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Dienstag 30 Juni 2009
Los Disneys - Aufräumen in Disneyland
Anno 2015 war die amerikanische Regierung sowas von Pleite, dass sie
einem Verkauf von Florida an den Disney-Konzern zustimmte. Die Halbinsel
stand fortan unter der uneingeschränkten Herrschaft des
Vorstandsvorsitzenden Michael Eisner, der den ehemaligen Bundesstaat in Los
Disneys umbenannte. Blöderweise geht vom neuen Staat eine nukleare
Gefahr aus, die die „freie“ Restwelt bedroht.
Die erste Vorhölle. Ehrlich gesagt bin ich kaum weiter gekommen. Klick auf das Bild.
Das primäre Ziel des Spiels ist es, den tiefgefrorenen Kopf von Walt Disney zu finden und zu vernichten, womit die Gefahr eigentlich gebannt wäre. Dummerweise werden beim erreichen des primären Ziels Atomwaffen automatisch gestartet, womit das Schiksal der Welt besiegelt wäre. Die Grenzen zu diesem schurkischen Staat wurden vom Spieler bereits heimlich überschritten, womit die Operation praktisch hinter der Kasse startet. Egal wie man sich gegenüber den normalen Besuchern des kollektiven Freizeitparks verhält, egal, ob man das Ziel erreicht oder nicht, die Welt ist eh' im Arsch. So könnte man die Aussage von Los Disneys zusammen fassen.
Bei Los Disneys – das Spiel nennt sich wie der fiktive Staat – handelt es sich kaum um einen üblichen Shooter, obwohl er technisch als 1st person shooter realisiert wurde. Vielmehr haut das Spiel genremäßig in die Culture-Jamming-Kerbe. Zum Softwareprojekt gehört die Homepage dazu, da sie Hintergründe sowohl zum Spiel als auch Projekt selbst erläutert. Los Disneys spielt mit der in Politik und Wirtschaft weit verbreiteten Meinung, das mit dem Untergang eines Megakonzerns (Stichwort )ein gleichzeitiger Untergang der gesammten Welt einhergeht – egal wie man sich verhält. Bleibt man als Konsumjunkie wie gewohnt teilnahmslos, übernimmt ein böses Wesen die Herrschaft. Wehrt man sich, wird eine totale Vernichtung ausgelöst.
Screenshot der Los Disneys Homepage. Klick auf das Bild.
Angemerkt sei noch, das Los Disneys den Walt-Disney-Konzern parodiert. Wer sich für derartig kopflastige Hintergründe überhaupt nicht interessiert, dem bleibt dennoch ein inhaltlich vom Mainstream abweichendes, grafisch leider altbackenes Ballerspiel.
Und noch eine Kleinigkeit sei von mir im Zusammenhang mit 1st-Person-Shootern angemerkt: Die Ziele werden in dieser spielhaften Umgang in jedem Fall durch fiktive Disney-Figuren dargestellt. Sollten dennoch diverse Eltern auf die Idee kommen, ihre Kinder könnten dennoch geschädigt werden, so muss ich deren generelle Erziehungsstragie hinterfragen. Die Sache mit Walt Disney muss man in einem übertragenen Sinne verstehen. Diese Person könnte man beliebig mit anderen Konzernlenkern ersetzten.
Das Spiel basiert auf der alten – in Mac-Kreisen seit langer Zeit wohl
bekannten Aleph-One-Engine. Um Details über Einstellungen und
Tastaturbelegungen und so was weiter zu geben, bin ich zu faul. Alte
Hasen wissen bescheid, die jungen Karniggels testen es einfachmal an.
Trotz des alters läuft es auf meinem 20-Zoll-Intel-iMac-Aluminium-Doppel-Herz-Kern
ohne Probleme. Der Download
manifestiert sich auf der heimischen Festplatte in einer etwa 48 MB
kleinen Zip-Datei. Zusätzlich existieren Versionen für Windows und
Linux (– der selbe Link). Wie immer kosten die von mir vorgestellten
Programme – schlicht aber ergreifend – nichts. Viel Spaß.