnden Ölindustrie
Wobei das Gute so nahe liegt: Wind, Wasser, Gezeiten? Öl gibt es in Deutschland nicht, Uran auch nicht. Teuer teuer. Der letzte Fund des Metalls in einem Vorgarten war nur ein Fake. Davon mal abgesehen müssen bei beiden Energieträgern ein paar Nebenprodukte entsorgt werden. Aber unsere Enkel werden das schon irgendwie hinbekommen. Sofern sie durch unser Bildungssystem überhaupt dazu in die Lage versetzt werden.
Unixgrundkurs
(Weil ich lange keine Anleitung mehr hatte.) Auf den Seien von IBM gibt es eine Artikelreihe zu Unix in bislang elf Teilen. In den ersten zehn Teilen wird die Arbeit mit der Shell, Automatisierungmöglichkeiten, Zugriffsrechte, reguläre Ausdrücke, sowie Prozesse eingegangen. Im elften Teil geht es um die Verzeichnisstruktur eines Unixsystems. Natürlich geht es um AIX bzw. Linux, aber die Konzepte können durchaus auf OS X übertragen werden.
Sao Paulo ohne Leuchtreklame
Das dürfte jeden hiesigen Schildermaler im zweiten Lehrjahr das große 'P' in die Augen treiben. Die Stadtverwaltung von São Paulo verbietet jegliche Leuchtreklame. Oops, ein paar Bilder dazu gibt es auch. (Ihh, ich hab' auf flickr verlinkt.) (via Fefe)