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Mittwoch 20 Januar 2010
Die Mutter aller Idioten gebärt immer
Ja, da fand ich einen schönen Satz, der da lautete: Denn die Mutter der Idioten ist immer schwanger.
Natürlich kam ich nicht umhin, die Aussage ein wenig zu kürzen und auf das wesentliche zu reduzieren: siehe Überschrift.
Wenn man sich den kurzen Beitrag auf dem die ursprüngliche mal durchliest, springt einem jede Menge Frust entgegen. Meines erachtens ist es genau der selbe Frust, der mich anfällt, wenn ich morgens meinen Feed-Reader aufstarte, um mir die wirklich neuesten neuen Nachrichten, wie sie fast gleichklingend auf allen verfügbaren Kanälen erschallen, anzutun.
Die Nuancen erschließen sich leider nur in den Leserkommentaren. So macht es immer wieder Spaß, in der Welt-Online den Artikel zu ignorieren, um gleich mit den Leserkommentaren anzufangen – besonders bei sozial- wirtschafts- oder allgemein politikritischen Themen. Bei den Lesermeinungen in der HAZ frage ich mich zuweilen, ob ich in der richtigen Stadt geboren wurde. Aber ist ja auch erstmal Egal.
Aber das mit der Süddeutschen, das finde ich irgendwie spannend. Immerhin haben sie im internetmäßigen Zeitungswesen Öffnungszeiten eingeführt. Die Kommentare lesen sich auch so. Ab und zu mal 'nen Leyendecker oder 'n Prantl reisst es nimmermehr raus. Das selbst der münchener Lokalteil mittlerweile ziemlich fragwürdig sein soll, lässt tief blicken.
Verhökert die Marketingabteilung der Süddeutschen nicht mittlerweile an der Redaktion vorbei irgendeine App für's iPhone? Oder war das eine andere überregionale Tagesszeitung? Die „Bild“ möchte ausnahmssweise von solchen Deals ausgenommen wissen, die sind bei Nebengeschäften eigentlich immer in vorderster Front dabei. Wie auch immer, die käuflichen Apps mögen schick aussehen, aber ein wesentliches Web-2.0-Element fehlt mit Sicherheit: Die Funktion, mit der man nicht nur eigene Kommentare absetzen kann, sondern vor allem die Kommentare anderer empfangen kann.
In erster Linie soll Umsatz gemacht werden. Kein Zeitungsverlag bildet eine Ausnahme – es sind nun einmal wirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen. Bemerkenswert aber war das Aufbegehren der freien Verleger gegen die Tageschau-App. Dieses Programm wurde von Seiten der Politik und der etablierten Medien sowas von bekämpft, das es jeder Beschreibung spottet. Dummerweise muss man dazu in Erinnerung behalten haben, dass jüngst die Medienstaatsverträge der Länder geändert wurden.
Kurzgefasst: Die öffentlich-rechtlichen Medien müssen ihre Inhalte nach kurzer Zeit verwerfen, während angeblich seriöse Medien ihren Content unbegrenzt gegen zusätzliches Entgelt verfügbar halten dürfen. Wer seinen Job hinsichtlich der Vermittlung irgendwelcher Informationen besser macht, lasse ich mal außen vor.
Bemerkenswert aber ist, dass die teuren und vor allem gefillterten Nachrichten, die über zusätzliche iPhone-Apps bezahlt werden, irgend einen Wissenvorsprung bringen sollen. Ha Ha Ha! Die Kommentarfunktion fehlt, aber ihr wollt mittels Twitter über irgendwelche Inhalte diskutieren? Ha Ha Ha! Die Inhalte, die sich hinter euren gekürzten Links verbergen, habt ihr niemals auch nur Ansatzweise begriffen.
Abgekocht wird, wer sich: nur aus einem einzigen Bezahlmedium informiert; wer sich ohne Rückfragemöglichkeit versucht, ein Bild zu machen; wer glaubt, sich für eine Handvoll Dollar etwas erhabener zu fühlen.
Die Apps, die für angebliche News kobern, mögen ja ganz schick aussehen, aber letzendlich wird man für Dumm verkauft. (Das könnte ich jetzt noch breiter auswalzen, aber dazu habe ich jetzt keine Lust.) Zusammengefasst bleibt nur die Aussage, die ich anderweitig aufgeschappte und kürzte:
Die Mutter aller Idioten gebärt immer!