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Mittwoch 04 Juni 2008
Prantls Kommentare
Heribert Prantl von der Süddeutschen gehört unbestreitbar zu den besten seines Fachs. Darüber hinaus ist er einer der letzten, die seinen Job ernst nehmen. In der letzten Woche gab es zwei Kommentare von ihm, die es mal wieder auf den Punkt brachten. Der erste – eigentlich der zweite, aber er ist der erste, den ich las und somit hier vorstellen will – hat er mit Zwei Böcke als Gärtner uberschrieben. Es dreht sich um den Telekom-Skandal. In diversen Blogs wurde der Kommentar schon vorgestellt, aber wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte es ruhig mal nachholen.
Der zweite Kommentar lautet Die da oben und Behandelt mal wieder unsere „Manager ohne Bodenhaftung”. Angeprangert aber wird die Managerkaste kaum, eher all diejenigen, welche (deutsche) Manager als Elite betrachten. Angeprangert wird vor allem unser Verhalten, weil
Versagt hat hier die Gesellschaft, die diese Leute - ihrer Stellung, ihres Geldes und ihrer Wirkungsmöglichkeiten wegen - als Elite anerkannt hat. Solche Eliten sind nicht Eliten, sondern nur schlechte Führungskräfte.
Indirekt – über den Umweg von uns Wählern – wird ein Weg aufgezeigt, wie dieser Zustand geändert werden kann.
Die Süddeutsche ist nicht nur wegen Prantl so spannend, auch die Leserkommentare – die trotz der zeitlichen Beschneidung dennoch reichlich verfasst werden – haben es in sich. Dies lässt sich vor allem an wirklich schwachen Beiträgen seiner Kolleginnen und Kollegen nachvollziehen, die im selben Blatt/in der selben Online-Publikationen mit zum Teil grenzwertigen Veröffentlichungen ins Rampenlicht treten.
Dennoch bleiben Prantls Kommentare eine erfreuliche Ausnahme. Also, wer die beiden Kommentare bislang nicht gelesen hat, sollte es nachholen.