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Dienstag 18 März 2008

Verluste sozialisieren

Einer der bekanntesten deutschen Lobbyisten erhält mal wieder ein Forum in gebührenfinanzierten Medie: Hans.Werner Sinn referiert auf tagesschau.de über die Bankenkrise. Ein heilsamer Schock täte den Banken ganz gut, meint er. Der Meinung bin ich auch. Den Spielkälbern in Führungsetagen gehört in der Form endlich mal eins übergezogen, als das sie für die Scheiße die sie bauen, zur Haftung heran gezogen werden. Was im übrigen für alle Manager gelten sollte.

Nun labert Hans-Werner Sinn in den von mir mitfanzierten Staatsfernsehen folgendes:

Deutschlands Privatbanken sehe ich nicht als gefährdet an. Wir haben allerdings ein ähnliches Problem bei den staatlichen Landesbanken, die wegen des staatlichen Schutzes riskantere Geschäfte angehen als die privaten Banken und in letzter Zeit riesige Verluste gemacht haben. In Sachsen musste der Landeshaushalt dafür aufkommen, als die Landesbank sich auf dem US-Kreditmarkt verspekuliert hatte.

Der Hornorarprofessor nutzt die Gelegenheit, um mal wieder gegen die öffentliche Hand zu polemisieren. Allein schon wegen der Aussage des riskanteren Geschäftsgebarens der Landesbanken sollte einer der Herren aus eben jenen Institutionen mal rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. Zusammen mit Ackermanns begehren, dass der Staat einspringen solle, wird klar, wohin die Reise gehen soll: Der Staat soll sich aus den Entscheidungen der Wirtschaft heraus halten, aber wenn es dann doch schief gehen sollen, sollen wir alle zahlen. Das wir schließt selbstverständlich die Verantwortlichen aus. Geht es noch?

Das die Landesbanken risigere Verluste machen als die öffentlichen Banken sei noch mal dahin gestellt. In Amerika springt schon seit ein paar tagen das Plunge Protection Team in die Bresche. In Amiland ist die Währungsbank bereits privatisiert; das ist der Witz an der Sache, nur dass uns das Lachen dabei im Halse stecken bleibt. Ackermann, Sinn und Konsorten fordern ein Einspringen des Staates Dummerweise müssen wir das tun, um schlimmeres zu verhindern. Aber ich befürchte mal, dass daraus keine Konsequenzen gezogen werden.

Christian Radler, der von mir mitbezahlte Fragensteller, blieb schön an der Oberfläche. In dem Interview kommt eigentlich nichts neues heraus. Jeder, der unsere Presse zu diesem Thema verfolgte, kann schon ahnen was kommt. Nirgends wurde nachgehakt; Diesen unsäglichen Sinn wurde mal wieder ein Forum geschaffen um seine praktisch nicht tragfähigen Ideologien zu unser aller Nachteil zu verbreiten.

Gespannt bin ich mal, was die Nachdenkseiten morgen zu diesem Beitrag meinen. Wer mehr über den Lobbyisten Hans-Werner Sinn lesen möchte, dem sei die Suchfunktion auf den Nachdenkseiten empfohlen. Letzten schon gab die Süddeutsche diesem Experten ein Forum zum Thema Mindestlohn. Die Antworten in den Leserkommentaren, obwohl diese nur zu üblichen Bürozeiten möglich sind, sprechen für sich. Außerdem entzogen die Wikipedianer den Beitrag über Hans-Werner Sinn wegen inhaltlicher Differenzen bezüglich der Auswirkungen seiner von ihm vertretenen Meinung der öffentlichen Bearbeitung.

Vielleicht steckt aber auch eine Methode dahinter. Vielleicht soll mit solchen Typen Stimmung gegen die derzeitige Regierung gemacht werden. Das könnte klappen… aber nein, das klappt nicht, da die Leserinnen der Medien, die Sinn eine Plattform bieten, einfach zu blöd sind und jeden Mist glauben.

Eingestellt von Heiko um 21:48 |

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