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Dienstag 05 Februar 2008

Sozen gegen Kinder

Jüttners jüngster Vorschlag geht mal wieder voll in die Hose: Kürzung der Steuerfreibeträge für Kinder zugunsten von Sachleistungen wie Bücher und Essen. Die Besserverdienenden nehmen dies bestenfalls schulterzuckend zur Kenntnis. Bücher können die sich sowieso leisten und ihre Plagen gehen von ihrem Taschengeld eh' bei Mikky D. gegenüber essen.

Das mit den Büchern wäre ja schon eine gute Sache, würden die lieben kleinen eh' nicht schon die Schulliteratur der Vorgängerklassen aufbrauchen. Aber eine kostenmäßig umgelegte Schulspeisung dürfte pro Bälger wohl weniger ausmachen, als der Kinderfreibetrag von 5.808,– ¢. Auf wessen Kosten will Jüttner wohl sparen?

Ich sehe es schon kommen: Eine steuerfinanziertes Handgeld für die Großküchen und anschließend erinnert sich Jüttner daran, dass die Schulbücher schon seit geraumer Zeit aus der Gemeinschaftskasse finanziert werden. Eine Steuerersparnis zu Lasten jener, die schon kaum was haben.

Jüttner ist der SPD-Loser der letzten niedersächsischen Landtagswahl. Bislang ist er eigentlich durch nichts aufgefallen. Nun aber meint er, mit der neoliberalen Scheiße eines Gas-Gerds in der Öffentlichkeit punkten zu müssen. Das Dumme daran nur ist: die öffentliche Meinung schwenkt gerade um. Wie wäre es denn, jetzt mal ein Vorschlag von mir, mal wieder was in die Bildung 'unseres' Nachwuchses zu investieren? Die uns alle am Herzen liegende Zukunft Deutschlands könnte davon abhängen.

Wie wäre es denn, wenn die Regierung Steuergeschenke abschafft? Wie wäre es denn, wenn unsere Regierung indirekte Subventionen (Stichwort PIN AG) abschafft? Mal im ernst, es werden Industrien gepudert, damit sich gewählte Volksvertreter einen geruhsamen, arbeitslebenabschließenden Frühstücksdirektorposten abgreifen. Die Mehrheit der Arbeitsplätze stellen die kleinen bis mittleren Unternehmen, nicht die Industrie. Warum fördert man nicht die Arbeitsplatzbeschaffer?

Noch ein Nachtrag in eigener Sache: Auf einen völlig hirnlosen Kommentar beim Andreas drüben antwortete ich: „Ich für meinen Teil bemühe in letzter Zeit ja nun auch vermehrt die eher rhetorische Frage-Antwort-Kombination: „Wer hat euch verraten? Die Sozialdemokraten!“. Aber ich bin immer bemüht, das in einen Kontext zu setzen.“ Nun, hier und heute habe ich einen Kontext zwischen Verrat und Sozialdemokratie hergestellt.

Noch was zum Schluss: Jüttner, rasier dir endlich deine Schnottbremse ab!

Eingestellt von Heiko um 22:11 |

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