« Killerspiele Reloaded | Startseite | Fluid Tunes - gestengesteuerte Musikanwahl »
Samstag 29 November 2008
Krise in Thailand
Davon mal abgesehen, dass es in Thailand drei internationale Flughäfen gibt wovon nur einer blockiert ist, wundert es mich doch schon ein wenig, dass Touristen angeblich gar nicht mehr wegkommen. Mit Don Mueng wurde vor geraumer Zeit der alte Flughafen von Bangkok besetzt, womit innerländische Flüge generell ausfallen. Dafür haben die Militärs einen eigenen Flugplatz aufgemacht, von dem im bescheidenen Maß große Flieger aufsteigen können. Bisher wurde praktisch gar nicht darüber berichtet, dass die Städte untereinander mit Bus und Bahn verbunden sind. Die nicht allzu fernen Nachbarländer verfügen ebenso wie Thailand über eigene internationale Flughäfen. Ok, diese Form von erschwerten Bedingungen zum Ende eines Urlaubs sind alles andere als witzig. Aber wer wirklich aus dem Land heraus will, hat genügend alternativen. Die Farangs, die als Melkkühe gesehen werden, kommen in der Regel ungeschoren davon.
Bislang wurde über die Krise eher oberflächlich mit plakativen Bildern berichtet. Eine – hoffentlich nur erste – Ausnahme bildet Steffen Richter mit seinem Artikel Die alte Elite gegen das Volk auf Zeit-Online. Eigentlich wird auch nur das zusammen gefasst, was man sich bislang über mehrere Medien selbst zusammen suchen musste, Immerhin ist es ein Anfang. Weitab vom Mainstream konnte man bereits vor geraumer Zeit einiges über die Motivation der derzeitig demonstrierenden erfahren. Irgendwie plausibel klingt es schon, da genügend niedere menschliche Beweggründe vorhanden sind, die diese im Hintergrund laufende Seifenoper befeuern (sollen). Denn erfahrungsgemäß sind es immer nur wenige Akteure, die das Rad im Hintergrund weiter drehen; aber das offenbart sich nur, wenn man den hinter dem Link stehenden Beitrag gelesen hat. Das ist besser als jede VT.
Besonders – nun ja, zwischen diese Gedankenstriche möge der Leser ein passendes Adjektiv einsetzen – zeigt sich die Szene der europäischen Expats, von deren Informationen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere Berichterstatter nähren. Wenn man sich mal die deutschsprachigen Expats-Foren so durchliest (absichtlich ohne Link), bleibt einem nur die Meinung übrig, dass deutsche Rentner ihren Altersruhesitz vorübergehend ins Ausland verlagert haben und sonst ihre Ruhe haben wollen. Sorry Leute, aber mehr kommt von euch nicht rüber.
Im Kern bleibt fest zu halten, dass eine demokratisch abgewählte Minderheit mit allen Mitteln an der Macht bleiben will. Darüber hinaus sollte unsere westliche Erfahrung (Indochinakrieg, Koreakrieg, Vietnamkrieg) zeigen, dass die Südostasiaten eher bis zum äußersten gehen, als klein beizugeben. In diesem Sinne kann durchaus noch viel erwartet werden – leider nichts positives.
btw: Von meinem letzten Thailandurlaub bin ich immer noch schwer beeindruckt. Eigentlich wollte ich zu dieser Zeit wieder dort sein, aber so wie es scheint, habe ich Schwein gehabt. Nichts desto trotz will ich wieder dort hin – aber nicht des billigen Fickens wegen.
Für Interessenten: Ein Link abseits des ewigen Lächelns: thailand crisis.