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Montag 11 Februar 2008

Krieg im allgemeinen

Irgendwelche Drecksäcke fordern deutsche Soldaten für einen Krieg an, den wir weder gewünscht noch gewollt haben. Die eigentlich nicht gewählte Regierung unter der Feder von der eigentlich nicht gewählten Bundeskanzlerin Merkel lässt sich gerade breit klopfen. Zur Erinnerung: Die Mehrheit der Deutschen will nicht in den Krieg. Wir haben den letzten noch in Erinnerung. Und er wird uns noch in der nächsten Zeit in Erinnerung bleiben. Denn erst gestern Nachmittag durften nach einer Bombenräumung ca. 12.000 Bürger nach einer Evakuierung ihrer Heimstätten im Norden von Hannover wieder betreten.

Die britischen Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg sind ja aufgrund ihrer Größe relativ leicht auffindbar. Unterstützend kommen die Luftbilder hinzu, die die Alliierten während der Abwürfe knippsten. Doch mit der Zeit schritt die Waffentechnik voran und aus den Fliegerbomben wurden Streubomben. Letztens sah auf 3sat eine Doku aus dem heutigen Vietnam. In dem Film wurde unter anderem gezeigt, wie ein Munitionsräumkommando abgelegene Dörfer untersuchte und von Altlasten befreite. Das muss man sich mal vorstellen: In einem seit Jahrzehnten bebauten Reisfeld wurden erstmal ein paar Altlasten gesprengt.

Das die Dorfbewohner dies bislang überlebten, grenzt an ein Wunder. Das die Fliegerbomben in Hannover-Bothfeld bislang Ruhe gaben, grenzt an das selbe Wunder. Anbei bemerkt wäre ich letzten Herbst selbst in Hannover-Südstadt von einer Evakuierung betroffen gewesen. Glücklicherweise lag die Räumungsgrenze knapp neben meiner Wohnung. Ich konnte also Zuhause bleiben. Glücklich schätzen konnte ich mich aber auch, weil ich meinen Wagen in der Vergangenheit öfter mal auf dem Berta-von-Suttner-Platz parkte.

Gut, da werden jetzt zwei Kriege miteinander gemischt, die ursächlich nichts miteinander zu tun haben. Der zweite Weltkrieg befreite Europa von der braunen Pest, der Vietnamkrieg in Südostasien befreite niemanden von nichts. In beiden Ländern blieben Altlasten zurück. Entweder in Form von Blindgängern oder einer Lehre, die aus alle dem gezogen werden kann. Die Lehre ist kurz und Eindeutig: Nie wieder Krieg.

In beiden Kriegen ging es kurz gesagt darum, die Welt von befremdlichen Ideologien zu befreien. Das Nazigesockse sind wir in Europa los; aber der Kommunismus lebt in Ostasien weiter. Irgendwas ging am Konzept der westlichen Kriegsführung daneben. Aber wir hoffen darauf, das die Verbreitung der Demokratie der Welt förderlich ist. Unabhängig davon, was andere Nationen wirklich wollen. Mittlerweile geht es, das dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben, einzig und allein ums Öl – genau genommen um Resourcen im weiteren Sinne.

Wir vertreten unsere Interessen im Ausland. Darum geht es. Unsere Interessen drehen sich darum, unsere resourcenintensive Lebensweise bei zu behalten. Unser täglich Big Mäc gib uns heute, so lautet die Verheißung, die uns eigentlich nicht gewählte Regierungen beiderseits des Atlantiks versprechen. Bei uns ist es so, dass aufgrund unserer Vergangenheit noch eine Sperre gegen Expansions- und sonstige Kriegsgelüste greift. Wenn andere Nordeuröpäische Nationen meinen, sie sollten am Hindukusch was verteidigen, dan sollen sie das tun.

Sie sollten uns (mir) dann aber auch erklären, was konkret sie da (in Afgahnistan) wollen und was sie für die Zukunft erwarten. Ein europäischer Vorteil ist nicht zu erkennen. Lediglich der Wunsch, sich irgendwie durch zu setzen. Immerhin geht es um irgendwas; im Zweifelsfall um Resourcen. Also muss man sich fragen, welche Fragen man unserer eigentlich nicht gewählten Regierung stellt. Eine Frage könnte lauten: Habt ihr einen Schwanz in der Hose und sagt Nein zum Krieg, oder verkauft ihr unseren Arsch auf irgendwelchen internationalen Sitzungen – natürlich entgegen der mehrheitlichen Meinung der Wähler.

Soviel zur gelebten Demokratie. Merkel, dich hat niemand gewählt. Beck, wer bist Du?

Am Hindukusch haben wir nichts zu Verteidigen. Wir, die in Deutschland alltäglich an den Krieg erinnert werden, gönnen niemanden die Erfahrung, die ein Krieg sowie dessen Folgen nach sich zieht. Ich für meinen Teil bin nicht damit Einverstanden, dass deutsche Soldaten im Ausland für nichtdeutsche Interessen ihren Arsch hinhalten. Das Votum der Deutschen ist eindeutig gegen einen Krieg. Nicht hier und nicht anderswo. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus gönne ich niemanden einen Krieg oder die folgen davon.

Eingestellt von Heiko um 1:08 |

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