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Dienstag 30 Januar 2007
Retromedia - weniger ist mehr
Endlich hat retromedia.de mal wieder was veröffentlicht. Retromedia bezeichnet sich selbst als Friedhof der Medienbranche und berichtet bislang über eingestellte Printmedien. Mit der bislang recht geringen Veröffentlichungskadenz gehört das Watch-Blog leider nicht zu den 'jeden-Tag'-Medien, aber dafür sind die Beiträge umso gehaltvoller. Die geringe Veröffentlichungsrate kann man damit entschuldigen, das die Medien zwar unablässig ihren eigenen Untergang prophezeien (die Verkäufe sind nun einmal Rückläufig), aber es stirbt halt nicht jeden Tag eine Zeitung. Und die eingestampften lokalen Käseblätter interessieren eh' niemanden [1].
Lernen kann man aus den wenigen Artikeln auch ein wenig. Beispielsweise das Look prinzipiell nichts anderes war als Frau im Spiegel, nur mit anderem Cover – und geringen inhaltliche Anpassungen. Die Kundenverarsche wurde vom Markt mit unwilligem Kaufverhalten quittiert. Oder das vielbesungene Zeitgeist-Tempo, die zu ihrer Jubiläumsausgabe entsprechend gewürdigt worden sind. Beispielsweise war mir neu, das aus Tempo dieses Ballungsraum-Partyveranstaltungs-Magazin namens Prinz wurde. Jenes hat uns hier in Hannover den Schädelspalter kaputt gemacht, das vor Jahren eine Ergänzung zu Madsack war. Vielleicht wird aus dem Stadtkind mal was, aber das ist eine andere Baustelle und hat mit Retromedia nichts zu tun.
P.S.
Wenn ich schon auf hannoversche Stadtmagazine verlinke, dann darf das in Kneipen ausgelegte Urgestein namens MagaScene natürlich nicht außen vor bleiben.
[1] Wobei ich die Aussage, "das 'Käseblättter' niemanden interessieren" mittlerweile stark relativieren muss. Das wöchentlich hier in Hannover im Briefkasten liegende kostenlose Hallo Sonntag erfüllt sehr wohl einen Zweck. Da mittlerweile immer mehr Haushalte (Rentner, Lehrlinge, Studierende, Geringverdiener, Hartz IVler, …) auf Zeitungen verzichten müssen, erfüllen die Blätter eher allgemeine wochenaktuelle Informationsaufgaben. Dennoch bleiben an diesem Blatt einige Kritikpunkte haften: Zu wenig Lokalpolitisches (das konnten die Vorgänger besser) und zuviel Mainstream – ein Augenmerk auf die Region Hannover könnte ein echter Vorteil sein.