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Mittwoch 20 Januar 2010
Die Mutter aller Idioten gebärt immer
Ja, da fand ich einen schönen Satz, der da lautete: Denn die Mutter der Idioten ist immer schwanger.
Natürlich kam ich nicht umhin, die Aussage ein wenig zu kürzen und auf das wesentliche zu reduzieren: siehe Überschrift.
Wenn man sich den kurzen Beitrag auf dem die ursprüngliche mal durchliest, springt einem jede Menge Frust entgegen. Meines erachtens ist es genau der selbe Frust, der mich anfällt, wenn ich morgens meinen Feed-Reader aufstarte, um mir die wirklich neuesten neuen Nachrichten, wie sie fast gleichklingend auf allen verfügbaren Kanälen erschallen, anzutun.
Die Nuancen erschließen sich leider nur in den Leserkommentaren. So macht es immer wieder Spaß, in der Welt-Online den Artikel zu ignorieren, um gleich mit den Leserkommentaren anzufangen – besonders bei sozial- wirtschafts- oder allgemein politikritischen Themen. Bei den Lesermeinungen in der HAZ frage ich mich zuweilen, ob ich in der richtigen Stadt geboren wurde. Aber ist ja auch erstmal Egal.
Aber das mit der Süddeutschen, das finde ich irgendwie spannend. Immerhin haben sie im internetmäßigen Zeitungswesen Öffnungszeiten eingeführt. Die Kommentare lesen sich auch so. Ab und zu mal 'nen Leyendecker oder 'n Prantl reisst es nimmermehr raus. Das selbst der münchener Lokalteil mittlerweile ziemlich fragwürdig sein soll, lässt tief blicken.
Verhökert die Marketingabteilung der Süddeutschen nicht mittlerweile an der Redaktion vorbei irgendeine App für's iPhone? Oder war das eine andere überregionale Tagesszeitung? Die „Bild“ möchte ausnahmssweise von solchen Deals ausgenommen wissen, die sind bei Nebengeschäften eigentlich immer in vorderster Front dabei. Wie auch immer, die käuflichen Apps mögen schick aussehen, aber ein wesentliches Web-2.0-Element fehlt mit Sicherheit: Die Funktion, mit der man nicht nur eigene Kommentare absetzen kann, sondern vor allem die Kommentare anderer empfangen kann.
In erster Linie soll Umsatz gemacht werden. Kein Zeitungsverlag bildet eine Ausnahme – es sind nun einmal wirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen. Bemerkenswert aber war das Aufbegehren der freien Verleger gegen die Tageschau-App. Dieses Programm wurde von Seiten der Politik und der etablierten Medien sowas von bekämpft, das es jeder Beschreibung spottet. Dummerweise muss man dazu in Erinnerung behalten haben, dass jüngst die Medienstaatsverträge der Länder geändert wurden.
Kurzgefasst: Die öffentlich-rechtlichen Medien müssen ihre Inhalte nach kurzer Zeit verwerfen, während angeblich seriöse Medien ihren Content unbegrenzt gegen zusätzliches Entgelt verfügbar halten dürfen. Wer seinen Job hinsichtlich der Vermittlung irgendwelcher Informationen besser macht, lasse ich mal außen vor.
Bemerkenswert aber ist, dass die teuren und vor allem gefillterten Nachrichten, die über zusätzliche iPhone-Apps bezahlt werden, irgend einen Wissenvorsprung bringen sollen. Ha Ha Ha! Die Kommentarfunktion fehlt, aber ihr wollt mittels Twitter über irgendwelche Inhalte diskutieren? Ha Ha Ha! Die Inhalte, die sich hinter euren gekürzten Links verbergen, habt ihr niemals auch nur Ansatzweise begriffen.
Abgekocht wird, wer sich: nur aus einem einzigen Bezahlmedium informiert; wer sich ohne Rückfragemöglichkeit versucht, ein Bild zu machen; wer glaubt, sich für eine Handvoll Dollar etwas erhabener zu fühlen.
Die Apps, die für angebliche News kobern, mögen ja ganz schick aussehen, aber letzendlich wird man für Dumm verkauft. (Das könnte ich jetzt noch breiter auswalzen, aber dazu habe ich jetzt keine Lust.) Zusammengefasst bleibt nur die Aussage, die ich anderweitig aufgeschappte und kürzte:
Die Mutter aller Idioten gebärt immer!
Sonntag 27 September 2009
Steinmeier?
Warum Steinmeier endgültig von allen Ämtern zurück treten sollte? Na, allein wegen Kurnaz.
Hr. Steinmeier, sei so nett und verabschiede dich endlich aus der Politik!
Mittwoch 24 Juni 2009
Scheiß Internet
Ich will mich da jetzt nicht in Details verlieren, aber für einige
ist „das Internet“ nur etwas, wo man umsonst Post verschicken kann. Für
mich persönlich ist das Internet eine technische Grundlage, auf deren
Basis Menschen miteinander in Verbindung treten. Also: Hinter dem
Internet stehen grundsätzlich immer Menschen, die Technik tritt dabei in
den Hintergrund und erfüllt lediglich einen Zweck. Eine rein technische
Kommunikation von Geräten wäre ja so was von tot, da fehlen mir die
Worte.
Blöderweise stehen viele gewählte Abgeordnete angeblich mitten im im Leben und sind sowas von abseitig jeglicher Kommunikation, das es einer Sau graust. Einige von uns sind mittlerweile mehr als ein fünftel Jahrhundert in rechnergestützten Kommunikationsnetzen unterwegs, und erst jetzt kommt zwischenmenschliche Kommunikation angeblich in der Politik an. Reife Leistung! War das Ignoranz oder Faulheit?
Abhilfe schafft eine Offenheit, wie sie beispielsweiseauf hat mein abgeordneter fuer netz sperren gestimmt.de gezeigt wird. Dort kann man geordnet nach Abgeordneten, Fraktionen, Bundesland oder nach Stimme suchen. In keinem Fall werden die Suchergebnisse überzeugen.
Aber ein wirkliches gutes Beispiel an Transparenz zeigt halt die oben verlinkte Site, in der das Abstimmungsverhalten sotierbar angezeigt wird. Das ist es, was ich an einer transparenten Demokratie vorstelle: Alles und Jedes ist jederzeit durchschaubar.
Schlacht um Kundus - Scheißtag für die Welt (-online)
Die Online Version der Springer-Welt haut mal wieder echt auf den Bolzen: Deutsche Soldaten Opfer der Schlacht um Kundus. Boah. So schlimm? Wirklich?
Ich weis ja nicht, was es in Afghanistan wirklich abgeht, aber die Überschrift ist so was von übergeigt, da schwärmt der Führer in hundert Jahren noch von. Inhaltlich geht darum, dass drei von uns – also drei Deutsche – in einem fernen Land verunglückt sind. Aber ist ja im Moment auch erstmal egal. Zur Auflocherung erstmal ein Sreenshot:
Im Hauptartikel wird in einem Kasten eine Umfrage angeboten, die wie folgend betitelt ist: Der deutsche Einsatz in Afghanistan ist... Dann folgen eine Auswahl:
- …gut und wichtig
- …richtig, muss aber ausgeweitet werden, um effektiv zu sein
- …falsch und muss schnellstmöglich beedent werden
So, und nun die vorläufigen Ergebnisse der eigentlich nicht represäntativen Umfrage (Reihenfolge der Antworten in der Frage wie oben). Die Quintessenz der Knapp 15.800 Wählern verteilt sich wie folgt:
- 5%
- 15%
- 80%
Hm. Ist da irgendwas schief gelaufen? Die Frage kann man mit Sicherheit mit „Ja“ beantworten. Das Springerblatt versucht zwar Meinung zu machen, hat aber völlig unterschatzt, das viele deutsche bereits eine Meinung haben. Blöd nur, dass die Meinung der vielen „Dummdeutschen“ in eine andere Richtung zeigt. Irgendwie bestätigt mich das in der Annahme, das viele unserer Landsleute sich durchaus einen klaren Kopf bewahrt haben.
In der rechten Seitenleiste – in der Werbung und Hinweise auf redaktionelle Hinweise sich feilbieten – gibt es eine andere Überraschung in Form einer weiterern Umfrage. Die Redaktion der Welt (wer auch immer immer dahinter steckt…) fragt:
Welche Partei wählen Sie bei der Bundestagswahl?
- CDU/CSU
- SPD
- Grüne
- FDP
- Linke
- Eine andere Partei
- Ich bin noch unentschieden
- Ich gehe nicht wählen
Von den bislang rund 21.700 Top-Entscheidern aus unserer deutschen Nation verteilten sich die Antworten wie folgt:
- 18%
- 7%
- 7%
- 16%
- 26%
- 17%
- 4%
- 5%
Die Umfragen laufen noch, wer – sich selbst – manipulieren möchte, nur zu.
Stand Mittwoch der 24. Juni 2006 ca. 17.23.
P.S. Natürlich gilt mein Beileid all den Familien, die ihre Kinder für eine handvoll Geld opferten. Ich war selbst länger beim Bund als unbedingt nötig. Immerhin gab es Geld dafür, und die Zeiten waren überschaubarer.
P.P.S. Wie immer sind die Kommentare informativer als der Artikel selbst.
Sonntag 21 Juni 2009
Zensursula: Na endlich!
Ursula von der Leyen (CDU) bekämpft erfolgreich Altersarmut und Obdachlosigkeit. (Ok, steht bei Google schon ganz oben, aber trotzdem noch mal einen Link hinterher, damit sie oben bleiben.)
(via www.mediengestalter.cc; klick auf das Bild)
Waffen gehen immer
Wie der NDR und die HAZ letzte Woche berichteten, verkaufte in den beiden vergangenen Jahren die niedersächsische Landesregierung unter Federführung des Innenministers Uwe Schünemann (CDU) rund 13.000 gebrauchte Pistolen für 2,8 Millionen Euro an den Hersteller Heckler und Koch. Die aufbereiteten Waffen gingen anschließend in den legalen Waffenhandel und erreichten sogar die für ihren laxen Umgang mit Waffen bekannten USA.
In dem Videobeitrag des NDRs (erster Link) äußerte sich der Innenminister wie folgt: „Es gibt überhaupt keine Möglichkeit es anders zu machen, weil die Landeshaushaltsordnung klar darlegt, wenn wir hier auch einen Wert haben, dann muss dieser Wert auch umgesetzt werden. Das heißt wir müssen Einnahmen erzielen, allerdings nur im Rahmen des Waffenrechts. Und Daran hat sich auch gerade die Polizei hier in Niedersachsen ganz klar gehalten.“(Öhms und Ähs hab' ich mal raus gelassen…)
Super, dass die niedersächsische Polizei sich ans Waffenrecht und vor allem an die Landeshaushaltsordnung gehalten hat. Da hat bestimmt ihr Chef darüber gewacht. Helfen Sie mir mal auf die Sprünge Herr Schünemann: Wer ist der Chef der niedersächsischen Polizei? Und wenn man den Verkauf unterbunden hätte, Herr Schünemann, wäre das eine Straftat gewesen? Oder eher eine Ordnungswidrigkeit? Wie auch immer, mit so einer Lappalie wären Sie kaum aufgefallen, andere Politiker haben da mehr auf dem Kerbholz. Aber den Angehörigen der Opfer von Winnenden gegenüber hätten Sie sich einen Affront ersparen können und hätten die Welt mit ihren begrenzten Möglichkeiten sicherer machen können.
Wie es in dem HAZ-Artikel weiter heißt, praktizieren auch die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz den Verkauf von Waffen. Besonders Nordrhein-Westfalen hat sich mit der Praxis, Schießstände an Schulen einzurichten, besonders hervorgetan. Besonders mit der Erkenntnis, das angeblich keinerlei der ach so christlichen Innenminister im Gegenzug aber so genannte Killerspiele verbieten wollen, entblößt einmal mehr die dieser Personengruppe innewohnende Bigotterie. Im Alpenvorland fangen sie mit diesem Unsinn auch noch an.
Schünemann – selbst in einem Schützenverein organisiert – redet der Schützenlobby nach dem Mund. Er kann es sich nicht erlauben, es sich mit dieser großen, ländlich und folkloristisch geprägten Wählergruppe zu verscherzen. Zu was für lebensgefährlichen Aktionen diese Gruppen fähig sind, zeigte jüngst das Satiremagazin Extra drei unter der Rubrik Der reale Irrsinn. Auf einem Schießstand in Neustadt am Rübenberge durchschlugen mehrere Geschosse eine altersschwache Wand und überquerten den Spielplatz eines angrenzenden Schwimmbades. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. Selbst in satirischer Überspitzung ist dieser Beitrag unerträglich.
Falls so ein Ballerkalle auf die Idee kommen sollte, seinen Kommentar bei mir zu hinterlassen: Das Thema Diskutiere ich nicht. Waffen gehören nicht in private Hände und vor allem nicht an Schulen. Wenn ihr wollt, dass die Kinder etwas mit Körperbeherrschung und Präzision erlernen sollen, dann stellt Billardtische auf. Aber das passt wahrscheinlich mit der christlichen Scheinwelt nicht zusammen, weil beim Billard mehr gestoßen als geschossen wird.
Freitag 13 März 2009
Killerspiele
Die ARD buddelte ein zwei Jahre altes Chat-Log aus, in dem sich der Innenminister von Thüringen Karl Heinz Gasser zum Thema Killerspiele im Zusammenhang mit Amokläufern einer öffentlichen Diskussion stellte. Das er kein Bein auf die Erde bekam, dürfte klar sein. Immerhin stellte er sich der Online-Community, die sich in Sachen Games halt erheblich besser auskennt. Auch seine Rückendeckung in Person des Leiters des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V, Christian Pfeiffer, wurde insofern zerlegt, als das er in wissenschaftlichen Kreisen angeblich durchaus umstritten sei.
Der thüringische Innenminister schloss den Chat mit faden Worten: „Mir hat dieser Chat, bei dem ich das erste Mal dabei sein durfte, sehr gut gefallen und ich fand die Beiträge interessant und auch für mich weiterführend. Vielen Dank.“ Auf die Allgemeinheit der Politiker lässt sich dies wohl offensichtlich nicht übertragen, wenn man einige der journalistischen Artikel so verfolgt. Als zusätzliches Stichwort kann ohne weiteres der Begriff „Recherchefehler“ eingeworfen werden. Es wurde viel gesagt, viele Stichworte und Hinweise gegeben, aber recherchiert wurde nicht. Vielmehr wurde bedenkenlos abgeschrieben.
Bemerkenswert ist lediglich, das in dem alten Chat-Protokoll bereits Hinweise auf andere Realitäten gegeben wurden.
Passiert ist in der Zwischenzeit nichts. Fast nichts. Immerhin kristallisierte sich der Tätertyp männlich, pubertär, gefrustet mit Zugang zu Waffen heraus heraus. Obwohl das geschichtlich gesehen eher Blödsinn ist. Nebenbei bemerkt gab es zu der Zeit keine Killerspiele. Zwischenzeitlich aber gibt es ernst zu nehmende Hinweise darauf, dass heranwachsende Männer einer anderen Erziehung und Ausbildung bedürfen. Es ist mittlerweile allgemein Bekannt, das durch unser Schulsystem überwiegend Verlierer produziert werden. Vor allem in Haupt- und Realschulen. Dummerweise merken es die Schüler langsam selbst, dass sie nicht zu sozialisierten Menschen herangezogen werden sollen, sondern als Kanonenfutter für die Konzerne.
So gesehen können wir alle froh sein, dass nur alle Jubeljahre mal einer durchknallt.
Donnerstag 08 Januar 2009
Merkle: Der Pate aus Blaubeuren
Hier noch ein älterer Handelsblatt-Artikel über Adolf Merkle: Der Pate aus Blaubeuren. Sauer stieß mir der völlig unkritische Nachruf in der HAZ auf, laut dem sich alle Beschäftigten des verzweigten Unternehmensimperium ihre 'Tiefe Bestürzung' zum Ausdruck brachten. Der üblichen Schwülk aus der Lokalpolitik war vorhersehbar. Unter den Beileidsbekundern war auch der Vize der Christlichen Gewerkschaft Metall, Detlef Lutz, der mitteilte:
„In vielen Gesprächen mit Adolf Merkle haben wir ihn als einen aufmerksamen und um die Mitarbeiter besorgten Menschen kennen und schätzen gelernt…”
Das gehört zu dem üblichen Blabla, aber interessant zu wissen ist, dass die Merkle-Unternehmensgruppe mit einer angeblich 'Christlichen' Gewerkschaft zusammenarbeitet, die wiederum in einem recht merkwürdigen Licht stehen. Setzt man den Handelsblatt- und den taz-Link in einen Zusammenhang, strahlt der Stern nicht mehr so Hell. Erfolgreich war er, das steht ausser Frage…
Ach, die Überschrift des HAZ-Artikels lautet: „Presse und Banker haben ihn so weit getrieben”. Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn der Umgang mit Banken war Merkles Tagesgeschäft. Als Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt auf Wirtschaftsfragen mit reichlich Berufserfahrung mussten ihm die Gefahren bewußt gewesen sein. Hierzu fällt mir nur eine alte Weisheit ein: „Wer sich in Gefahr begibt…”. Schließlich hat er sich an der Börse verzockt. Darüber hinaus war sein freiwilliges Frühableben alles andere als 'sozial Verträglich'. Es bestand keine Notwendigkeit, unbeteiligte mit hinein zu ziehen.
Montag 29 Dezember 2008
Steinmeier von den Sozen mal wieder
Neulich ging es in den ÖRs rund, dass der Kanzlerkandidat vom neuen Projekt 18 diverse Gesprächspartner aus Wirtschaft und Kirche zum runden Tisch einladen will. Warum nur geht mir in diesem Zusammenhang der alte Spruch
Es sprach der Fürst zum Popen „Halt Du sie Dumm, ich halt sie Arm.“
nicht aus dem Kopf? Der oberkandidelte Kandidat der Restsozen biedert sich als Moderator zwischen den angeblichen Fronten einer überkommenen feudalistischen Herrschaftsstruktur an. Dabei dürfte klar sein, das sich die Frontlinie kaum zwischen den Gesprächspartnern selbst befindet, als viel mehr zwischen denen und uns. Verabscheuungswürdig.
Donnerstag 14 August 2008
Neoliberalismus und Feuerwehr
Das neoliberale Staatskonzept ist wie die Feuerwehr, die ihren Gründungszweck – das Löschen – den Brandstiftern überträgt, weil sie die Brandursachen sofort checken, die Brandherde besser kennen und im Benchmarking schon immer vor der Feuerwehr da waren.
Renate Hartwig in „Der verkaufte Patient“.
(Ich habe kein Partnervertrag mit Amazon, empfehle das Buch aber trotzdem über den obigen Link weiter.)
Mittwoch 30 Juli 2008
Sarrazin: Zieh dich warm an – der Winter kommt
Der Theo aus Berlin gibt für den kommenden Winter Tipps zur Bekleidung ab. Beachtenswert, durchaus! Des Theos markige Sprüche veranlassten die Online-Redaktion des 2DF, mal ein paar Sprüche aus der rechten Ecke der Sozialdemokraten zu sammeln und zu veröffentlichen. Welche Interpretationen seitens diverser Medien dazu demnächst auch veröffentlicht werden, Sarrazin opfert sich offensichtlich dazu, den rechten Rand des praktisch beständig schwindenden Wählervolks abzuschöpfen.
Aber das ist nur eine VT. Eine weitere VT besagt, dass die Sozen gar keine Hauptrolle in der nächsten Regierung spielen wollen. Sie wollen nur so viel Anteil an den Stimmen, als das sie wieder mal in Bundestag einkehren können. Mehr nicht. Die VT besagt in der Hauptsache, dass die Sozen als künftiger Koalitionspartner lediglich ihre bisherigen Pfründe sichern wollen. Nicht nur, dass das Wählervolk schwindet, die Mitglieder der Volksparteien treten zunehmend aus ihren – äh – Schützenvereinen aus.
Mit einem Luftgewehr ins blaue Ballern, um anschließend an der Theke eine Lütje Lage zu kippen; einen besseren Eindruck hinterlässt die zweite Garnitur der Sozen kaum. Eher hat man den Eindruck, als das auf am Boden liegende nach getreten wird. Das macht man nicht. Daher sind die Sozen für unwählbar. Davon mal abgesehen sind die christlichen Parteien weniger christlich als neoliberal orientiert; die Partei der Zahnärzte und Steuerberater mit dem schwulen Mister 18% als Chef ist indiskutabel – Leutheuser-Schnarrenberger ist meines Erachtens das Vorbild der Stunde, an der niemals mehr Graf Lambsdorff oder Genschmän, der mit unserem Blanko-Scheckbuch die Welt alimentierte, heran reicht.
Die Grünen sind lediglich etwas für Vorstadt-Hausfrauen und deren Töchter. Wir erinnern uns: Der Flaschenpfand ging auf Merkel zurück. Wir erinnern uns weiterhin, dass Grüne Abgeordnete sowohl zu den Christen rüber machten als auch zur Energiewirtschaft. Nur um ihre persönlichen Interessen zu sichern. Mehr nicht.
Demnächst stehen wieder mal Wahlen an. Mein Aufruf an euch ist folgender: Geht Wählen!
Geht hin und wählt in eurem Sinne. Denn in jedem Fall wird die Regierung gewählt, die Deutschland verdient. Falls ihr keinen Bock habt zum wählen zu gehen, fordert Briefwahlunterlagen an – die werden für lau zugeschickt. Macht euer Kreuzchen vom Sofa aus irgendwohin auf den zugeschickten Zettelkram; genau dahin, wo es ihr für richtig haltet. Wenn ihr keinen der Angebotenen für würdig erachtet, gebt ungültige Stimmzettel ab. Aber gebt auf jeden Fall den Stimmzettel ab!
Um noch mal auf den Topic zurück zu kommen: Sarrazin 'der Mann der markigen Sprüche' ist meines Erachtens ein asoziales *****loch. Sarrazin steht für mich für den Rest der SPD. Die echten 'Sozen'
Und das mit der Überschrift verstehen wir mal als stimmungsvolle Verkürzung der Tatsachen, wie sie beispielsweise die 'Bild' täglich serviert und somit die Volksseele am köcheln hält.
Freitag 04 Juli 2008
Suchtprävention
Jaja, die Regierung mal wieder. Nun will sie den Alkoholverkauf an Tankstellen zu bestimmten Zeiten verbieten, weil angeblich zu viel heranwachsende und jugendliche (korrekte Reihung?) dem Alkohol frönen. Davon mal abgesehen, dass die Tanken mittlerweile mehr Sprit als Sprit – äh, mehr Alkohol als Benzin – verkaufen, wird unter einem merkwürdigen Vorwand diversen Menschen aus der Leichtlohngruppe eine Einkommensquelle aufgrund einer Fehleinschätzung versiegt.
Das etliche Tanken (und andere Verkaufsstellen mit Nachtschalter außer Apotheken) ihren Hauptumsatz nicht mehr übers Benzin machen, dürfte wohl eine Binse sein. Versucht mal eine Glühbirne oder einen Scheibenwischer passend für euer Kfz zu erwerben… (Fragt mal die Person hinter der Kasse wo es das gibt und ob das für 'Schnuckelchen' auch das richtige ist…) Ein Sechserträger dürfte wohl leichter erstanden sein. Gut, genug auf das Personal eingedroschen, aber klar dürfte sein, dass Tanken am Nachtschalter mehr der Grundversorgung der Bevölkerung dient, als dem Party-Drang des Nachwuchses Nachschub zu liefern.
Mit der Keule des Jugendschutzes haut diesmal Sabine Bätzing (SPD, 33, hübsch) um sich und trifft die Falschen. Denn derzeitig wird nirgendwo stärker auf's Alter geachtet, als an beschriebenen Tanken (und anderen Verkaufsstellen mit Nachtschalter einschließlich Apotheken). Das habe nicht nur ich persönlich selbst so erlebt, dies scheint wohl eine allgemeine Erfahrung zu sein, wenn man den Kommentaren aufgrund des Artikels auf Wel-T-Online glauben schenken darf. Meines Erachtens nach macht Frau Bätz einen auf Populismus. Nirgendwo gibt es weniger Menschen in der Altersklasse U18, als an Tanken (und anderen Verkaufsstellen einschließlich Apotheken).
Frau Bätzing haut mal wieder in die Medienkerbe: Beschreie die Ausnahmen, und leite dann nicht gerechtfertigte Handlungsvorschriften für die Mehrheit ab. Auffällige jugendliche mit Alkohlproblemen, die es in die Medien schaffen, sind eine Minderheit. Die Mehrheit ist durchaus in der Lage, sich zu benehmen. Anstatt sich der Minderheit anzunehmen, versucht Frau Bätzing die Mehrheit zu reglementieren, denn wie bereits beschrieben, des nächtens an der Tanke (und anderen Verkaufsstellen einschließlich Apotheken) treibt sich kein junges Pack rum.
Ach, ich vergaß zu bemerken, dass in diesem Sommerloch in den Medien noch nicht der Begriff 'Sommerloch' fiel. Denn mehr ist es nicht, als das sich wie üblich HinterbänklerInnen zu Worte melden – frei jeglicher Ahnung.
Bestenfalls werden Symptome abgestellt, aber am eigentlichen Problem geht es vorbei. Alkoholkonsum Jugendlicher, die durch Werbung verführt und durch 'beispielhaftes' Verhalten Erwachsener ermuntert werden, kann man nicht tolerieren. Die Kinder brauchen Hilfe und Anleitung. Was die Mehrheit der Bevölkerung aber nicht braucht, sind weitere Einschränkungen in der persönlichen Lebensführung. Es kann ja wohl nicht angehen, dass eine Mehrheit aufgrund einer schlecht bis gar nicht erzogenen Minderheit Einbußen in der privaten Lebensführung hinnehmen soll.
Diesen Ball pritsche ich zurück übers Netz. Vorbildcharakter haben in erster Linie Eltern, dann kommen Kindergärten, Schulen und höhere Lehranstalten – auch des zweiten Bildungswegs (Hallo Gazprom-Gerhard). Erstere haben selbstverständlich die Hoheit über die Erziehung ihres Nachwuchses. Alle anderen lehren einen gemeinschaftlichen Konsens, der von der Mehrheit der Bevölkerung bestimmt wird. Oops, jetzt sind wir in der Bildungspolitik angelangt.
Die Äußerung von Frau Bätzling kocht bestenfalls die Volksseele hoch, echte Lösungen bleiben leider außen vor (Werbeverbot für jegliche Drogen? Gesellschaftlich unterstütze Erziehung zu freien und bewusst lebenden Menschen?). Nur Populismus, mehr ist das nicht, was Frau Bätzing da äußert. Die Forderung geht mal wieder an einer Mehrheit vorbei, klingt aber gut. Das mit den Drogen ist sowieso so ein kurioses Ding – seit bestehen der Menschheit werden bewusstseinsverändernde Stoffe eingenommen. Kein künftiger Kulturschock wird darüber hinweg helfen. Ein geeigneter Umgang, der von klein auf gelehrt wird, scheint angezeigt. Aber davon ist die Drogenbeauftragte der Sozen weit entfernt.
Das Dumme an der Sache ist aber mal wieder das scheiß Web 2.0; siehe die Kommentare zum oben verlinkten Artikel. Die Hauptkritik aber ist und bleibt, dass ein zunehmender Personenkreis (aka Wähler) keine weiteren Einschränkungen in der persönlichen Lebensführung hinnehmen will. Wir Erinnern uns künftig: Frau Bätzing ist Parteimitglied der SPD.
Mittwoch 04 Juni 2008
Hohes Amt
Volker Pispers über das Hohe Amt der Bundespräsidentin. Jau, wußte gar nicht, das es beim WDR eine Kabarett-Kolumne gibt. Blöd nur, das kein Feed verfügbar ist.
Mittwoch 28 Mai 2008
Mit einem Fuß im Knast
Laut einer Kurznachricht aus den ÖRs hat ein weiter Genosse der SPD die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaften auf sich gezogen. Nach einer Verhandlungsdauer von 18 Monaten befand das Landgericht Köln das SPD-Mitglied Hardy Fuß (53) wegen Beihilfe zur Untreue für schuldig. Drei Jahre gab es dafür aus dem Stehgreif. Nun gut, wegen überlanger Verfahrensdauer wird der Zeitraum einer Schwangerschaft angerechnet.
Ebenso Schwanger gingen letztendlich die Entscheidungen unserer Gerichte gegen die Genossen Klaus Heugel (70) und Norbert Rüther (57) – beide ebenfalls Sozialdemokraten –, die nach einer Revision in Karlsruhe nun auf eine Bewährungsstrafe hoffen dürfen – anstatt Knast. Mit Sicherheit wurden die beiden Genossen aus dem Stehgreif heraus zu Gefängnisstrafen verurteil, aber soviel lässt sich aus dem Artikel des Express nur erahnen.
Nicht schlecht, aus dem Stehgreif heraus gleich in den Knast. Ohne Bewährung oder so. Das einzige was mir dazu nur einfällt, ist das kleine Lied von Marc-Uwe Kling: Wer hat euch verraten?
Arbeitslosenstatistiken
Die Süddeutsche-Online stellte jüngst fest, dass die Arbeitslosenzahlen seit der Kohl-Ära wohl geschönt worden sein sollen. Dazu fällt mir nur folgendes ein:
<Loriot>
Ach.
</Loriot>
Der Hut ist so alt, dass mir dazu nichts mehr einfallen will. Na immerhin ist diese Erkenntnis nicht nur in den Mainstreammedien angekommen, darüber hinaus wird sie vom Munde gegeben.
Montag 14 April 2008
Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten!
Marc-Uwe Kling war mir bislang auch noch nicht bekannt.
Hier
der Direkt-Link, falls das Video irgendwann mal nicht mehr
abgespielt wird. (Oder bei YouTube mal nach Marc-Uwe Klinng googeln
tuben suchen.) (via Fefe)
Dienstag 18 März 2008
Verluste sozialisieren
Einer der bekanntesten deutschen Lobbyisten erhält mal wieder ein Forum in gebührenfinanzierten Medie: Hans.Werner Sinn referiert auf tagesschau.de über die Bankenkrise. Ein heilsamer Schock täte den Banken ganz gut, meint er. Der Meinung bin ich auch. Den Spielkälbern in Führungsetagen gehört in der Form endlich mal eins übergezogen, als das sie für die Scheiße die sie bauen, zur Haftung heran gezogen werden. Was im übrigen für alle Manager gelten sollte.
Nun labert Hans-Werner Sinn in den von mir mitfanzierten Staatsfernsehen folgendes:
Deutschlands Privatbanken sehe ich nicht als gefährdet an. Wir haben allerdings ein ähnliches Problem bei den staatlichen Landesbanken, die wegen des staatlichen Schutzes riskantere Geschäfte angehen als die privaten Banken und in letzter Zeit riesige Verluste gemacht haben. In Sachsen musste der Landeshaushalt dafür aufkommen, als die Landesbank sich auf dem US-Kreditmarkt verspekuliert hatte.
Der Hornorarprofessor nutzt die Gelegenheit, um mal wieder gegen die öffentliche Hand zu polemisieren. Allein schon wegen der Aussage des riskanteren Geschäftsgebarens der Landesbanken sollte einer der Herren aus eben jenen Institutionen mal rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. Zusammen mit Ackermanns begehren, dass der Staat einspringen solle, wird klar, wohin die Reise gehen soll: Der Staat soll sich aus den Entscheidungen der Wirtschaft heraus halten, aber wenn es dann doch schief gehen sollen, sollen wir alle zahlen. Das wir schließt selbstverständlich die Verantwortlichen aus. Geht es noch?
Das die Landesbanken risigere Verluste machen als die öffentlichen Banken sei noch mal dahin gestellt. In Amerika springt schon seit ein paar tagen das Plunge Protection Team in die Bresche. In Amiland ist die Währungsbank bereits privatisiert; das ist der Witz an der Sache, nur dass uns das Lachen dabei im Halse stecken bleibt. Ackermann, Sinn und Konsorten fordern ein Einspringen des Staates Dummerweise müssen wir das tun, um schlimmeres zu verhindern. Aber ich befürchte mal, dass daraus keine Konsequenzen gezogen werden.
Christian Radler, der von mir mitbezahlte Fragensteller, blieb schön an der Oberfläche. In dem Interview kommt eigentlich nichts neues heraus. Jeder, der unsere Presse zu diesem Thema verfolgte, kann schon ahnen was kommt. Nirgends wurde nachgehakt; Diesen unsäglichen Sinn wurde mal wieder ein Forum geschaffen um seine praktisch nicht tragfähigen Ideologien zu unser aller Nachteil zu verbreiten.
Gespannt bin ich mal, was die Nachdenkseiten morgen zu diesem Beitrag meinen. Wer mehr über den Lobbyisten Hans-Werner Sinn lesen möchte, dem sei die Suchfunktion auf den Nachdenkseiten empfohlen. Letzten schon gab die Süddeutsche diesem Experten ein Forum zum Thema Mindestlohn. Die Antworten in den Leserkommentaren, obwohl diese nur zu üblichen Bürozeiten möglich sind, sprechen für sich. Außerdem entzogen die Wikipedianer den Beitrag über Hans-Werner Sinn wegen inhaltlicher Differenzen bezüglich der Auswirkungen seiner von ihm vertretenen Meinung der öffentlichen Bearbeitung.
Vielleicht steckt aber auch eine Methode dahinter. Vielleicht soll mit solchen Typen Stimmung gegen die derzeitige Regierung gemacht werden. Das könnte klappen… aber nein, das klappt nicht, da die Leserinnen der Medien, die Sinn eine Plattform bieten, einfach zu blöd sind und jeden Mist glauben.
Dienstag 05 Februar 2008
Auswüchse der privatisierten Post
Als Anekdote wäre es ja recht originell, wenn es einen nicht so bitteren Nachgeschmack hätte.
Kacke
Wachsfigur von Angela Merkel bei Madame Tussaud's enthüllt. Nun muss man unsere eigentlich nicht gewählte Regierungschefin doch ernst nehmen.
Sozen gegen Kinder
Jüttners jüngster Vorschlag geht mal wieder voll in die Hose: Kürzung der Steuerfreibeträge für Kinder zugunsten von Sachleistungen wie Bücher und Essen. Die Besserverdienenden nehmen dies bestenfalls schulterzuckend zur Kenntnis. Bücher können die sich sowieso leisten und ihre Plagen gehen von ihrem Taschengeld eh' bei Mikky D. gegenüber essen.
Das mit den Büchern wäre ja schon eine gute Sache, würden die lieben kleinen eh' nicht schon die Schulliteratur der Vorgängerklassen aufbrauchen. Aber eine kostenmäßig umgelegte Schulspeisung dürfte pro Bälger wohl weniger ausmachen, als der Kinderfreibetrag von 5.808,– ¢. Auf wessen Kosten will Jüttner wohl sparen?
Ich sehe es schon kommen: Eine steuerfinanziertes Handgeld für die Großküchen und anschließend erinnert sich Jüttner daran, dass die Schulbücher schon seit geraumer Zeit aus der Gemeinschaftskasse finanziert werden. Eine Steuerersparnis zu Lasten jener, die schon kaum was haben.
Jüttner ist der SPD-Loser der letzten niedersächsischen Landtagswahl. Bislang ist er eigentlich durch nichts aufgefallen. Nun aber meint er, mit der neoliberalen Scheiße eines Gas-Gerds in der Öffentlichkeit punkten zu müssen. Das Dumme daran nur ist: die öffentliche Meinung schwenkt gerade um. Wie wäre es denn, jetzt mal ein Vorschlag von mir, mal wieder was in die Bildung 'unseres' Nachwuchses zu investieren? Die uns alle am Herzen liegende Zukunft Deutschlands könnte davon abhängen.
Wie wäre es denn, wenn die Regierung Steuergeschenke abschafft? Wie wäre es denn, wenn unsere Regierung indirekte Subventionen (Stichwort PIN AG) abschafft? Mal im ernst, es werden Industrien gepudert, damit sich gewählte Volksvertreter einen geruhsamen, arbeitslebenabschließenden Frühstücksdirektorposten abgreifen. Die Mehrheit der Arbeitsplätze stellen die kleinen bis mittleren Unternehmen, nicht die Industrie. Warum fördert man nicht die Arbeitsplatzbeschaffer?
Noch ein Nachtrag in eigener Sache: Auf einen völlig hirnlosen Kommentar beim Andreas drüben antwortete ich: „Ich für meinen Teil bemühe in letzter Zeit ja nun auch vermehrt die eher rhetorische Frage-Antwort-Kombination: „Wer hat euch verraten? Die Sozialdemokraten!“. Aber ich bin immer bemüht, das in einen Kontext zu setzen.“ Nun, hier und heute habe ich einen Kontext zwischen Verrat und Sozialdemokratie hergestellt.
Noch was zum Schluss: Jüttner, rasier dir endlich deine Schnottbremse ab!
Sonntag 27 Januar 2008
Über den Haufen schießen
Dann war da noch der erste von drei Artikeln in der Jungen Welt, der sich mit der Geschichte des innerpolitisch eingesetzten Millitärs gegen aufmüpfige Deutsche einsetzte. SSchäuble ist zwar der Aufmacher, aber die deutsche Geschichte der Unterdrückung der Unterthanen fängt in dieser Story ca. 1819 an, als der Deutsche Bund im §26 der Wiener Schlußake verfügte, daß »in einem Bundesstaate durch Widersetzlichkeit der Unterthanen gegen die Obrigkeit die innere Ruhe unmittelbar gefährdet« sein sollte oder eine »Verbreitung aufrührerischer Bewegungen zu fürchten« sei. In der Regel lagen hierzu Ersuche der betroffenen Fürsten vor.
So marschierte der preußische »Kartätschenprinz« Wilhelm im Juni 1849 in Baden ein, um den von Republikanern verjagten Großherzog Leopold wieder ins Amt zu setzen. 1851 forderte die kurhessische Regierung Bundesbeistand an, weil das eigene Offizierskorps die Ausführung verfassungswidriger Befehle verweigert hatte. Frank Brendles Artikel erster Teil seiner Trilogie führt über den sturmfluterprobten Helmut Schmidt und seine Aufweichungen des Dammes gegen Willkür – unser Grundgesetz – bis hin zu Zitaten unserer Verfassung.
Bis hierhin ist der Artikel durchaus noch erquicklich, aber zweimal dieselbe Textlänge von Schilly bis SSchäuble könnte ermüdend sein. Vielleicht kommt ja eine leicht verständliche Chronologie neumodischer Überwachungstechnologien nebst deren Verwicklungen höchstrangiger Beamter hinzu. Dann wäre es insgesamt lesbar. Aber um eine sich eine abschließende Meinung über die Serie zu bilden, ist es noch ein wenig zu früh.
Klatschvieh
Wir beklatschen Ypsilanti, Wulff und Die Linke. Wir verabschieden uns von Koch, der am Holocaust-Gedenktag für seine menschenfeindliche Propaganda abgestraft wurde (was meint ihr, warum Halbmast geflaggt wurde? Ach, ihr ward nicht wählen?). Damit wurde auch der Einsatz Merkels für Koch abgestraft; für Wulff kam dabei nichts um die Ecke. Nachdem der christliche Pitbull in Hessen in sein Körbchen verwiesen wurde, müsen wir – in welchem Sinne auch immer - auf den niedersächsischen Schwiegersohn müssen wir noch achten.
Koch (und Merkel) gelten in Hessen als abgesägt. Historische Verluste
der C-Partei in Hessen gelten als gesichert. Zugewinne ohne Ende für
SPD, aber die Gelben und Grünen ließen in den Wahlergebnissen ebenfalls
eher nach. Ähnlich verlief es in Niedersachsen: Einbußen bei Schwarz,
Rot, Gold Gelb und Grün. Einzig Die Linken sind auf
jeden Fall drin im Landtag. Auch da werden wir ein Auge drauf
haben, auch wenn der Vefassungschutz meint, die Leute nicht
mehr überwachen zu müssen.
Die etablierten Parteien haben auf breiter Front Verluste erlitten, mit Ausnahme der hessischen Sozen. Die einzigen Gewinner, die ich Moment sehe, sind Jungs und Mädels von der Die Linke. (Bescheuerter Satz, aber die Linken haben sich nuneinmal diesen Namen gegeben.) wtf Jüttner? In den letzten beiden Tagen machten Zeitungsberichte die Runde, in denen auf das äußere eingegangen wurde. Kamerad (spricht man sich bei den Sozen so an?) Jüttner, rasier dir bitte deine Schnottbremse ab.
Noch eine Anmerkung: So wie ich das im Moment sehe, befinden sich die alten Blockflöten in den bereits im Bundestag vertretenen Parteien. Die Linke ist die einzige Partei, die sich mit ihren Erblasten befassen musste und sich schlußendlich darüber hinaus neu formierte. Kochs Vermächtnis angeblich jüdischer Vermögen hingegen bleibt immer mit einem bitteren Beigeschmack behaftet. Wie auch immer, Die Linken (Eigennamen nach 'm Komma in groß geschrieben geht glaub' ich in Ordnung, auch wenn es scheiße aussieht) sind in zwei 'westlichen' Landtagen eingezogen.
Die Aussage mit den 'westlichen' Landtagen lief wirklich über irgend einen öffentlich rechtlichen Sender. Die gedankliche Trennung in Ost- und Westdeutschland sollten wir mittlerweile hinter uns gebracht haben. Aber offentsichtlich wird dieses Klischee von der schreibenden Zunft noch benötigt. Laut meiner Alltagserfahrung gibt es da für mich keine Unterschiede.
Es ruckelt
langsam in Deutschland, Herr Bundessparkassenpräsident.
Wir schneiden wenn es denn sein muss alte Zöpfe ab, aber verarschen
lassen wir uns letztendlich nicht. In diesem Sinne: Nokia Geld in den
Arsch zu schieben ist wie den Falschen Propheten zu folgen. Es
muss in der nächsten Zeit viel passieren, nicht nur bei Subventionen.
Aber bevor eine künftige legislaturperiodenorienterte Politik nur für
positive Schlagzeilen sorgt, sollten sich gewählte Interessensvertreter
mal 'nen Kopf darum machen, worum es wirklich geht.
Meines Erachtens gehören interessngeleitete Börsenergebnisse und vor allem Konzerne nicht zu den von der Mehrheit bevorzugten Zielen, auf wenn sich nach einem politisch gewählten Mandat lukrative Nachfolgejobs ergattern lassen. Ebenso wenig gehören von der Allgemeinheit bezahlte Infrastrukturen aufgrund einer schrägen Kassenlage zur Disposition. Hier ein Zuruf meinerseits an die Regierenden: Überdenkt eure Subventions- und Steuerpolitik. Und darüber hinaus das mit dem kurzsichtigen Verhökern öffentlich finanzierter Infrastrukturen sowieso.
Im Bundesrat gingen wertvolle Sitze an die 'Sozen' verloren. Wir erinnern uns: Der Bundsrat entscheidet vorinstanzlich über Gesetze, die im Bundestag aufgrund mittlerweile nicht mehr nachvollziehbarer Abhängigkeiten von der eigentlich nicht gewählten Regierung verabschiedet werden. Muss es denn sein, dass der Bundesgerichtshof letztendlich unser Grundgesetz schützt?
Hallo Herr SSchäuble, es streiten sich zwei Kammern des Bundesgerichtshofs darum, ihre Wahnvorstellungen vom Neues Deutschland zu verhindern. (Scheiß Satz, aber die Wortspielerei gelang mir nicht anders.) Muss sowas sein? Sie und ihr Weltbild, Herr Schäuble, sind veraltet und somit obsolet.
Die Linken sind drin, wie einst Die Grünen. Hoffnungsvoll, aber dennoch ein wenig skeptisch werden wir dies beobachten und kommentieren. Vielleicht übernehmen Die Linken die selbe Rolle wie einst Die Grünen. Koch ist raus und Ypsilanti drin. Im Bundesrat gingen wertvolle Stimmen an die Roten verloren.
Ein weiterer durchs deutschsprachige Web geistender Spruch Lautet: „Wer hat euch verraten? Die Sozialdemokraten!" Was auch immer da kommt, liebe Wähler, seid wachsam!
Freitag 25 Januar 2008
99 Kriegsminister
99 Kriegsminister
Streichholz und Benzinkannister
Hielten sich
für schlaue Leute.
Witterten schon fette Beute
Riefen: Krieg!
Und wollten Macht
Mann, wer haette das gedacht
Dass es einmal
soweit kommt
Wegen 99 Luftballons
Ab Sonntag gehen bundseweit Wahlen los; Beweg deinen Arsch gefälligst zur Urne und schlag dein Kreuz! Im gesellschaftlichen Sinne natürlich.
Mittwoch 23 Januar 2008
Recht sichert Freiheit
Prävention ist es, das Land und seine Bürger vor Gesetzen des Innenministers Schäuble zu bewahren.
Hier geht es zum Kommentar von Heribert Prandtl über das Wirken unseres Bundesinnenministers SSchäuble. Außer dem Artikel sind wie immer die Leserkommentare empfehlenswert.
Freitag 11 Januar 2008
Der Koch mal wieder - die Angst wird größer
Eigentlich müsste es ja heißen: Der Koch schon wieder. Seit ein paar Tagen wird er ja einhellig von den etablierten Medien zerrissen. Seine doch sehr polemischen Äußerungen zu ethnisch herausgeforderten Mitmenschen missfiel nicht nur der vierten Gewalt. Mittlerweile Einhellig beschwören die Inhaber der einzig wahren Information – journalistisch ausgebildet Redakteure in Diensten einer Handvoll Verlagsinhaber – den Untergang Deutschlands, wenn der maßgebliche Lügner Roland Koch (CDU) mit seinem aktuellen Geschepper politisch Boden gut macht. Immerhin haben sich die einzig wahren Deutschen von der NPD auf seine Seite geschlagen.
Der hessische Ministerpräsident also wird derzeit öffentlich ausgebremst. Sogar die eigentlich nicht gewählte Bundeskanzlerin machte in seinem Sinne Wahlkampf, entgegen der mehrheitlichen Meinung der Deutschen. Das könnte Wählerstimmen in den beiden in diesem Monat laufenden Landtagswahlen kosten.
Aber eigentlich wollte ich auf ein Paar andere Details hinaus. Die Debatte um die Internierung jugendlicher in abgeschlossenen Lagern läuft seit ungefähr letzter Woche. Irgendwann kurz danach (also vor ein paar Tagen) kamen lesbar aufbereitete Statistiken zur Ausländergewalt auf, die im völligen inhaltlichen Kontrast zur derzeitigen christlich orientierten Parteipropaganda stehen. Die Rolle der 'Bild' dürfte dabei allen klar sein. (Außer den Vollhonks, die das Blatt kaufen und/oder ernst nehmen).
Darüber hinaus äußerte sich jüngst im 3sat-Fernsehmagazin nano Christian Pfeiffer über die 'gefühlte Kriminalität'. Jau Mann, bei eben jenen Pfeiffer handelt es sich um den Killerspiel-Pfeiffer. Sein Beitrag im eher wissenschaftlich geprägten öffentlich-rechtlichen Fernsehmagazin nahm schon im Vorfeld allen Hetzern den Wind aus den Segeln. Übertitelt war der Beitrag mit Immer weniger Verbrechen, doch die Angst wird größer.
Auf den Zusammenhang zwischen dem Artikel auf Berlin-Online und dem Wissen des steuerfinanzierten Pfeiffer Christian kam es mir an. Medien und Gelehrte bewegten sich endlich mal gleichzeitig auf dem Boden der Tatsachen. Aber die gängige Kolportationsmaschine schießt sich auf eine Meinung ein, die eine Minderheit retten will. Joh Mann, das ist deutscher wie es nicht sein kann.
Das ist Scheiße.
Statistiken und der gelehrte Pfeiffer erzählten bereits vor geraumer Zeit das genaue Gegenteil von dem, was der CDU-Koch aus Hessen uns einzutrichtern versuchte. Alles was nachrichtentechnisch seit vorgestern kam, ist einfach nur – in wessen Sinne auch immer – aufgeheizt.
Einer Abwahl des Hessen-Koch wäre ich alles andere als abgeneigt eingestellt. Allerdings müsste man dazu das wahlfaule Hessenvolk mit der Peitsche zur Urne treiben.
Sonntag 06 Januar 2008
Rede des Jahres 2007
Oskar Lafontaine nahm mal wieder die gegenwärtige Politik unserer eigentlich nicht gewählten Regierung auseinander. Seine Rede in der Debatte zum Bundeshaushaltsplan 2008 wurde zur Rede des Jahres 2008 erkoren.
Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen begründet die Wahl damit, dass Sie [die Rede]vereint alle rhetorischen Vorzüge: argumentiert überzeugend, scheut nicht vor unpopulärer Kritik zurück, formuliert scharf, anschaulich und gibt den Benachteiligten in unserer Gesellschaft eine wirkungsvolle Stimme.
Solche Reden darf man einfach nicht unter gehen lassen, egal auf welcher politischen Seite man steht.
Wissenschaft vs. Glaube
Eine auf den Punkt kommende Grafik, welche den Unterschied zwischen Wissenschaft und Glaube zeigt, gibt es biem Skeptiker.
Freitag 28 Dezember 2007
Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
Nun ja, Richtlinie klingt ja so, als ob man sich nur grob daran halten müsste. Eher wie ein Pfad, an dessen Ende ein Licht erstrahlt. Dieses Licht soll dann das Ziel irgend jemanden Strebens darstellen, worauf wir uns alle in Bewegung setzten sollen. Was einem hinter dem Licht erwartet, wird uns erst die Zukunft zeigen. Die wahren Absichten unserer Führer bleiben aber im Dunkeln.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Vorratsdatenspeicherung wurde abgenickt. Was das nun für jeden einzelnen bedeutet, hat Tagesschau.de kurz und vor allem verständlich zusammengefasst. Immerhin verfügt Tagesschau.de über eine nennenswerte Reichweite; so bringen sie die Problematik des Überwachungsstaates in das Bewusstsein des Volkes.
Der Artikel ist gut lesbar, sachlich, verständlich und kommt auf den Punkt. Der Artikel, eher der Link darauf versehen mit einem inhaltlichen Hinweis, eignet sich sehr gut zum Verschicken an andere. Ein wenig spät kommt diese Art der Berichterstattung ja schon, aber immerhin kommt sie.
Vielleicht informiert die so genannte Vierte Gewalt – ob privat oder öffentlich rechtlich sei mal dahin gestellt – in Zukunft im Vorfeld über derart völlig vor allem für Normalbürger unverständliche Entscheidungen unserer 'Politikerkaste'.
Aber das 'Klatschvieh' nimmt nur das wahr, was Journalisten so veröffentlichen. Welche Filter dabei eingesetzt werden, bleibt weiterhin im Dunkeln. Nach solchen Artikeln – siehe obiges Beispiel – bleibt eigentlich nur eine Feststellung: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Donnerstag 20 Dezember 2007
Zum Manager wird man geboren - Eliten bleiben unter sich
Eigentlich stellt die Feststellung, das Eliten unter sich bleiben, keine wesentliche Neuigkeit dar. Mittlerweile aber ist es wissenschaftlich untermauert. Der Elitenforscher Michael Hartmann gab dem Spiegel ein Interview zum Thema Abstammung, Bildungspolitik und Elite. Für sehr viele von uns sieht es schlecht aus, die besser gebildeten können durchaus Glück haben, aber zur Elite gehört man nur, wenn man die Gnade der richtigen Geburt erleben durfte. (Na, durch welches Adjektiv muss ich 'richtigen' ersetzen, um ein Zitat vom Bimbes-Kanzler zu erhalten?) Da wir noch viele dunkle Abende vor uns haben, könnt ihr euch die Zeit mit einem guten Artikel vertreiben.
Dienstag 18 Dezember 2007
Genug Gespart!
Ein Linktipp für politisch Interessierte: Genug Gespart! Angemerkt sei noch, dass es sich um eine Initiative diverser Gewerkschaften und des Öffentlichen dienstes handelt.
Meiner Meinung nach gehören Infrastrukturen jedweder Art niemals in private Hände.
Samstag 13 Oktober 2007
Gewalt in Afghanistan
Der enttäuschende Ausgang der Abstimmung hat ja wohl hoffentlich jeder aus den Medien entnommen. Die Abstimmung für den Wahlkreis Hannover 2 sah wie folgt aus:
- Edelgard Bulmahn (SPD): dafür
- Patrick Döring (FDP): dafür
- Silke Stokar von Neuforn (GRÜNE): enthalten
- Dr. Diether Dehm (Die Linke.) dagegen
(via Abgeordnetenwatch)
Früher, als wir noch einen Schröder hatten, hielt ich die Sozen für die bessere Wahl. Davon muss ich mittlerweile besseren Wissens abstand nehmen. Selbst irgendwelche Interessenskonflikte, welche sich aus der Zusammenlegung der Themenkomplexe ISAF und Tornadoeinsatz ergeben, können meiner Ansicht nach nicht als Ausrede dienen. Wenn unsere Regierung beide Bereiche zusammenlegt um Sachzwänge zu schaffen, muss man beides pauschal ablehnen. Edelgard und Patrick unterwarfen sich den Fraktionszwang – soviel guten Willen bin ich meinerseits bereit zu geben. Einzig Silke hob sich aus der Masse hervor, in dem sie sich dem Fraktionszwang versagte.
Mal 'n paar andere Fragen: Hat jemand mitbekommen, wie sich die Ernteerfolge des afghanischen Opiums im letzten Jahr entwickelten? Wer verdient daran und warum müssen unsere Jungs ihren Kopf dafür hinhalten, gegen den Willen des Volkes?
Journalistische Stileblüte am Rande: Der Bundestag hat mit breiter Mehrheit für die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan um ein Jahr gestimmt. (via Reuters in der Süddeutschen gelandet)
Alles klar? Unsere eigentlicht nicht gewählte Regierung entsendet Soldaten (eure Söhne und Töchter) entgegen den Willen des deutschen Volkes auf Wunsch eines Despoten aus irgendwo weit weg in einen Krieg, der sich hier zu Lande bemerkbar machen könnte. Wählt nächstes mal vernünftig!
Was an Hartz fear schlecht ist?
Na zum Beispiel die generelle Herabwürdigung des Menschen. Wir wollen nicht vergessen, das viele von den betroffenen unverschuldet in diese Not gekommen sind. Aber bevor ich anfange, hier 'rum zu polemisieren, klopfe ich Andreas erstmal virtuell auf seinen Schultern rum. Der köstliche Lesetipp für's Wochenende hat leider nur einen bitteren Beigeschmack: Was ist denn schlecht an Hartz IV? fragt der SPD-Ortsvorsitzende Frank Gerstmann des Ortsvereins in Kirchmöser/Plaue.
Immerhin darf sich der studierte SozPäd eines prominenten Neumitglieds
erfreuen, der seinen kargen Schweinestall seine
illustre Gartenlaube wohl kaum behelligen wird. Was der
Artikel der Berliner Zeitung nur am Rande aussagt, sind ein paar
Details über Steinmeiers politischen Werdegang. Bleiben tut nur ein
schaler Beigeschmack, welcher beim Genuss der sozialdemokratischen Basis
entsteht.
Als Neuankömmling in diesem Dorf erhofft sich unser derzeitiger Außenminister einen Listenplatz für den Bundestag. Nur erhebt sich die Frage, wie Steinmeier in sein jetziges Amt reingehievt wurde. Als FROG dürfte ihm dies eher leicht gefallen sein – seine Seilschaft wird ihm wohl geholfen haben. Eine andere Frage die sich mir stellt, ist, wtf macht er zur Zeit? Die Frage dürfte durchaus berechtigt sein, denn immerhin wird er von uns allen bezahlt.
Steinmeiers Chefin tingelt durch die Welt, mahnt saubere Luft an, fordert Demokratien ungeachtet der Wünsche der besuchten Nationen ein und lässt sich zuhause kaum blicken. Und wenn, dann nur um dem Wahlvolk mal wieder eins über zu ziehen. Kurzum; Merkel mimt den Außenminister, unser Außenminister macht gerade, äh, was? Na, immerhin stellte er seine Bemühungen ein, künftige SPD-Wähler vom rechten Rand unserer Bevölkerung abzufischen.
Ach ja, er arbeitet gerade an seiner demokratischen Legitimation. Mit einem Wahlkreis im Rücken, in dem SPDler quasi auf am Boden liegende, sozial schwächere nachtreten, dürfte Steinmeier sich wohl heimatlich verbunden fühlen.
Kann man was daraus lernen? Weiß ich jetzt auch nicht, aber das Sozialpädagogen und Sozialdemokraten sowenig sozial sind wie Christdemokraten oder gar Christsoziale christlich, dürfte eigentlich nichts neues sein. Wer dieses unbeirrt glaubt, glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten.
Der Artikel der Berliner Zeitung dürfte in diesen Zeiten, in welcher mehr als nur Nächte früh über uns hereinbrechen, für ein wenig kurzweil sorgen. Viel Spaß.
Donnerstag 04 Oktober 2007
Birma? Ich auch nicht
Ich weiß auch nich, um was in Birma geht. Ich weiß nur, das Klerikale in irgendwo weit weg sich in Opposition zur ihrer Regierung befinden. Ich persönlich befinde mich auch in einer Opposition zu unserer eigentlich nicht gewählten Koalition. Hey, ich finanziere via Steuern unseren Beamtenapparat, unsere Regierung und weis die Hölle was sonst noch – also BKA, nehmt erstmal die unproduktiven aufs Korn. Einige wenige unserer Ober-Pfaffen mäkeln auch ständig rum. Trotzdem nimmt sie (hoffentlich) niemand ernst.
Für was singen die Priester in Birma? Gegen eine Militärregierung? Das ist erstmal aus unserer Sicht völlig O.K. Last man Standing gewissermaßen, aber diese Erfahrung steht uns noch bevor. Desweiteren singen wir auch gerne gegen die Auswirkungen unserer demokratisch gewählten ReGIERung an. Aber mal im Ernst jetzt, stabile Verhältnisse im indischen Ozean sichern uns unseren warmen Arsch. Obwohl künftige Winter nicht gerade mit Kälte drohen.
Um was es geht? Unseres Gleichen macht es sich im Sessel bequem, während anderswo die Waffen gezückt werden. Publikumswirksam versteht sich, Denn gegen ein Miliär ansingende Priester in irgendwo weit weg machen vielmehr her, als hiesige demonstrierende Bürger, welche ihre Meinung gemeinschaftlich offen kundtun.
Hier wie dort protestieren Bürger gegen ihre Obrigkeit. In irgendwo weit weg richtet sich der Volkszorn halt gegen Machthaber, welche anstatt einer angeblich gemeinschaftlichen Legitimation eine Uniform nebst deren angeblichen Vorrechten vorziehen. Hier wie dort singen lediglich – im übertragenen Sinne – Priester, zuzüglich ein paar ewig Gläubige sowie Mitläufer mitgerechnet. Aber um was geht es jetzt konkret? Bürgerrechte vielleicht? So weit weg sind wir von Birma nun doch nicht.
Das alles aber wissen wir nicht genau. Wenn man der allgemeinen Nachrichtenlage glauben schenken darf, treffen in irgendwo weit weg zwei Parteien ziemlich krass aufeinander. In einer Sache aber bin ich mir sicher: Die dortigen Verhältnisse lassen sich nicht auf Deutschland übertragen.
In der Vermittlung der Faktenlage hingegen tun sich Schwarze Löcher auf. Das gebührenfinanzierte 2DF schafft es immer noch nicht, den keimenden deutschen Bürgerprotest bezüglich des bevorstehenden Überwachungsstaats zu vermitteln. Falsche Fakten werden veröffentlicht, um sie im Nachhinein mit windigen Ausreden zu verteidigen. (Bitte den Artikel einschließlich der Kommentare lesen!)
Was geht Mann? Lassen sich die Ereignisse wirklich nicht auf Deutschland übertragen?
Langsam kristallisiert sich in mir ein Bild unserer Situation heraus: Auf sämtliche Medien ist keinerlei verlass. Jeder Wichtige kann machen was er will, unser Qualitätsjournalismus wird es schon Filtern und Zielgruppengerecht aufbereiten. Aufgrund welcher Faktenlage soll ich jetzt gegen wen demonstrieren?
Um was ging es jetzt nochmals? Ach ja, um Birma. Oder war es die Straße von Malakka nahe bei Myanmar? Hatte ich das mit der chinenesischen Öl-Pipeline schon erwähnt, welche den westlichen Schiffsverkehr abhängt? Nein? Na ja, auf jeden Fall geht es um irgendeine Show in irgendwo weit weg, welche dich und mich allenfalls peripher tangiert.
P.S.
Wer in diesem Beitrag ein wenig Zynismus entdeckte, darf ihn behalten – für lau.
Montag 01 Oktober 2007
Löschen (IV)
Wie Patrick ergänzend zum Löschen…-Beitrag meinerseits erwähnte, kann man seine Festplatten auf mittels der Installations-CD/DVD inhaltlich tillen. Über das Warum dürfte wohl mittlerweile keine Unsicherheit mehr herrschen. Einer mäßig, aber regelmäßig gesäuberten Festplatte spricht nichts entgegen; viel mehr sprechen die Bestrebungen einiger Minsiter unserer eigentlich nicht gewählten Regierung dafür. Aber auch ein persönlicher Nutzen spricht zum gelegentlichen Ausmisten: Endlich wieder genügend Platz für neue Gedanken!
Dann war da noch der blöde Spruch mit 'Ich habe nichts zu verbergen!' Yo man, dann installier doch eine Webcam in deinem Schlafzimmer. Wir wollen auch an deinem Spaß teilhaben. Oder füll doch mal auf einem Wochenmarkt eine Teilnahmekarte an einem Gewinnspiel aus… Das versprochene Mercedes-Cabrio als Hauptgewinn lockt doch echt.
Noch ein kleines Detail am Rande bezüglich angelegter Dateien: Viele Programme legen Cache-Dateien an, die nach Gebrauch zwar als gelöscht markiert werden, aber nicht sicher gelöscht werden. Damit ist nicht nur die vielfach als unsicher gebrandmarkte Swapdatei gemeint. Mit ein wenig Rekonstruktionsarbeit kann ein halbwegs unterwiesener Beamter solche Perlen wie Granny.Ass.Fuckers.2.XviD-TESORO.CD2.ShareConnector.[wnet.co.il].avi aus den Untiefen eurer Datensektoren hervorzaubern. (Keinen Spruch jetzt!)
Also, das wesentliche was ihr zu verbergen habt, ist eure Privatsphäre. (Solange ihr niemanden anderes dadurch schädigt.)
Samstag 22 September 2007
Pfadfinder Horst Köhler: "Eine bessere Welt ist möglich"
Der frühere Pfadfinder Horst Köhler hat ein Zeltlager veranstaltet. Zum 100-jährigen Bestehen der Bewegung lud der Bundespräsident rund 200 Pfadfinder aus verschiedenen Ländern in den Garten von Schloss Bellevue ein. Vor dem gemeinsamen Lagerfeuer erklärte er, die rund 38 Millionen Pfadfinder weltweit seien ein Beweis dafür, dass eine bessere Welt möglich sei. (Vollzitat via dradio – einschließlich Überschrift.)
Die Nachricht ist zu kurz, um einen eigenen Artikel zu entwickeln, Die
Nachricht selbst aber ist so lang, als das sie für sich selbst spricht.
In wessen Geist sollen die vom Sparkassen-
Bundespräsidenten Horst Köhler geforderten Eliten
eigentlich agieren? Eine mögliche Basis hat er ja jüngst am Lagerfeuer
für sich eingenommen.
Wer hat Köhler eigentlich gewählt? Ach ja, dass machen die von Euch 'gewählten' Repräsentanten irgendwie unter sich aus. Hatte ich schon mal meine Abneigung gegen jegliche Art von uniformierter (nicht uninformierter) Vereinsmeierei kund getan? Nein? Dies sei hiermit nachgeholt.
Bisher hielt ich die neu aufgetauchten Bilder, welche die
Schergen der SS in diversen Freizeiten nahe Auschwitz zeigen, für
eine aufarbeitungswürdige Randnotiz der Geschichte. Mittlerweile muss
ich es ob der gegenwärtigen Aktualität neu bewerten. Hey Herr
Bundespräsident Köhler, die von ihnen am Lagerfeuer eingelullten
angesprochenen wohlgenährten Kinder der Oberschicht stehen im krassen
Kontrast zu den in
Hartz fear abgedrängten hungernden deutschen Nachwuchses.
Geht 's noch?
Angeeignetes Brauchtum und Uniform, passt das zusammen? (Klick auf das Bild!)
In kürze Weihnachtet es mal wieder, nehmt euch im Vorfeld ein wenig Zeit für ein paar Gedanken über den Zweck eurer Frauen und Kinder.
P.S.
Hallo ihr Pfadfinder aus besserem Haus, von welcher elternfinanzierten Welt träumt ihr eigentlich?
Donnerstag 20 September 2007
Und die wollen in die EU?
Türkisches Gericht ordnet Sperrung von YouTube an
...Wie türkische Medien berichten, hatte eine Privatperson geklagt. ...
Mal im Ernst, wo kommen wir eigentlich hin, wenn jeder Schwanz für wichtig genommen wird? (via Deutschlandradio)
Samstag 15 September 2007
Grünes Afghanistan
Aus meinem Feed-Reader:
Der Bundesvorstand der Grünen konnte sich auf einem Sonderparteitag nicht mit seinem Leitantrag zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr durchsetzen. Die Basis verlangt einen «Ausstieg aus der Gewaltspirale».
Aha!
(via Netzeitung)
Playmobil-Mangel angedroht, China schuld
Ja ja, kaum ebben die Nachrichten rund um die bleiverseuchten Spielzeuge aus China ab, heben sich hiesige Produzenten mit gehobener Sitmme hervor: „China kann jede Qualität liefern“. Klar, das untere Ende des Fertigungsspektrums dürfte sich noch halbwegs in unserer Erinnerung befinden. Mattel zog freiwillig etliche Millionen seiner Produkte vom Markt zurück. Der Grund dafür waren halt jene bleiverseuchten Farben, die bei uns schon seit geraumer Zeit verboten sind.
Aber das ist ja alles nicht so schlimm, beteuert Andrea Schauer gegenüber dem Tagesspiegel. Denn schließlich lassen ja auch deutsche Hersteller in China fertigen. Also kann es ja gar nicht so schlimm sein. Frau Schauer spricht als Geschäftsführerin für Playmobil. Weinger laut tritt die Fa. Schleich in diesem Zusammenhang mit ihren 'Weichtieren' auf. Beiden gemeinsam ist, das sie relativ hochpreisige Artikel für Kleinst- und Klein- uns sonstige Kinder anbieten.
Der Teufel wird in Form von leeren Warenregalen an die Wand gemalt, die zur kommenden Weihnachstzeit die Läden der Spielehersteller beherschen sollen. Laut Frau Schauer können diese Lücken nicht aufgefüllt werden, wenn die EU die Einfuhr giftiger Spielsachen unterbindet. Denn die Produktion kann in Deutschland nicht beliebig hochgefahren werden, so die Begründung. Ah ja, äh, wie groß war nochmal unser Arbeitslosenheer? Also, daran mangelt es mit Sicherheit nicht.
Dennoch wird ein hinterpfotziges Drohpotenzial aufgebaut, in dem Weihnachten und Kinder als Waffe gegen den Verbraucher gerichtet werden. Denn eins sollte klar sein, Playmobil und Schleicher wollen nur unser bestes – unser Geld. Der Haken an dieser Sache ist aber, dass man leider nicht mit der Verlagerung ins Ausland drohen kann. Denn China ist ja in der Lage, 'jede Qualität' zu liefern. Alle Länder außer China müssen demnach zu teuer in der Produktion sein.
Leider versteh ich im Moment unter der vom Tagesspiegel unreflektiert veröffentlichten Meinung nur die Drohung, entweder ihr kauft, oder eure Kinder weinen. Geht's noch gut?
Vorbehalte gegen China hatte noch vor nicht allzu langer Zeit selbst Andrea Schauer gehabt, denn sie befand: Gegen China sprachen die langen Lieferwege. Zudem hatte man keine erprobten Manager, die dort die Produktion überwachen wollten. Und letztlich wäre die Maßanfertigung von Playmo-Qualität dort gar nicht viel billiger gewesen. Also blieb die Produktion hier. So einfach. Whowhowhow, was hat sich seit dem Artikel in der Zeit vom 29. April 2006 bis jetzt geändert?
Andrea, lass uns an deiner Erleuchtung teilhaben. Bist Du Erwachsen geworden und abgebrühter – oder hast Du wie für Leute in deiner Position üblich einfach nur Prinzipen und Leute über Bord geworfen und PR-Sprech geübt?
Noch ein Brüller aus dem Zeit-Artikel: Dagegen ist Playmobil ausgesprochen altbacken. Zur Fußball-Weltmeisterschaft haben die Zirndorfer Fußballspieler entworfen, die auf einem kleinen Ständer montiert werden und etwas ungelenk ein Bein schwingen können.Tipp Klick? Sehr innovativ... Kein Wunder, das der Playmo-Scheiß wie Blei im Regal liegt.
Mittlerweile frage ich mich, wieviel Unternehmen an Geld sparen könnten, wenn nicht irgenwelche Aktienbesitzer ständig auf Profit bestehen würden. Vielleicht sollten Playmobil und Schleicher ihre Geschäftform überdenken und daraufhin ihre Produktionen wieder ins Inland verlegen. Die Vorteile liegen auf er Hand, denn es lässt sich viel hochwerig bezahltes, aber unproduktives Volk einsparen. BWler, VWLer, Juristen sowie deren Fußvolk, die nur für ein Berichtswesen an die Shareholder zuständig sind, liessen sich gegen einen produktiven Maschinenpark nebst den zur Bedienung notwendigen 'Humanresourcen' eintauschen.
Das in die künftig hiesigen Mitarbeiter direkt und indirekt investierte Geld würde darüber hinaus einen anderen Fluss nehmen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Binnenkonjunktur ankurbeln. Export wäre dann auch noch drin; Playmos und Weichtiere laufen ja generell gut, hab' ich gehört. Und wenn es nicht doch nicht so gut laufen sollte, naja, dann bedroht man öffentlich Verbraucher und Hartz IVler. Einen Investitionsanreiz in Form billigen deutschen Arbeitern hat die Große Koalition ja schon geschaffen. Und die paar Maschinen sind schnell abgeschrieben.
P.S.
Wenn ich sowas erst im Tagesspiegel lese und dann in der Zeit nachverfolge bin ich immer noch froh, dass ich keine Kinder habe.
Montag 10 September 2007
Feigenblatt Eva Herman
Eines gleich vorweg: Wenn ich denn mal eine „Bild“ in der S-Bahn
finde, nehme ich sie als zwar Pausenlektüre, aber sonst nicht ernst. In
der gestrigen BamS-Ausgabe kam gleich eine Headline auf Seite eins, die
ein Zitat Hermans anlässlich der Vorstellung ihres neuen Buches aufgriff.
Und weiter: „Aber es ist damals auch das, was gut war, und das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt, ...“
Weiter heißt es in dem „Bild“ -Beitrag: Diese Wertschätzung der Mütter im „Dritten Reich“ hätte Jahrzehnte später die 68er-Generation wieder abgeschafft.
Über die Rolle der Mütter im Nazi-Deutschland schrieb Wirres eine kurze Zusammenfassung. Beachtenswert dabei ist der Zusammenhang zwischen der damaligen Rassenpolitik und dem unterschwelligen Motto Gebären für den Sieg, welches mittels dem Motivationswerkzeug des Mutterkreuzes deutsche Frauen zum Massenhaften abwerfen neuer deutscher Soldaten animieren sollte.
Ein Beitrag der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung (hab' auch gestaunt, dass es sowas gibt…) beschreibt, wie die künftigen Mütter der rechten Szene ihre Rolle in der von ihnen präferierten Gesellschaft zu verwirklichen suchen. Die Spitze des Eisberges gebärt nicht, sie fährt in den Knast ein; nachdem sie ausgiebig auf am Boden liegende eingetreten hat.
Das Mittelfeld sowie der Bodensatz der rechten Mädels aber dürfte sich über kurz oder lang mit der Hege des Nachwuchses beschäftigen. Inwieweit diese Kinder gewünscht sind, sei mal dahingestellt. Eine Annahme könnte sein, dass diese willkürlich gezeugten genetischen Kopien aus einem Mangel an Wissen entstehen. Einem Wissen, welches im Fach Sexualkunde an einer allgemein bildenden Schule meines Wissens nach gelehrt wird. In diesem Fall lasse ich mich nur sehr ungern eines besseren Belehren.
(Mit ein wenig Übung bekomm' auch ich Polemiken hin. In diesem Beitrag aber dreht es sich um real existierende Personen mit irgendwelchen Motiven. Daher versuch ich, auf den Teppich zurück zu kommen.)
Auf jeden Fall aber wachsen diese (unseren) Kinder in einem Umfeld auf, welches Frau Herman ideologisch zu unterfüttern versucht; so erscheinen jedenfalls unterschwellig jegliche Interpretationen, welche „Bild“ und der Arbeitgeber NDR mit erstaunlicher Einheit vorschieben. Der Boulevard fordert zwar keine Enthauptung, aber wie üblich eine Entlassung. Der NDR schwafelt nicht lange und handelt pragmatisch: Eva Herman ist raus.
Zur Begründung heißt es im Zentralorgan des Dachverbands der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten, dass dies nicht der erste Vorfall sei. Ein gemeinsamer Auftritt mit der FPÖ sei nur nach Interventionen abgesagt worden. Oops, da hab' ich was verpasst; wer hat da wo interveniert? Letzendlich aber waren die Einschaltquoten ausschlaggebend. Denn es sagten bereits einige Gäste ihren Auftritt bei Herman und Tietjen ab. Ein etwas älteren Vorfall gab es bereits mit ihrem ersten Buch – krassen Respekt an die Stern-Online-Redaktion: schnell nachgeschoben.
Putzig ist auch, dass die ARD es bringt, der NDR aber nicht. Ebenso verbleibt die Herman-und-Tietjen-Homepage völlig unbeeindruckt der aktuellen Sachlage in ihrem alten Trott. Putzig ist weiterhin, dass innerhalb eines Wochenendes ein Skandal entdeckt und angeprangert wird. Google-News dürfte heute morgen auf jeden Fall für viel kurzweil sorgen. Naja, in der kommenden Woche wird es noch einige Aufräumarbeiten auf verschiedenen Websites geben. Wie auch immer: Eva Herman wurde – zurecht – gefeuert.
Eva Hermans offentsichtlich unbedarften Weltanschauungen wirken nicht nur irgendwie blauäugig und blond, sondern zusätzlich noch mit Wasserstoffperoxid veredelt. Ihre krude Weltanschauung entstammt offentsichtlich einer konservativen Sichtweise, die im Rückschrittlichen Schutz vor der aktuellen Zeit sucht. Unbestreitbar änderten sich in den letzten sechs Jahrzehnten einige Lebensweisen und Regeln. Eine Besinnung auf ältere Regeln mag ja durchaus Sinnvoll erscheinen, wenn es denn Fehlentwicklungen in der Jetztzeit im Sinne eines Vorwärtskommens der Gesellschaft insgesamt korrigieren würde.
Eines aber sollte man sich stets Vergegenwärtigen: Mit der Eva wird lediglich jene sprichwörtliche Sau durchs Dorf getrieben.
Die Eber aber bleiben im Koben und grunzen genüsslich. Mit der Herman wird ein rechtsaußen im vordergründig gesellschaftlichen Konsens verbannt, aber sonst lautschreiende PolitikerInnen der großen Koalition halten sich in diesem Fall bedeckt. Mit Sicherheit wird hinter geschlossenen Stalltüren ob dieser steil vorgelegten Ablenkungskampagne genüßlich gequickt.
Eva Herman unterstützt mit ihren in ihrer grenzenlosen Unbedarftheit getätigten Äußerungen eine rücksichtlose, gewalttätige Szene, welche derzeit politisch toleriert und von auf dem rechten Auge blinden Beamten aller Besoldungsstufen unterstützt wird. Eva Herman ist lediglich ein Symptom, keine Ursache. Der immer lauter blubbernde und gucksende braune Sumpf breitet sich witerhin allgemein toleriert unterschwelig aus.
Einzig löblich ward bislang Hermans Rauswurf seitens der NDR-Chefredaktion. Ey Herres, dafür werden dich in den nächsten Tagen vielerlei arme Geister preisen, die Du dich niemals angerufen haben. Die Opferung der gar nicht überzeugenden Walküre Eva Herman führen demnächst jene im Schilde, welche von selben Geiste sind, welche aber weder zur Tat beitrugen noch zu deren Abwehr beitrugen. Deren wahres Motiv dürfte wohl in der Verschleierung ihrer Absichten liegen.
Wenn jede/r PolitikerIn des deutschen Bundestages und -rates für solcherart Gedankengut geteert und gefedert werden wurde, wir wären morgen praktisch ohne jegliche Regierung. Der Rauswurf von Lobbyisten jedweder Art könnte Mittel bereit stellen, welche an eingen sozialen Brennpunkten Linderung bringen könnte. Bislang unbestätigten Gerüchten bleibt Eva Herman als freie Mitarbeiteren über dem NDR den GEZ-Zahlern erhalten. Danke.
P.S.
Scherzfrage: Um wen handelt es sich bei folgend beschriebener, eigentlicht nicht gewählter Person?
Sie ist ein blondes, bläugiges Mädchen von besserer Herkunft mit steuerfinanzierter, medizinischer Ausbildung samt akademischen Grad. Früher hätte sie sich ein silbernes Mutterkreuz verdient, heute propagiert sie Famliensinn mit Rückblick. Sie befindet sich in einer angeblich demokratisch legitimierten Position mit weit reichender Entscheidungsbefugnis. Führungsqualiäten bewies sie in dem sie Menschen in prekären Situationen über eine Planke schicken kann; dennoch mangelt es ihr trotz vorgelebter Kinderfürsorge an Durchsetzungsvermögen gegenüber gleichgestellten männlichen Artgenossen. Ihr weihnachtlich anmutendes Thema Krippenplätze floppte, weil nicht nicht alle ins Boot passten.
Sie ist eine typische Radfahrerin: Nach oben buckeln, nach unten treten. Tipp: Sie war niemals in der FdJ noch in der SPD.
Die Frage ist nicht wer sie ist, sondern was sie in ihrer Position macht – ihr habt ihren Lebensweg bisher bezahlt und bezahlt sie weiterhin, damit ist die Frage grundsätzlich legitim.
Beantwortet es nicht mir, beantwortet es euch.
Dienstag 04 September 2007
Freizügigere Waffenfreigabe (2)
Wow, hab' noch nie gesehen, wie schnell jemand zurück rudern kann. Bildlich gesprochen hebt sich der Bug aus den Wasser, während das sich Heck fast schon unter der Wasseroberfläche befindet. Der Ruderer verrichtet seine Tätigkeit mit einer derartigen Panik, dass die hektisch bewegten Ruder links- wie rechtsseits wie Propeller aussehen.
In der generell aufgeheizten Diskussion, welche überall geführt wurde, kamen weitere Aspekte zum Vorschein, welche nicht unbedingt zur Allgemeinbildung gehören. Im Diskussionsbereich zum obigen Artikel finden sich Beschreibungen, wie man in Deutschland an Waffen heran kommt. Dies erfordert eine mehrjährige Eigeninitiative, die bei erfolgreichem Erwerb einer Waffe anschließend von Amtswegen kontrolliert wird. Hier wollte Schäuble (oder seine Beamten(?)) wohl seine Klientel bedienen.
Iregendwo in den vielen Artikeln und Beiträgen hieß es, Schäuble solle innerhalb der EU für eine Verschärfung der Waffengesetzte sorgen. Na, das macht er doch (PDF). Demnächst werden alle Messer in einer Innenstadt verbotn. Wehe, der sein Brotmesser kauft und nach Hause trägt, der auf sein schweizer Taschenmesser im Alltag nicht verzichten will oder nach einem Unfall unters nicht mehr benutzbare, da verbotene Skalpell gerät...
Brilliant aber blieb in der ganzen Diskussion eine kolportierte Aussage seitens Schaubles, „das (es) keinen Sinn macht zu versuchen, mit fachlichen Argumenten vorzugehen.“ Ah ja, Herr Bundesinnenminister, was bitte schön war noch mal ein Browser?
Sonntag 02 September 2007
Freizügigere Waffenfreigabe
Hat sich erledigt, siehe hier.
Laut ARD
und 2DF
setzte das Bundesinnenministerium eine EU-Vorgabe um, nach der eine
Abgabe großkalibriger
Waffen ab 18 erlaubt sei. Die bisherige Regelung, derartige Waffen
ab erst ab 21 abzugeben, werde aufgehoben. Zur Begründung heißt es
einerseits, dass (laut Spiegel) „Eine Überprüfung habe keinen
Sicherheitsgewinn gebracht , … “.
Andererseits wird die EU vorgeschoben, um einen 'Gelichklang'
der Gesetzteslage zu verwirklichen. Laut der ARD-Berichterstattung aber
dürfen einzelne EU-Mitglieder durchaus restriktivere Gesetzte
verabschieden. Diese hatten wir. Welche Notwendigkeit besteht
darin, eine ansonsten EU-konforme Gesetzgebung aufzuweichen?
Ja klar. Erst wird mit dem Amoklauf
von Erfurt krude Behauptungen aufgestellt (Killerspieldebatte),
aufgrund dessen der Gesetzgeber verschärfte Gesetze zur Waffenfreigabe
verabschiedet. Nun wird mit obiger Begründung die Waffenfreigabe
grundsätzlich wieder erleichtert.
Eine zusätzliche Barriere für künftige Waffenträger soll darin
bestehen, eine psychologische Eignungsprüfung vor dem Waffenerwerb zu
installieren. Was haben wir gelacht. Es wird mit Sicherheit so ablaufen,
wie mit den MPUs
für trinkende Autofahrer: Es werden genügend Coachings zum bestehen
einer bevorstehenden Prüfung zum Kauf angeboten – via dem sowieso
terroristisch-pädophil-raubkopierend angehauchtem Internet.
Mal im ernst jetzt: Inder jagen gehört offensichtlich genauso
zum dumpfdeutschen Kulturgut wie Scheibenschießen. Das da mal was
daneben gehen kann, nun ja, shit happens. Aber zum Teufel jetzt, woran
erinnert mich dieser deutsch-männlich-muffige Zusammenhang gepaart mit
Waffen? Ah, lasst mich überlegen…
An dieser Stelle kommen mal wieder Verschwörungstheorien zum
Vorschein. Versteckterweise infiltrieren deutsche Gesandte die EU in der
Form, als das neue Gesetzesnitiativen auf den Weg gebracht werden. Die
in Brüssel versammelten Abgeordneten beraten und verabschieden
anschließend neue Richtlinien, die die Mitglieder der EU doch bitte in
nationales Recht umsetzen möchten.
Gesagt, getan – wenn es denn in den eigenen Kram passt. Und
selten hat es so gut in den eigenen Kram gepasst, wie jetzt. „Lockert
die Wafengesetze”, mag der eine oder andere Politiker gedacht haben,
„damit sich das Volk nach gutdünken ausrüsten kann.“ „Denn 'Nützen' tut
es der Wirtschaft zu aller Wohl.“ Nützen tut es vor allem dem
Machterhalt der herrschenden gewählten Kaste Partei Regierung ?; aber
lieber beisst man sich die Zunge ab, als den tatsächlichen Sachverhalt
auszusprechen.
Selten wurde eine EU-Vorgabe so schnell umgesetzt, wie jüngst
zur neudeutschen Waffenfreigabe. Selbst Gurken dürfen immer noch krummer
wachsen. EU-Vorgaben unterliegen – so scheint es – dem wohlwollen der
derzeitig eigentlich nicht gewählten Regierung. (Wir erinnern uns: es
ging um Schröder oder Kohls
Ziehtochter.) Ok, mit mir geht es gerade durch.
Zurück zur Waffenfreigabe: Der GdP
fiel immerhin zum neuen Gesetz nur soviel ein– wenn man Quellen aus
dritter Hand glauben (s.o.) schenken darf: „Denn künftig soll das Tragen
von "Anscheinswaffen" wieder verboten werden.“
??
(Was haben Bullen und Schnittlauch gemeinsam? Außen grün, innen
hohl und treten nur gebündelt auf.) Die neuen Uniformen sind blau,
weswegen mein alter Kinderspruch nicht so richtig mehr funktioniert.
Dennoch, wie der Herr, so das Gescher… Die Innenminister legen vor, die
Gewerkschaft haut in die selbe Kerbe und die Mitglieder zahlen für
alles. Mittels Taten, Steuern und Beiträgen…
Es wurde seitens des Bundesinnenministeriums ein Gesetz gekippt,
welches angeblich keinerlei Wirkung zeigte. Kunststück, denn operative
Hektik überdeckt wie üblich geistige Windstille. Das in der
Vergangenheit verschärfte Waffengesetz zielte absichtlich ins Leere. Nun
wird plötzlich eine 'Reform' verbessert, welche niemand wolte und
niemanden betraf.
Ich hätte da noch ein paar Ideen bezüglich des 202c
(ein Klick mehr erforderlich) und 192
StGB, was aber vorraussetzt, das die Geister die ich niemals wählte,
endlich meinen Träumen entfleuchen. (Mitsamt deren Beamten.)
Donnerstag 16 August 2007
Anhaltender Aufschwung!
Laut einiger Wirtschaftsweisen, oder wie auch immer man die Politikereinflüsterer nennt, wird sich unser Aufschwung noch bei bescheidenen 2,8 % halten. So verkündet es der Chef des BDI, Jürgen R. Thumann. Moment mal, wo war nochmals Jürgen R. Thurmann Mitglied im Aufsichtsrat? Ach ja, bei der IKB. (Quelle: Heise-Forum) Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich mich der Meinung anschließen, es handle sich um Realsatire.
Montag 13 August 2007
Wo leben wir eigentlich?
Nun, wenn man dem iranischen Präsidenten glauben schenken darf, dürfte sich das Abbild unseres westlichen Daseins eher einer Hölle nähern, als dem gelobten Land, in dem Milch und Honig fliessen.
diepresse.com kolportiert eine Äußerung Ahmadinejads, in der der gewählte Staatschef folgendes feststellt:
In westlichen Ländern wie den USA könnten die Menschen nicht einmal telefonieren, Briefe schreiben oder Einkaufen gehen, ohne die Furcht, überwacht zu werden. "Was für eine Freiheit ist das", fragte Ahmadinejad, der wieder rhetorische Breitseiten gegen die USA und Israel abfeuerte. In den "Lagern der Tyrannen" gebe es keine Spur der Liebe, der Gerechtigkeit oder der Menschenrechte, sagte er in offensichtlicher Anspielung auf das US-Gefangenencamp Guantanamo.
Scharfsinnige Beobachtung, kann man nicht anders sagen. (Die restlichen religiösen Ergüsse sprechen bestenfalls Wähler an und bedürfen keiner weiteren Erläuterung)
Donnerstag 09 August 2007
Eisenbahnerstreik
Geht gerade durch die Blogs:
Eisenbahnerstreik
Unnötig.
Aber ohne jedes Recht.
Die Frau, die Kinder
wollen Schuhe.
Wißt ihr, wie solcher Dienst den Körper schwächt?
Tag-,
Nachtschicht und das bißchen Ruhe.
Ja, standet ihr schon mal am Führerstand?
Der Kessel glüht -
es ziehn die Winde.
Heiß-kalt, kalt-heiß wird seine Führerhand . . .
Wo
ist sein Sinn! Bei seinem Kinde?
Wo ist sein Sinn? Die Augen spähn: »Fahrt frei!«
Er
darf nicht einen Griff versäumen.
Er sieht das Vorsignal und
Weiche III -
Ihr könnt auf weichen Polstern träumen,
Wollt ihr nicht sichere Fahrt durch euer Land?
Wie soll der Dienst
tun mit den Sorgen?
Zweihundert Leben in der einen Hand -
und
dieser Hand will keiner, keiner borgen?
Er hats nicht leicht der Mann vom Flügelrad.
Stets droht der
Tod. Er soll nicht ein Mal fehlen.
Ihr tuts für euch. Macht seine
Kinder satt!
Wer fünf Milliarden für die Reichswehr hat:
der
darf uns nichts von Sparsamkeit erzählen!
Autorenangabe: Theobald Tiger
Ersterscheinung: Die Weltbühne,
09.02.1922, Nr. 6, S. 149
In diesem Sinne.
Deutsche trauen dem Fernsehen nicht mehr
Kurz vor dem 40. Geburtstags des deutschen Farbfernsehens gab die Zeitschrift Hörzu eine Umfrage (in den Frame verlinkt) in Auftrag, die das Fernsehverhalten der Zuschauer und die Glaubwürdigkeit des Mediums an sich hinterfragte. Das Ergebnis dürfte die Programmacher wohl ernüchtern, denn 57% der 1000 befragten halten das Programm für nicht überschaubar. Ein ähnlich hoher Prozentanteil meint sogar, das Fernsehen sei „dümmer“ geworden. Ebenfalls etwas mehr als die Hälfte glaubten nicht mehr an das, was berichtet wird.
Als erfreulich hingegen kann man die Tatsache sehen, dass das Fernsehen immer mehr zum zielgerichteten schauen genutzt wird. Vor allem die Gruppe der 35-54 jährigen nutzen so die 'Idotenfunzel'. Aber auch die Altersgruppe darunter folgt diesem Trend. Für die Zuknft wünschen sich die Befragten laut der Ipsos-Studie mehr Nachrichten und Berichte. Mehr Sender oder Shows werden hingegen nicht gewünscht.
Na, das lässt doch Hoffen. Einerseits auf ein besseres Programm, andererseits auf eine besser informierte Bevölkerung. Jetzt müssten nur noch die Journalisten von ihrer dreisten PR-Arbeit zurück auf den Boden der Tatsachen kommen. Weiterhin wäre zu hoffen, dass bei solchen Sendern wie SAT 1 die Zuschauer mit ihrem 'Zauerstab' abstimmen. Denn nach der Auflösung größerer Teile der Nachrichtenredaktion bleibt eigentlich nur ein Programmumfeld übrig, welches als Gerüst für Werbeeinblendungen dient.
In diesem Zusammenhang sollte auch der Telepolis-Artikel Ziel ist ein glaubwürdiges Qualitätsradio gelesen werden.
Montag 30 Juli 2007
Zeitarbeit und Qualitätsjournalismus (Update)
Diesmal schießt Yasmin El-Sharif im Tagesspiegel den Vogel ab: „Die Zukunft liegt bei den Privaten“. Das Interview schlägt jedem bei einem privaten Arbeitsvermittler beschäftigten satt in die Fresse.
Beispiel gefällig? Kein Problem:
Frage: Es gibt die Annahme, wonach sich Unternehmen Zeitarbeiter in den Betrieb holen, wenn die Konjunktur langsam wieder anzieht und bei einer Verstetigung der positiven Geschäftslage fest anstellen. Macht sich das jetzt bei Ihnen schon bemerkbar?
Antwort: Nein, die Zeitarbeit ist in einer anderen Phase angekommen. Noch vor fünf Jahren war es tatsächlich so, dass Zeitarbeiter wirklich nur eine reine Feuerwehrfunktion hatten, also nur in der Urlaubszeit oder bei einer konjunkturellen Erholung zur Abarbeitung von Auftragsspitzen eingesetzt wurden. Heute allerdings nutzen die Unternehmen die Zeitarbeit ganz klar als flexible, dauerhafte Ressource, auch wenn die Konjunktur richtig stabil ist. Insofern gilt diese alte Regel nicht mehr.
Ah ja, mittlerweile ist es nur eine Annahme, das Zeitarbeiter aus ihrer prekären Arbeitssituation in ein anständiges Arbeitsverhältnis übernommen werden. Noch vor einiger Zeit sand die Aussage im Raum, dass Zeitabeiter über die Beschäftigung via eines Vermittlers in ein Beschäftigungsverhältniss mit einem richtigen Unternehmen gelangen können. Mit richtigen Unternehmen in diesem Sinne meine ich ein produzierendes Unternehmen, keine Makler.
Wie schon in den Kommentaren zu dem Tagesspiegel-Artikel angedeutet, gelten für gemalkelte Beschäftigte Tarifverträge, die die zwischen Stammbelegschaft und Unternehmensführung ausgehandelten Löhne unterbieten.
Bei den über private Arbeitsvermittlungen Beschäftigen handelt es sich um Leiharbeiter, das wollen wir nicht vergessen.
Frage: Also nehmen Zeitarbeiter doch Anderen die Arbeitsplätze weg?
Antwort: Auf keinen Fall. Stünden den Firmen keine Zeitarbeiter zur Verfügung, dann müssten die vorhandenen Mitarbeiter die Mehrarbeit erledigen, ohne dass neue Jobs entstehen. Oder die Aufträge könnten gar nicht erst angenommen werden.
Aus so berufenem Munde wie des Interviwtn können wir also festhalten, dass deutsche Unternehmer nicht in Lage sind, ihre künftige Auftragslage, ihr benötigtes Arbeitsvolumen, somit ihren Maschineneinsatz vorzuplanen. Was sonst noch davon abhängt, lassen wir mal für den Moment außen vor. Aber merken tun wir uns, dass unsere Unternehmer unterschwellig für dumm gehalten werden.
Hallo Yasmin El-Sharif, mit W-Fragen werden Interviews eingeleitet. Nach einer W-Frage müssen zwingend gezieltere Fragen kommen, die sich einem Kern nähern. Ohne Frage kommen die nächsten Fragen ohne diesen W-Wörtchen aus – in einem richtigen Interview. Aus meinem Kurs Interview und Befragungstechniken weis ich beispielsweise, dass es offene und geschlossene Trichter gibt – um den Interviewten zu einer Aussage zu bewegen, die eine Information enthält. Das von dir – Yasmin El-Sharif – geführte Interview ist Scheiße. Nicht nur das es irgendwo auf siebte Klasse Realschülerzeitungsiveau schwebt, deine Befragungstechnik öffnet PR-geschulten Sprechern Tür und Tor für ihre Agitation.
Was war dein Ziel in diesem Interview?
Yasmin El-Sharif, das war hoffentlich keine Absicht von dir sondern nur ein versehen einer ungeübten Volontärin. Nimm dein Beispiel dafür, dass immer weniger Leute bereit sind, für eine Zeitung Geld auszugeben.
Update
Dieser meiner Beitrag wurde stark kritisiert. Das finde ich völlig in Ordnung.
Der Haupttenor ist, das ich einen Namen genannt habe. Nun gut, wenn man in den Medien namentlich auftritt, sollte man in der Lage sein, eine gewisse Reaktion ertragen zu können. Sollte ich jemanden angepisst haben, der sowas nicht ab kann, so bitte ich darum, dies zu entschuldigen. Dennoch will ich anmerken, dass man in der Öffentlichkeit mit sowas rechnen muss. Wer sich zuweit aus dem Fenster lehnt, muss mit den folgen des Übergewichts rechnen.
Zum hiesiegen Kommentar habe ich einen eigenen Eintrag abgefasst, der aber leider noch mehr Fragen aufwirft, als irgendjemand von euch sattsam beantworten kann. Weitere Diskussionen bitte dort.
Kurt Beck und die Online-Durchsuchung
Laut eines Beitrags aus den öffentlich-rechtlichen Medien schließt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (58, SPD) die Zustimmung seiner Partei zur Online-Durchsuchung nicht mehr aus. Ja, geht es noch? Mal wieder will die SPD ein Gesetz durchbringen, dessen Sinn von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung zumindest angezweifelt wird. Über einen praktisch nicht vorhandenen Nutzen sowie einer ebenso nicht vorhandenen Durchführbarkeit haben andere mit fundierter Sachkenntnis sowohl von technischer als auch von rechtlicher an anderer Stelle beschrieben.
Kurt Beck arbeitet scheinbar an einer sozialdemokratischen Version des Projekt 18. So wie es aussieht, vergrault er jeden noch halbwegs selbstständig denkenden Wähler. Ohne sein Einlenken in der Frage könnte Schäuble mit seiner Beschneidung unserer Bürgerrechte einpacken. Mit seiner wirklich nicht notwendigen Zustimmung schlägt er uns quasi mit Handkante ins Genick. Was soll das?
Will Kurt Beck sich damit profilieren, dass er nicht zum Scheitern der Großen Koalition beitrug? Die Koaltion der Wahlverlierer brachte uns bislang nur Nachteile. Neoliberale gesetzgebung, Steuersenkungen für Habende, Ausverkauf des Volksvermögens und und und. Die CDU war für mich noch nie wählbar, aber was die SPD mit den Grünen zuvor unter Gerhard Schröder (63, SPD, Gazprom) abzog, schlägt dem Fass den Boden aus. Leider haben wir das alles viel zu spät bemerkt.
Ohne Grund wird auf das meines erachtens grundlos geforderte Begehren Schäubles seitens der SPD eingegangen. Unsere Grundrechte werden aus einem nicht nachvollziehbaren Kalkül geopfert. Was soll das?
SPD-Mitglieder, tretet aus eurem Verein aus und verbrennt eure Parteibücher. Falls ihr danach Langeweile verspürt, züchtet Tauben. Das bischen Scheiße, was die allgemein als Luftratten bekannten Vögel in unserem Stadtbild hinterlassen, ist nichts verglichen mit dem, was von sozialdemokratsch orientierten Volksvertretern gerade initiiert wird.
Sonntag 22 Juli 2007
Heldengedenktage
Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübte vorgestern vor 63 Jahren 'sein' Attentat auf Adolf Hitler. Für dieses Tat ehren wir ihn. Und nur dafür, mehr nicht. Von Stauffenberg mit seinen Mannen erkannten rechtzeitig die drohende Niederlage und wollten mit dem absichtlich herbeigeführten Tod von Adolf Hitler weiteren Schaden vom deutschen Volk abwenden. Bis hierher ist die Tat durchaus zu befürworten.
Ebenfalls nicht vergessen werden sollte das Umfeld des Grafen von Stauffenberg, welches durchaus als konservativ gilt. Letzendlich haben Personen mit dem selben Hintergrund wie die derer von Stauffenberg zum Aufstieg der NSDAP beigetragen. Vom normalen Volk mal ganz zu schweigen.
Irgendwie kann ich mich des Eindrucks kaum erwehren, dass mit dem Grafen von Stauffenberg ein Idealkandidat unserer bisherigen Regierungen gefunden wurde, für den sich der Aufwand einer Kranzniederlegung lohnt: Aufrecht, preußisch, kriegserfahren, von edlem Geblüt und somit ein Vorbild. Für sein Attentatsversuch gilt auch von meiner Seite volle Hochachtung. Aber was wäre geschehen, hätte der Anschlag das gewünschte Opfer gebracht? Hätte das Ergebnis uns vom Regime entledigt?
An dieser Stelle sollten wir uns auch an die Zahllosen deutschen erinnern, die alles billigten und schwiegen; und es soweit kommen ließen.
Claus Schenk Graf von Stauffenberg war nicht der erste, der Deutschland von Adolfs Hitlers befreien wollte: Bereits recht früh unternahm ein gewisser Georg Elser, Schreiner von Beruf und verglichen mit Graf von Stauffenberg eher von niederer Geburt, einen Attentatsversuch. Georg Elsers Motive waren in seiner Schlichtheit beeindruckend: Er wollte die Verhältnisse der Arbeiterschaft bessern und einen Krieg vermeiden, er wollte Frieden.
Eine Person wie Georg Elser dürfte selbst heute noch Gefährlicher sein, als ein eigentlich regimekonformer Graf von Stauffenberg. Elser agierte isoliert, von Stauffenberg benötigte Rückendeckung und Resourcen, um im Endeffekt nicht weiter zu kommen. Elser beschaffte sich sein notwendiges Wissen selbstständig und handelte autark, während Graf von Stauffenberg quasi erst mit ideologischer Rückendeckung aus dem Vollen zu schöpfen versuchte.
Im Sinn von SSchäuble gedacht: Welcher von beiden Typen ist für ein Regime gefährlicher? Der Autarke oder der Vernetzte?
Mittwoch 18 Juli 2007
Die "Online-Durchsuchung"...
...Technischer Hintergrund des verdeckten hoheitlichen Zugriffs auf Computersysteme.
Ein wirklich guter Artikel um den Bundestrojaner und deren technischen Hintergründe, erschienen auf hrr-strafrecht.de. Es fängt mit Schadsoftware an, geht über Verschlüsselung weiter bis hin zur Fernsteuerung eines Rechners. Wie es sich für das Online-Magazin Höchstrichterliche Rechtssprechung im Strafrecht gehört, wird eine selbstverständlich rechtliche Beurteilung gegeben. Das wirklich überraschende dürfte aber Autor Ulf Buermeyer sein:
Der Verfasser ist Redakteur der HRRS und Richter in Berlin, wo er am Amtsgericht Tiergarten als Strafrichter und Ermittlungsrichter tätig ist. An der Universität Leipzig arbeitete er von 1999 bis 2003 als Netzwerk-Administrator in einer gemischten Windows-Linux-Umgebung.
Der Artikel endet mit dem Fazit:
[...] Dieser Umstand entlarvt die zur Begründung der Maßnahme stets gern zitierte "Abwehr terroristischer Gefahren" als Rhetorik: Selbst wenn es legitim sein mag, "die Online-Durchsuchung" zu fordern, so gebietet es die Redlichkeit des Diskurses, offen zu bekennen, dass die Maßnahme regelmäßig nur gegen "virtuelle Eierdiebe" vom Schlage eines amateurhaft agierenden eBay-Betrügers wirksam anzuwenden sein wird.[82] Wer hingegen Anschläge vom Zuschnitt des 11. September 2001 logistisch abwickeln kann, dem ist jedenfalls nach der aktuellen breiten öffentlichen Diskussion der Online-Überwachung ohne weiteres zuzutrauen, einige wenige Gedanken auf EDV-Sicherheit zu verwenden, zumal sich zumindest deren Grundbegriffe fast so schlicht wie ein Kochrezept formulieren lassen. [...]
(via Schockwellenreiter)
Der Polizist als Hellseher
Die Zeit brachte vor ein paar Tagen einen schönen Artikel über die derzeitigen Möglichkeiten von Richtern und Polizei. Beispielsweise über Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten für Hooligans um deren Bewegungsmöglichkeiten einzuschränken oder gar den Finalen Rettungsschuß. Weitere Gedankenspiele drehen sich um die neue Personengruppe der Gefährder, die zusätzlich zu den bisherigen Unschuldigen, Verdächtigen und Tätern eingeführt werden soll. Denn wenn man die bisherigen Möglichkeiten ausweitet bzw. deren Einschränkungen aufhebt und neu kombiniert, können demnächst Gesetzlich legitimiert so genannte Gefährder einfach so liquidert werden. Die ersten Vorschläge zur Definition eines Gefährder haben hochrangige Polizisten bereits 2006 zur Diskusionssreife gebracht:
Ein Gefährder ist eine Person, bei der bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung, insbesondere solche im Sinne des § 100a der Strafprozessordnung (StPO), begehen wird.
„Kurzer Prozess“ statt Anklage, Verhandlung und Verurteilung. Wer jetzt aufschreit, dass wir unseren Rechtsstaat aufgeben, der kann beruhigt werden. Das alles wird in Gesetzen ausformuliert, an denen sie sich Richter, Staatsanwälte und Polizisten künftig orientieren – also rechtsstaatlich handelt. Ist es so ein Staat, den ihr wollt?