« Gefahren für Blogger | Startseite | Widelands - Siedler 2 auf Open Source »
Freitag 13 März 2009
Killerspiele
Die ARD buddelte ein zwei Jahre altes Chat-Log aus, in dem sich der Innenminister von Thüringen Karl Heinz Gasser zum Thema Killerspiele im Zusammenhang mit Amokläufern einer öffentlichen Diskussion stellte. Das er kein Bein auf die Erde bekam, dürfte klar sein. Immerhin stellte er sich der Online-Community, die sich in Sachen Games halt erheblich besser auskennt. Auch seine Rückendeckung in Person des Leiters des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V, Christian Pfeiffer, wurde insofern zerlegt, als das er in wissenschaftlichen Kreisen angeblich durchaus umstritten sei.
Der thüringische Innenminister schloss den Chat mit faden Worten: „Mir hat dieser Chat, bei dem ich das erste Mal dabei sein durfte, sehr gut gefallen und ich fand die Beiträge interessant und auch für mich weiterführend. Vielen Dank.“ Auf die Allgemeinheit der Politiker lässt sich dies wohl offensichtlich nicht übertragen, wenn man einige der journalistischen Artikel so verfolgt. Als zusätzliches Stichwort kann ohne weiteres der Begriff „Recherchefehler“ eingeworfen werden. Es wurde viel gesagt, viele Stichworte und Hinweise gegeben, aber recherchiert wurde nicht. Vielmehr wurde bedenkenlos abgeschrieben.
Bemerkenswert ist lediglich, das in dem alten Chat-Protokoll bereits Hinweise auf andere Realitäten gegeben wurden.
Passiert ist in der Zwischenzeit nichts. Fast nichts. Immerhin kristallisierte sich der Tätertyp männlich, pubertär, gefrustet mit Zugang zu Waffen heraus heraus. Obwohl das geschichtlich gesehen eher Blödsinn ist. Nebenbei bemerkt gab es zu der Zeit keine Killerspiele. Zwischenzeitlich aber gibt es ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass heranwachsende Männer einer anderen Erziehung und Ausbildung bedürfen. Es ist mittlerweile allgemein Bekannt, das durch unser Schulsystem überwiegend Verlierer produziert werden. Vor allem in Haupt- und Realschulen. Dummerweise merken es die Schüler langsam selbst, dass sie nicht zu sozialisierten Menschen herangezogen werden sollen, sondern als Kanonenfutter für die Konzerne.
So gesehen können wir alle froh sein, dass nur alle Jubeljahre mal einer durchknallt.