Archiv für November 2008
« Dezember 2008 | Zurück zur Hauptseite | Oktober 2008 »
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | |||||
| 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
| 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |
| 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
| 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 |
Samstag 29 November 2008
Krise in Thailand
Davon mal abgesehen, dass es in Thailand drei internationale Flughäfen gibt wovon nur einer blockiert ist, wundert es mich doch schon ein wenig, dass Touristen angeblich gar nicht mehr wegkommen. Mit Don Mueng wurde vor geraumer Zeit der alte Flughafen von Bangkok besetzt, womit innerländische Flüge generell ausfallen. Dafür haben die Militärs einen eigenen Flugplatz aufgemacht, von dem im bescheidenen Maß große Flieger aufsteigen können. Bisher wurde praktisch gar nicht darüber berichtet, dass die Städte untereinander mit Bus und Bahn verbunden sind. Die nicht allzu fernen Nachbarländer verfügen ebenso wie Thailand über eigene internationale Flughäfen. Ok, diese Form von erschwerten Bedingungen zum Ende eines Urlaubs sind alles andere als witzig. Aber wer wirklich aus dem Land heraus will, hat genügend alternativen. Die Farangs, die als Melkkühe gesehen werden, kommen in der Regel ungeschoren davon.
Bislang wurde über die Krise eher oberflächlich mit plakativen Bildern berichtet. Eine – hoffentlich nur erste – Ausnahme bildet Steffen Richter mit seinem Artikel Die alte Elite gegen das Volk auf Zeit-Online. Eigentlich wird auch nur das zusammen gefasst, was man sich bislang über mehrere Medien selbst zusammen suchen musste, Immerhin ist es ein Anfang. Weitab vom Mainstream konnte man bereits vor geraumer Zeit einiges über die Motivation der derzeitig demonstrierenden erfahren. Irgendwie plausibel klingt es schon, da genügend niedere menschliche Beweggründe vorhanden sind, die diese im Hintergrund laufende Seifenoper befeuern (sollen). Denn erfahrungsgemäß sind es immer nur wenige Akteure, die das Rad im Hintergrund weiter drehen; aber das offenbart sich nur, wenn man den hinter dem Link stehenden Beitrag gelesen hat. Das ist besser als jede VT.
Besonders – nun ja, zwischen diese Gedankenstriche möge der Leser ein passendes Adjektiv einsetzen – zeigt sich die Szene der europäischen Expats, von deren Informationen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere Berichterstatter nähren. Wenn man sich mal die deutschsprachigen Expats-Foren so durchliest (absichtlich ohne Link), bleibt einem nur die Meinung übrig, dass deutsche Rentner ihren Altersruhesitz vorübergehend ins Ausland verlagert haben und sonst ihre Ruhe haben wollen. Sorry Leute, aber mehr kommt von euch nicht rüber.
Im Kern bleibt fest zu halten, dass eine demokratisch abgewählte Minderheit mit allen Mitteln an der Macht bleiben will. Darüber hinaus sollte unsere westliche Erfahrung (Indochinakrieg, Koreakrieg, Vietnamkrieg) zeigen, dass die Südostasiaten eher bis zum äußersten gehen, als klein beizugeben. In diesem Sinne kann durchaus noch viel erwartet werden – leider nichts positives.
btw: Von meinem letzten Thailandurlaub bin ich immer noch schwer beeindruckt. Eigentlich wollte ich zu dieser Zeit wieder dort sein, aber so wie es scheint, habe ich Schwein gehabt. Nichts desto trotz will ich wieder dort hin – aber nicht des billigen Fickens wegen.
Für Interessenten: Ein Link abseits des ewigen Lächelns: thailand crisis.
Freitag 28 November 2008
Killerspiele Reloaded
In der Süddeutschen wird mal wieder gegen so genannte Killerspiele gehetzt. Zwar weiß immer noch keiner, was sich genau hinter Killerspielen verbirgt, aber man kann ja mal den nächstjährigen Wahlkampf schon mal vorheizen. Der Gastbeitrag eines gewissen Christian Pfeiffer vom steuerfinanzierten Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Es ist erstaunlich, was man so alles von seinen Steuern mitfinanziert. Es ist ebenso erstaunlich, welche Plattitüden wieder aufgewärmt werden. Noch erstaunlicher aber sind die Leserzuschriften zum betreffenden Artikel, die mal wieder erheblich mehr Informationen enthalten.
Tja Süddeutsche, so wird das nichts mit Qualitätsjournalismus. Auch wenn die PR – mehr ist es nicht – unter der Rubrik Außenansicht geführt wird, wäre seitens der Redaktion ein ergänzender Hinweis wie beispielsweise bei Leserbriefen hilfreich. Vielleicht etwa so: Die Meinung der Fremdautoren muss sich nicht mit der der Redaktion decken. Aus den Leserkommentaren kann man nun genug Material entnehmen, um die ganze Angelegenheit für einen Leser ausgewogen aufzubereiten. Davon mal abgesehen ist das Thema so was von ausgelutscht, denn jeder der sich dafür interessiert, hat sich bereits eine ausgewogene Meinung gebildet – wie die Kommentare es unterstreichen. Aber mit solchen Artikeln versucht man bestenfalls, unerfahrene Leser auf seine Seite zu ziehen. Wobei ich mir nur schwerlich vorstellen kann, dass die Süddeutsche in die Nähe der „Bild“ rücken will.
Wenn ich mir dann noch die Auflagenzahlen der ivw (hier ist leider Eigeninitiative in Sachen Recherche angesagt) anschaue, wundert mich eigentlich nichts mehr.
Schandmaul in Concert
So, noch ein kleiner Afterburner zum letzten Dienstag: Schandmaul traten im Capitol auf und waren wie gewohnt sau gut. Ihre mittlerweile längere Bühnenerfahrung macht insofern positiv bemerkbar, als dass sie erheblich routinierter Spielen – was aber keinesfalls als 'runterleiern' verstanden werden sollte. Aber darüber hatte ich ja schon mal berichtet. (Das letztjährige Konzert fiel wegen Urlaub aus.)
Dass besondere in diesem Jahr war, das aus meinem Bekanntenkreis der Nachwuchs – auf eigenen Wunsch selbstverständlich, es gab da keinen Nachdruck oder so – mitkamen und natürlich schwer beeindruckt waren. Hervorhebenswert ist noch die Smokers-Lounge, die das ganze Konzert über genügend Platz, Barhocker, eine eigene Theke und einen erhobenen Platz über der Bühne bot. Das war mit Abstand der beste Platz in all den vielen Konzerten, den ich je hatte.
Demnächst gerne wieder.
Geknipst wurde während des Konzerts viel, aber auf die schnelle konnte ich nur ein paar Backstage-Fotos finden. Schandmaul auf Google-Video und Myspace.
Freitag 21 November 2008
Keith Schofield
Zu den Zensurversuchen unserer Regierung gab es in den letzten Tagen schon genug zu lesen. Hier nun eine Spielerei von Keith Schofield zu dem Thema, in dem von allen Beteiligten mehr verdeckt wird, als das sie bereit waren zu zeigen. Nach meinem dafürhalten haben alle beteiligten das Schutzalter hinter sich gelassen – auch wenn einige Möpse recht klein sind. (Hey, das lief mal vor einiger Zeit sogar mal im Fernsehen – und ich meine sogar, das David Byrne singt.) Witzig ist neben der Grundidee vor allem der Stil der 60er Jahre. Mich wundert es nur, dass es solange gebraucht hat, mit diesen Zensurbalken mal zu spielen…
(Klick auf das Bild – Film startet sofort, .mov-Format)
(Klick auf das Bild – Film startet sofort, .mov-Format)
Life Foto Archiv
Ach ja, teile des Archiv der vergangenen Zeitschrift Life finden sich nun bei Google und lohnt sich zum durchstöbern. Zum Beispiel findet man dort auch Bilder zur deutschen Geschichte:
(Klick auf das Bild)
Noch einen an die Flachzangen vom braunen Spektrum: Euch brauchen wir hier nicht. Nirgends.
Hammer-Karten
Spielkarten mit abweichenden Motiven gab es ja schon viele, aber Motive aus Hammer- Filmen sind da schon selten. Vor gut einer Dekade wurd ein Blatt veröffenlicht, welches sich teilweise aus dem Netz abrufen lässt: Hammer playing cards.
(Klick auf das Bild)
Karl Marx Hörbücher
Wer sich mit den Grundlagen über Arbeit, Kapital und Boden auseinander setzten möchte ohne schwere Schmöker zu stemmen, dem sei die Hörbuch-Version von Karl Marx' Kapital nahe gelegt.
Historische Karten
Noch einen Link für Leute, die alte Karten mögen: David
Rumseys Kartensammlung. Seine Sammlung sehr alter Karten ist nicht
nur umfangreich, sondern sie lädt förmlich zum entdecken ein. Bei dem
anstehenden Sauwetter verspricht die Site viel kurzweil.
Die dümmste Jugendkultur
Ein etwas älterer Artikel auf taz-Online beschreibt die dümmste Jugendkultur ever: Die Punks! Geht runter wie Öl.
Die Bahn twittert
Das ist das erste gezwitschere, von dem ich sagen muss, dass es einen echten Mehrwert hat: Die Bahn pfeift ihre geplanten Bauarbeiten rechtzeitig von den Dächern. Zu jedem Eintrag gibt es einen Link auf eine DB-Seite mit weiteren Infos. Darüber hinaus können auf der externen Seite die Behinderungen im Eisenbahnverkehr gezielt nach Monat und Bundesland gesucht werden.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in der Regel Behinderungen rechtzeitig im voraus bekannt gegeben werden. Und sei es nur in Form von Aushängen auf den Bahnsteigen. Aber da zeigt die Erfahrung mal wieder, das viele Leute zu blöd zum Lesen sind.
Beispielsweise hab' ich gerade erfahren, dass in Nienburg ein Güterzug entgleist ist und von heute bis Montag mit Behinderungen und Schienenersatzverkehr zu rechnen ist. Vollen Respekt für die Infos – jetzt muss ich nur noch den Link auf die Seite wieder finden, wo Verspätungen für Bahnhöfe angezeigt werden. Mann kann ja über die Bahn sagen was man will, aber das nenne ich mal Service.
Dienstag 18 November 2008
Oops
Da sind mir bei meinem Rechnerwechsel zwei Beiträge in der Datenbank verloren gegangen. Musste sie mühselig von Hand wieder einfügen.
Coppelius im Musikzentrum - Da Capo
(Ok, der der Auftritt war zwar schon letzten Freitag, aber die letzten Tage hatte ich einfach keinen Bock, mich zu produzieren. Deswegen kommt die kurze Beschreibung des Konzerts im Musikzentrum mit einiger Verspätung. Denn die besten Sachen gibt es wie immer außerhalb des Mainstreams.)
Trotz der fiesen Anfahrt mit der Strapazenbahn und dem angeschlossenem aufwändigen Fußweg – gewissermaßen im Preis inbegriffen – entwickelte sich das Konzert derer von Coppelius zu einem angenehmen Erlebnis. Zum musischem lässt sich insofern nur so viel erzählen, als das das bewährte Line-Up von Perkussionisten, Cellisten, Bassisten, Flötisten und dem Diener langsam anfängt zu reifen. Es fehlten alle Schwächen, mit denen sich eine Anfängerband sonst so auf sich aufmerksam macht. Keine versauten Einsätze, keine unbeholfenen Sprüche als Zwischenmoderation, nichts dergleichen. Der Auftritt dieser Formation brachte sehr viel Laune, was sich vor allem in einem mitwogenden Publikum bemerkbar machten. Die im durchaus gemischten Publikum entzündeten Wunderkerzen seien nur am Rande erwähnt.
Ebenso am Rande erwähnt seinen einige der alten Iron-Maiden-Hits, die im Laufe des Konzerts dargeboten wurden. Ich selbst hätte sie als solches nicht erkannt, hätte nicht einer meiner anwesenden Bekannten diese Songs als solche einwandfrei identifiziert. Das muss man sich mal rein ziehen: Alte Metall-Songs werden mit einem akustischem Line-Up dargeboten, das einem echt mitreißt. Darüber hinaus boten die Jungs selbstverständlich auch eigene Sachen dar, die das Publikum zu mehr als nur zum mitwogen veranlassten. Der Mitschwoofer Time-Zeit sei hier nur mal am Rande erwähnt (Zeit verrinnt… …Du wirst Alt mein Kind). Die aktuelle CD Time/Zeit kann ich nur weiter empfehlen. Coppelius auf Myspace, Google-Video und selbstverständlich auf ihrer Homepage – die im übrigen kürzlich überarbeitet wurde und recht ansehnlich ist.
Da Capo!