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Montag 14 Juli 2008

Filter Zensur Kontrolle

Fast steinzeitlich mutet der Text an, wenn man das Entstehungsjahr 2001 bedenkt. Inhaltlich aber bleibt er hochaktuell, da der Text einen Versuch im Rahmen einer Diplomarbeit beschreibt, in dem der Zugang zum WWW unbemerkt gefiltert wird. Bereits die Kombination aus Titel und Untertitel nimmt den derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Trend vorweg: insert_coin Verborgene Mechanismen und Machtstrukturen im freisten Medium von allen.

Bereits im Entstehungsjahr der Arbeit hieß es:

Schon heute wird die Freiheit des Internets aus verschiedenen Gründen, jedoch größtenteils aus wirtschaftlichen Interessen, eingeschränkt. Doch selbst das auf den ersten Blick harmlos wirkende System der freiwilligen Selbstkontrolle muss als für das Netz untauglich abgelehnt werden.

Wesentlich verheerender lauten da einige Erfahrungen der Kontrolleure, die im Kapitel Scheinbares Ende war kein Ende beschrieben werden:

Wir lieferten einen Link auf eine von uns aufgesetzte Anleitungsseite, welche beschreibt, wie der Proxy auszuschalten ist. Diese wurde jedoch nur in nicht nennenswerter Anzahl aufgerufen. – Unseren Statistiken nach ist der Proxy auf den meisten Rechnern Februar/März 2001 weiter gelaufen und nicht ausgeschaltet worden, bis durch eine Netzwerkumstellung alle Rechner neu konfiguriert werden mussten. Die Datenmengen waren bis dahin beinahe die selben wie vorher. Das Experiment lief einfach weiter.

Kurz gefasst: Selbst nach einem Hinweis auf die Filterung nebst einer Anleitung, diese auszuschalten, war praktisch gesehen niemand willens – wenn auch aus verschiedenen Gründen –, sich einen ungefilterten Zugang zu freien Informationen zu verschaffen.

Die Arbeit liegt nunmehr sieben Jahre zurück. Aber das ein Bewusstsein für die Möglichkeit geschaffen wurde, darf bezweifelt werden. Eher ist ein Kopfschütteln über die Gedankenlosigkeit unserer Mitmenschen angebracht, die tagtäglich das Internet als Informationsquelle nutzen.

Da die kommenden Sommerabende eher versprechen lausig zu werden, kann ein wenig Lesestoff mit Aha-Effekt eigentlich nicht schaden. Also: Lest Alvar C. Freudes (und selbstverständlich sei Dragan Espenschied noch genannt) Arbeit über Web-Filterung und Ignoranz. Schaden kann es nicht.

Eingestellt von Heiko um 3:20 |

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