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Dienstag 30 Januar 2007
Fenster mit Aussicht
Mittlerweile trullern die ersten Erfahrungsberichte mit der frei verkäuflichen Version des neuen Windows ein. Als Beispiel ziehe ich mal den Bericht von Torsten Kleinz in der Welt heran. Nach einem ersten Eindruck soll es ja ganz nett aussehen, aber auf dem zweiten Blick tauchen altbekannte Probleme auf: Fehlende Treiber, fehlende Treiber, inkonsistente Benutzerführung und, äh, fehlende Treiber– und etliche Kleinigkeiten mehr. Immerhin soll bei fehlenden Treibern der von Microsoft betriebene Onlineshop aufgerufen werden, der zum Neukauf animieren soll.
Natürlich fehlen Hinweise auf das OS X nicht, von dem reichlich abgekupfert sein soll. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei weniger auf dem Eyecandy, als vielmehr auf dem Sicherheitskonzept, das auch von Apple übernommen sein soll. Zumindest in der Art, wie es sich dem Anwender präsentiert: Aufpoppende Dialoge, die zum Eingeben des Administratorpasswortes auffordern. Die Gefahr besteht darin, dass die Dialoge der Bequemlichkeit halber entweder ungelesen weg geklickt oder Passwörter bedenkenlos eingegeben werden. Nur um Ruhe zu haben und ungestört weiter machen zu können.
Genau dieses ist auch ein Kritikpunkt am Sicherheitssystem des OS X. Die geringe Verbreitung sowie eine praktisch nicht nennenswerte Existenz von Schädlingen suggeriert eine falsche Sicherheit. Auf dem Mac die Anwender mittlerweile so weit, dass Passwörter in entsprechende Dialoge eingegeben werden, ohne deren Notwendigkeit zu hinterfragen. Eine sehr streitbare Diskussion wurde jüngst im OS-X-Forum auf Heise-Online geführt, in dem zur Unterschrift einer Online-Petition zur Abschaffung genau dieses Konzepts aufgefordert wird.
Für meinen Teil unterstütze ich die Petition nicht. Selbst wenn nicht alles so goldig erscheint, wie Aqua glitzert, stellt das derzeitige Konzept einen brauchbaren Kompromiss aus Sicherheit und Bedienbarkeit dar. Verfeinern lässt sich dieses Konzept noch wenn der User aktiv mitarbeitet: Zweiten Account zum Arbeiten, Spielen und Surfen anlegen, nicht auf jeden Scheiß klicken, der im Netz so rumschwirrt und natürlich hinterfragen, ob man sein Passwort wirklich in jeden Dialog eingeben muss. Ferner gibt es in den Sicherheitseinstellungen reichlich 'Sicherheitsschlösser', die man auch wirklich 'schließen' sollte.
Zurück zum ersten Absatz: Die neue Windows-Version giert wie zu erwarten nach neuer Hardware. Blöd ist wer etwas anderes erwartet. Oder? Mein alter eMac hat nun von 10.1-10.4 alles 'drauf' gehabt. Aber wer sich zwingend die neueste Version zulegen muss, muss auch mit solchen Einschränkungen rechnen. Der Tiger kam bei auch erst mit dem dritten Update auf die Platte. Da waren wenigstens die gröbsten Fehler raus.
Besonders bemerkenswert war der Performancesprung vom Jaguar zum Panther. Bei gleich gebliebener Hardware arbeitete der Rechner – Kombination aus Hard- und Software – spürbar schneller. Vom Panther zum Tiger war es zwar nicht mehr so extrem, aber ich musste mir immer noch keine neue Hardware kaufen. Ähnliches erwarte ich vom Leoparden. Könnt ihr sowas auch von Windows erwarten? (Wieso erinnert mich die Namensgebung von Apple an deutsche Panzer? – Ist jetzt aber auch nicht so wichtig.)