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Donnerstag 20 August 2009
Ist die HAZ besser geworden?
Vor einigen Tagen wurde hier in Hannover die erste Kirche abgerissen. Eigentlich wollte ich mich drüber äußern, aber das hätte den Geschmack des Nachtretens gehabt. Nun hat auch die HAZ in einem modernen Stil drüber berichtet. Blöderweise ist es für mich nicht neu, weil ich schon letztens davon erfahren habe, und zum anderen ist die Aufmachung so was von aufwändig. Mal 'ne Frage in die Runde: Was ist besser, ein Kurztext mit der relevanten Information, die man in quasi im vorbei gehen aufnimmt, oder ein aufwändig produziertes Video, welches meine Aufmerksamkeit uneingeschränkt für längere Zeit in Anspruch nimmt. Wir erinnern uns: Die Kerninformation war halt, das in Hannover die erste Kirche abgerissen wird.
Zurück zum Topic: Ist die HAZ besser geworden? Hmm… Ich muss ehrlich sein, die neuen Feeds habe ich noch nicht angetestet. Auf jeden Fall sollte sich Madsack mal äußern, wohin deren Reise geht. Denn was ich so beobachte hinterlässt bei mir den Eindruck, als das die Verlagsgesellschaft den so genannten großen Verlagen hinter her hinkt und still und leise aufschließen will – warum auch nicht. Die zwei oder drei Blicke, die ich in den letzten Tagen riskierte, deuten darauf hin. Warum auch nicht Videos, die eigentlich geringe Informationen Wort- und Bildgewaltig aufblähen – andere machen es ja auch so.
Ich muss mal wieder die wesentliche Frage in die Runde werfen:
- Warum soll ich für euch Geld ausgeben?
Dann und wann sammle ich in der S-Bahn am Wochenende mal eine halbwegs vollständige, nicht zu fürchterlich zerknitterter Ausgabe ein. Die schaue ich mir auch mal an – wenn ich Zeit dazu habe. Insgesamt aber erscheint mir der Preis, der etwa die Hälfte eines gut belegten Brötchens entspricht, viel zu hoch. Lieber kauf' ich mir ein Brötchen als zwei HAZ oder NHP.
Der Deckmantel enthält im allgemeinen Dinge, die ich anderswo schon gelesen habe. Wenn ich denn Frühschicht habe und mal ein paar Minuten Zeit erübrigen kann, schlendere ich durchaus schon mal durch die drei Zeitungsläden am hiesigen Bahnhof. Dort tauschen ältere Mädchen, die mit Sicherheit einen Stundenlohn unterhalb der von Guttenbergs angestrebten Lohngrenze bekommen, altes totes Holz durch neues totes Holz aus.
Die angeblich frische Auslegeware kommt mir jedes mal wie der sinnbildliche stinkende Fisch vor, der bereits am Vortage serviert wurde – ich komme nicht umhin, alte bekannte zu treffen. Die HAZ (und die NHP) reihen sich nahtlos in das typografisch lausige Bild einer Fleischtheke ein, die Mett von vorgestern anbietet. Mein Feed-Reader liefert derzeitig besseres – und vor allem erheblich schneller und frischer.
Bei den Kommentaren – bei Madsack, nicht im WWW – habe ich manchmal fragen müssen, ob die bezahlten Schreiberlinge auf dem selben Planeten leben wie ich. Gut, das Niveau des „Wagners“ aus der „Bild“ wurde bislang nicht unterschritten, aber dennoch klappten sich bei mir so manches mal die Fußnägel hoch.
Ich muss an dieser Stelle mal wieder eine wesentliche Frage in die Runde werfen:
- Geht es noch?
Ich denke schon.
Selbst beim Ihmeboten kommt teilweise mehr, als das es der bezahlpflichtige Madsack-Verlag „Online“ bringt. Manchmal sind die Meldungen von den zu erwartenden Staus, die mich künftig belästigen könnten, interessanter, als die beständig repetierten Grippewarnungen, die praktisch nur Reklame für wenige Pillendreher sind. Hakt da mal 'nen Schreiberling von Madsack nach? Den Eindruck habe ich bislang nicht.
Gerade der Ihmebote erinnert mich jeden Tag daran, meinen Arsch mal aus der Wohnung zu heben und meine Umgebung zu erkunden. Vielleicht sollte ich meine Umgebung öfter mal objektiv beobachten und darüber sachlich berichten. Diesen Ball spiele ich gerne an die festen Redakteure des Madsack-Konzerns zurück.
Nun ist es ja nicht so, dass man mal die eine oder andere Perle aus den turmhohen Altpapierbergen bergen kann. Trotzdem bleibt eine meiner wesentlichenFragen unbeantwortet:
- Ist die HAZ besser geworden?
btw: Die Ladezeiten der HAZ-Online kann ich persönlich nur ziemlich vernichtend Umschreiben: Unter aller Sau; das geht besser.