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Sonntag 27 Januar 2008
Über den Haufen schießen
Dann war da noch der erste von drei Artikeln in der Jungen Welt, der sich mit der Geschichte des innerpolitisch eingesetzten Millitärs gegen aufmüpfige Deutsche einsetzte. SSchäuble ist zwar der Aufmacher, aber die deutsche Geschichte der Unterdrückung der Unterthanen fängt in dieser Story ca. 1819 an, als der Deutsche Bund im §26 der Wiener Schlußake verfügte, daß »in einem Bundesstaate durch Widersetzlichkeit der Unterthanen gegen die Obrigkeit die innere Ruhe unmittelbar gefährdet« sein sollte oder eine »Verbreitung aufrührerischer Bewegungen zu fürchten« sei. In der Regel lagen hierzu Ersuche der betroffenen Fürsten vor.
So marschierte der preußische »Kartätschenprinz« Wilhelm im Juni 1849 in Baden ein, um den von Republikanern verjagten Großherzog Leopold wieder ins Amt zu setzen. 1851 forderte die kurhessische Regierung Bundesbeistand an, weil das eigene Offizierskorps die Ausführung verfassungswidriger Befehle verweigert hatte. Frank Brendles Artikel erster Teil seiner Trilogie führt über den sturmfluterprobten Helmut Schmidt und seine Aufweichungen des Dammes gegen Willkür – unser Grundgesetz – bis hin zu Zitaten unserer Verfassung.
Bis hierhin ist der Artikel durchaus noch erquicklich, aber zweimal dieselbe Textlänge von Schilly bis SSchäuble könnte ermüdend sein. Vielleicht kommt ja eine leicht verständliche Chronologie neumodischer Überwachungstechnologien nebst deren Verwicklungen höchstrangiger Beamter hinzu. Dann wäre es insgesamt lesbar. Aber um eine sich eine abschließende Meinung über die Serie zu bilden, ist es noch ein wenig zu früh.