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Mittwoch 19 September 2007

Inconsolata - proportionaler Font

Lang ist her da sprach mich jemand auf eine alte Angewohnheit bezüglich meiner Handschrift an: „Warum streichts'n deine Nullen immer durch?“ „Nun,“ antworte ich, „damit ich sie vom Buchstaben O unterscheiden kann.“ Ja früher, da hab ich viel mit der Hand geschrieben. Auch waren da viele Formeln dabei, die Aufgrund meines Versuchs zur Erlangung des Ingeniuersgrades notwendig waren. Beispielsweise kamen bei einer Formelumstellung auch mal Teilterme wie 9q vor. Nach diversen Rechenfehlern gewöhnte ich mir an, die Unterlänge des kleinen q mit einem Querstrich zu versehen. Meine Rechenfehler gingen drastisch zurück.

Inconsolata

Nicht nur ich habe die Notwendigkeit einer klar erkennbaren Schrift erkannt. Aber Ralph Levien hingegen handelte. Mit seiner Inconsolata entwarf er eine Schrift speziell für Programmierer, welche nicht einfach nur irgendwie lesbar ist, sondern auch eindeutig erkennbar. Bei der Inconsolata handelt es sich um einen so genannten proportionalen Font mit festen Buchstabenbreiten und deren Abständen dazwischen.

Die Inconsalta wurde speziell für eine Monitor-Darstellung innerhalb von Texteditoren entworfen. Aber auch für einen Einsatz im Print-Bereich scheint die Inconsalta geeignet, genau getestet hab' ich 's bislang nicht. (Tipps sind willkommen.)

Ein Einsatz im Printbereich könnte durchaus darauf abzielen, endlich mal Tabellen anzufertigen, in denen nicht nur die Zeilen cool aussehen, sondern darüber hinaus auch die Spalten. In diesem Zusammenhang wäre ja mal echt nicht schlecht, wenn sich mal alle Dezimalstellen und die dafür notwendigen Punktuationen sauber untereinander befinden. Proportonale Schriften schaffen echt eine Arbeitserleichterung. Denn der geneigte Schildermaler sollte sich stets Vergegenwärtigen, dass seine Arbeiten für andere sind, niemals für ihn selbst.

Grundsätzliche Überlegungen zu proportionalen Fonts nebst brauchbaren Beispielen speziell für Texteditoren stellt ein Typ namens Lowing ins Netz. Seiner Meinung nach stellt ein Schaffungschwerpunkt für ihn die Lesbarkeit von am Monitor dargestellten Quelltexten dar. Mit 'Monitor' sind grundsätzlich erstmal alle pixelorientierten Ausgabegeräte gemeint, welche aktiv Leuchten. Eine tiefer greifende Diskussion bezüglich am Monitor dargestellter Schriften wäre angebracht. Lowings Schwerpunkte lauten unter anderem:

  • Grundsätzlich klar erkennbare Zeichen
  • Unterscheidbarkeit zwischen i,j,1,J,l
  • Unterscheidbarkeit zwischen o,0,O (handschriftlich streiche ich meine 'Nullen' durch ;-)
  • Unterscheidbarkeit der Klammern ({[
  • Unterscheidbarkeit der 'Tütelken': '`´< > >>
  • Unterscheidbarkeit von q und 9 (*indieLuftschauendundausdemMundflötend*)

Ach Mann, eigentlich wollte ich nur ein paar brauchbare Schriften vorstellen, aber nun komme ich vom hundertens ins tausendenste. Egal. Ach ja, die Klammern bereiten wohl geringere Schwierigkeiten, spannenender hingegen dürften die mit 'Tütelken' bezeichneten Anführungszeichen sein. Weitere brauchbare Beispiele gibt es unter Proggyfonts.com.

Die Umstände bei der rein technischen Darstellung dürften mit Sicherheit eine weitere Rolle spielen. Als weitere Stichworte seien nur Antialiasing, Auflösung und Divergenz zwischen Print- und Onlinedarstellung in den Raum geworfen. Eine Berücksichtigung bezüglich verschiedener länderspezifischer Kodierungen könnte ein i-Tüpelchelchen sein.

Mal so am Rande bemerkt: Hinter dem Link zu Lowing verbergen sich weitere proportionale Fonts, die zum experiementieren schreiben einladen. Irgendwie hab' ich da gerade einen Vorschlag für eine Diplomarbeit entworfen; hoffentlich betreut es nicht dieser arrogante Gerrit – ihr wisst schon wer. (Nicht mein alter Gestaltungsprof... er meinte es gut mit mir!)

P.S. Die Inconsolata liegt in mehreren Formaten vor. Betrachtungsbespiele in Form von PDFs und so gibt es auch. Jeglicher Download aber fügt der Datei eine .txt-Extension hinzu, welche entfernt werden muss. Dann klappt es mit dem Einfügen ins (Mac)-System.

P.P.S. Hinter den obigen Links gibt es genügend zu entdecken, ohne sich einen Kopf um irgendwelche Zusammenhänge zu machen. 'Just do it'.

Eingestellt von Heiko um 23:25 |

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