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Dienstag 21 Februar 2006

Oolite - Neuauflage eines Klassikers

Oolite Icon Bei Oolite handelt es sich um eine Umsetzung des alten Spiels Elite, das bereits seit dem C 64 computerbegeisterte Jünglinge an den Monitor fesselte. In der Folgezeit wurde David Brabens – der Autor des Spiels – Erfolgstitel an andere Acht-Bit-Rechner und die aufkeimende Sechzehn-Bit-Ära portiert und im Laufe der Jahre mehrfach renoviert. Vor geraumer Zeit drehte eine Elite-TNK-Version durch das WWW seine Runde. TNK steht für The New Kind und sollte eine möglichst getreue Umsetzung auf diverse aktuelle Betriebssysteme sein. Einzig die Mac-OS-X-Version fiel den Urheberrechten des Autors zum Opfer. Soweit ich mich erinnere, soll es die Versionen für die anderen gängigen Betriebssysteme noch irgendwo geben.

Aber da einmal die Quelltexte verfügbar waren, schickten sich einige Programmierer daran, eine unter OS X nativ lauffähige Version zu erstellen. Das ist den Jungs gelungen – saubere Arbeit. Oolite ist mittlerweile auch für Windows und Linux erhältlich. Das Spiel bringt das Feeling des alten Games sauber rüber, nur die Optik wurde aufgemotzt. Zwar keine High End Grafik, aber was soll 's. Der Spielspaß zählt. Für die ungeduldigen: Der etwa 23 Megabyte große Download (gezipptes Diskimage) kostet – wie immer – nix. Das Original wurde für meinen Atari auf einer 720 kB Diskette verkauft. Auf der Downloadseite gibt es unter anderem noch ein Reference Sheet, das man gleich mit saugen sollte.

Gleich nach dem Starten fühlte sich mein Alter Ego Commander Jameson in alte Zeiten zurück versetzt. Zunächst mussten elementare Flugfunktionen erlernt werden, in dem man in eine briefkastenschlitzartige Öffnung einer sich drehenden Raumstation einflog. In den Stationen – alle sind gleich aufgebaut – gibt es einen Warenhändler, eine Werkstatt und eine Kneipe. In letzterer gibt es zuweilen Transportaufträge zu ergattern, die Werkstatt dient zur Reparatur und Aufrüstung des Schiffes während in den Läden reger Handel betrieben wird. Außerhalb der Raumstationen geht es auf Piratenjagd, von denen es reichlich gibt. Aber Vorsicht, nehmt euch als Anfänger in acht vor den Bullen. Die wird man selbst mit besser ausgerüsteten Schiffen und einiges an Flugerfahrung nur schwer wieder los. In der Anfangszeit sollte man die Strafzettel ruhig bezahlen. Gegen die Raumpolizei sind selbst die Thargoiden – die Oberbösewichte – noch erträglich.

Beim Handel gilt besonders für Anfänger noch der Tipp, nicht alles zu kaufen. Beispielsweise mögen Planeten mit einer intelligenten Pelztierrasse keine Pelze als Handelsware; Waffen oder Drogen sind auch nicht überall willkommen. Aber wenn doch, knallt es richtig in der Kasse. An Waren kommt man auch, wenn von abgeschossenen Schiffen die Ladecontainer eingesammelt werden. Aber das hat etwas mit Glücksspiel zu tun: Es könnten durchaus illegale Waren enthalten sein. Außer dem Handel kommt als Einnahmequelle noch die Piraterie in Frage. Jedes abgeschossene Schiff lässt die Kasse – mehr oder weniger – klingeln, die eingesammelten Waren bringen in der nächsten Raumstation zusätzliche Einnahmen. Der Haken an der Sache ist, eurer Ruf verschlechtert sich drastisch. Zwischen den Planeten – und Galaxien – wird per Hypersprung gewechselt. Während eines Hypersprungs warten die Thargoiden...

Wenn euer Ruf schlecht genug ist, kommt nicht mehr jede Raumstation als Landeplatz in Frage – die Bullen warten schon auf euch. Dazu zählen besonders Planeten – die sich auf acht Galaxien verteilen – mit Demokratischer Regierung. Zusätzlich zu den politischen Prägungen (Anarchisten gibt es auch – und nur die mögen Waffen und Drogen) kommen noch verschiedene technologische Entwicklungsstufen, was den Handel an sich als primäre Einnahmequelle grundsätzlich am lukrativsten macht. Daher zu einem Planeten mit niedriger Technologie besser irgendwas technisches Mitnehmen, während man auf dem Rückflug die Laderäume mit Nahrung vollstopft. Das bringt zwar nicht viel, aber besser als ein Leerflug allemal und die Spritkosten hat man allemal wieder raus. Das sich An- und Verkaufspreise ändern, sollte vielleicht noch erwähnt werden.

Um als Anfänger schneller zu Geld zu kommen, ist die erste Erweiterung zusätzlicher Laderaum. Als nächstes wäre ein Landemodul erstrebenswert, dass den Landeanflug automatisiert. Das Schiff grob in Position bringen, eine Taste drücken, entspannt zurück lehnen, einen Schluck Bier nehmen... Als Waffensysteme sind die Militärlaser empfehlenswert. Der erste, für den man das Geld zusammen hat, wird hinten eingebaut! Während eines Kampfes vollen Schub nach vorne, dann auf die hintere Kamera umschalten und in Ruhe Maß nehmen. Der Vorteil daran ist, die feindlich gesinnten Schiffe brauchen wesentlich länger um eine Schussposition zu erreichen.

Besonders witzig kommen die Retrorockets. Nein, nichts veraltetes was nur aufgewärmt wird. Euer Raumschiff wird mittels dieses recht teuren Zubehörs ziemlich kräftig nach hinten katapultiert, was sich auf zweierlei Weise nutzen lässt: Wenn das euch angreifende Schiff klein und Schwach ist, fliegt einfach hindurch. Sofern eure Schilde das aushalten. Ansonsten setzt euch hinter den Angreifer und macht aus dem Verfolger einen Verfolgten (he he). Ach ja, alle Laser neigen zum Überhitzen und verweigern ihren Dienst. Ebenso regenerieren sich zerschossene Schutzschilde childe nur recht langsam. Auf jeden Fall sollte man mit der Navigation umgehen können, denn gerade als Anfänger ist Dogfight angesagt. Nebenbei bemerkt, so eine simpel überschaubare 3D-Navigation ist mir seit Elite nicht mehr untergekommen.

Auf der Website gibt es außer Ergänzenden Links, Foren sowie Anleitungen noch Tipps darüber, wie eigene Schiffe entworfen und in das Spiel eingebunden werden. Ansonsten bleibt mir noch die Warnung: Das spielt killt den Schlaf ("Nur noch diese eine Ladung... ...scheiße, schon wieder Thargoiden!")

Eingestellt von Heiko um 13:26 |

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