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Samstag 31 Mai 2008

Internet-Fahnder beim Raubkopieren erwischt

Wie die Hannoversche Allgemeine berichtet, wurden bei zwei Bremer Kripobeamten aufgrund einer Anzeige aus dem Kollegenkreis Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts illegaler Kopien aus dem Internet durchgeführt. Welchen Auftrag die beiden Polizisten genau haben, geht aus der Kurznachricht dummerweise nicht hervor. Ebenso wenig geht der Stand der Ermittlungen in diesem Verfahren hervor.

Ob an dieser Sache nun was dran ist oder nicht, sei im Moment einfach mal einerlei. Das es keine falschen getroffen hat, behaupte ich einfach mal so. Zunächst aber stelle man sich vor, man surft so vor sich hin, lädt ab und an mal was runter, und eines morgens steht die Polizei vor der Wohnungstür – mit einem Durchsuchungsbefehl. Im Netz finden sich genügend Anwenderberichte, denen selbiges widerfuhr.

Wie bereits geschrieben, einerlei ob da was dran ist oder nicht. Das für mich pikante an der Sache ist nun folgendes: Die bereits von einigen Anwendern gemachten Erlebnisse schwappen nun direkt in die Polizei-Präsidien über. Am eigenen Leib dürfen nun zwei Ermittler das Erfahren, was sie mit ihrer Arbeit anderen einbrocken. Wenn denn ein schwarzes Schaf gefunden wird, ist da grundsätzlich nichts gegen einzuwenden.

Ohne jetzt eine Diskussion über Medienindustrien und Copyrights lostreten zu wollen, in diesem Bereich aber liegt einiges im Argen. Wenn mittlerweile einige Staatsanwälten sich weigern, Userdaten an Unternehmen heraus zu geben um sich vor einen Karren spannen zu lassen, dann sollte das einem zu denken geben. In sofern hat es mit den beiden Beamten keine falschen erwischt, denn so wird in der operativen Ebene der Blick für die tatsächlichen Probleme geschärft.

Denn nichts ist spannender, als wenn einen "Die Bullen" nächtens aus dem Bett klingeln und die Wohnung aufräumen. Ob letztendlich was bei rumkommt, ist eigentlich völlig egal. Eine wesentliche Erfahrung haben die beiden Beamten schon gemacht: Sie sind Opfer einer interesssensgeleiteten Politik, in der Unternehmen ihre Pfründe sichern wollen und einige Rechtsanwälte ihr Auskommen generieren.

Insofern haben die beiden Beamten Glück, als das keine kostenpflichtige Abmahnung dahinter steckt. Drüber hinaus haben wir auf zweierlei weise Glück als das erstens Beamte eine bürgerliche Erfahrung machen und zweitens der Beamtenapparat mal zum Nachdenken angestoßen wird. Denn es sind bundesweit mit Sicherheit noch mehr Beamte mit Recherchen im Internet beauftragt.

Das sich die Sache mit Sicherheit demnächst im Sande verläuft, das sagt uns unsere allgemeine Lebenserfahrung. Eine weitere Berichterstattung über diesen Fall darf angezweifelt werden. Gut, ein Eintrag in der Personalakte dient der Karriere der Betroffenen kaum, aber als Beamter ist man den Menschen auf dem 'freien' Arbeitsmarkt dennoch im Vorteil.

Eingestellt von Heiko um 19:35 |

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