« Zigarettenpause | Startseite | Cover Flow - heiße iTunes-Auswahl »
Samstag 22 Juli 2006
Scheiße, ist das heiß
Heute erst wieder gelang es mir seit gestern mit einem hohen Maße an Energie, die Differenztemperatur meiner Wohnung zur Außenwelt um 5° C geringer zu halten. Die Tage davor gelang es mir eigentlich auch, aber gestern war in diesen fürchterlich heißen Tagen der Ausnahmezustand angesagt. Um halb elf – 30 Minuten vor dem eigentlichen Termin – klingelte mich der Heizthermenwartungsmensch unter der kühlenden Dusche an die Wohnungstür. Im Bademantel gewandt gewahrte ich ihm Eintritt ließ ich ihn die Küche zur Therme.
Handycams sind Mist, weiß ich. Aber das Foto soll meine Bemühungen um eine halbwegs kühle Wohnung illustrieren. (Der Ventilator ist nur halb so geil wie der Speaker – nach halb neun Uhr abends nur ein Viertel aufgedreht lockt er jeden Bullen ;-)
Eine Thermenwartung schließt einen Probelauf zwecks Abgasmessung ein. Das heißt, die Heizung musste eingeschaltet werden und eine Zeitlang laufen... Immer noch nicht ganz trocken von der morgendlichen Dusche feuerten die Heizkörper Wärme wahllos von sich. Frisch abgetrocknet lief mir bereits wieder der Schweiß. Um den ganzen noch einen aufzusetzen, öffnete der wirklich sehr freundliche Handwerker sämtliche Fenster. Damit war der Tag gelaufen. Die bereits von der glühenden Sommersonne aufgeheizte Luft durchstrich mein Schlafgemach und wärmte zusätzlich.
Ungefähr umgekehrt Proportional zur steigenden Temperatur nahm meine gute Laune ab. Denn in den letzten Tagen betrug die Temperaturdifferenz meiner Wohnung zur Außenwelt ungefähr fünf Grad (°C) – zu meinen Gunsten! Aber noch vor dem Mittag des wirklich heißen Sommertages pendelte sich die Temperaturanzeige meines Raumthermometers knapp an der 30° C Marke ein. Draußen war es kühler! Der Tag war in jedem Fall verloren; zum Glück musste ich nicht zur Arbeit. Ich trocknete mich zum vierten mal ab.
Der freundliche Handwerker verabschiedete sich, nicht ohne mir vorher zu versichern, das 'meine' Abgaswerte in Ordnung seien und ich dafür dreimal Unterschreiben müsse. Ob sich die seinerseits selbstständig ausgeführte Herabsetztung des Heizwertes meiner Therme sich von Vorteil erweist, wird erst der nächste Winter zeigen – in Moment ist es mir recht. Immer noch schwitzend gierte es mir nach Abhilfe. Dazu waren sehr viele Treppenstufen in den Keller notwendig. Der war feucht, kühl, angenehm temperiert und bietet leider keinen Schlafplatz.
Der fünf Stockwerke hoch geschleppte Fan ist groß, laut, schwer, geklaut, alt und irgendwie Geil. Kurz nachdem ich meine Wohnungstür hinter mir schloss, fuhr ich den Rechner runter, von denen ich diese Zeilen schreibe – Sicher ist sicher. Als nächstes musste ein Platz für den Ventilator gefunden werden. Vor der geschlossenen Balkontür wäre es nicht schlecht gewesen, würde das Kühlgerät nicht auf dem Fußboden stehen. Aber genau das tat es. Ich brauchte eine zündende Idee, um die Wirkung des Ventilators zu erhöhen.
Möbel verrücken war leider die beste Idee – selbst nach einer langen Abwägung sämtlicher Alternativen. Um in den Genuss bewegter Luft zu kommen, die all gemeinhin als kühlend empfunden wird, musste eine der etwa dreiunddreißig Kilo schweren Lautsprecher um einen Meter und einen halben versetzt werden. Ich musste mich anschließend erneut abtrocknen. Der Stecker des Ventilators passte in die Steckdose! Der Drehschalter, der die wesentlichen Funktionen verfügbar machte, war schnell gefunden. Mit "0,1,2,3" war er beschriftet.
"0" war klar – das bedeutet 'aus', "2" war die Mitte von "1" und "3". War nun die "1" oder die "3" die schwächste Stufe? Da die Sicherungen hielten, erscheint mir im Nachhinein meine Entscheidung für die "3" als Richtig. Is' halt 'nen Ami-Gerät... nach dem der Propeller anlief, verdunkelte sich der Himmel. Aber nicht, weil der Ventilator nach Jahrzehnten der Kellerlagerung besser geworden ist, nein, ich wurde nur daran erinnert, mal wieder Staub zu wischen. Der Propeller drückt Luft in meine Richtung, ich fühle mich gekühlt. Damit ist der heutige Tag gerettet.
P.S.
Laut meinen Erinnungen fettete ich einst das Getriebe des Lüfters mit Bosch-Fett nach. Sollte noch jemand etwas in einer Tube haben, kann er sich ja mal bei mir melden. (Der Lüfter hatte seit Jahrzehnten keine Wartung mehr, eine schlitzschraubenziehervolle Fettspende wär' nicht schlecht – der nächste Sommer wird bestimmt wieder heiß ;-)
P.P.S.
Erst wollte ich das Foto löschen, aber die erkennbare Hand im Zentrum
des Propellers bewog mich zu einer besseren Entscheidung. Viel Spaß beim
rumdeuteln.